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Die Image-Frage

24.02.2008 | 18:11 Uhr
Die Image-Frage

Nach dem Disput über den neuen Schimanski-Film: Wie sehen Einwohner und Auswärtige den Stadtteil?

In Rheinhausen, dem Stadtteil „unweit” von Duisburg, der einst „vom Niedergang bedroht” war, hat die Ankündigung des WDR über die Handlung des neuen Schimanski-Films eine Debatte ausgelöst, die sich auf eine Kernfrage fokussiert: Wie ist es heute tatsächlich um das Image Rheinhausens bestellt?

In diversen Internet-Foren wird inzwischen munter diskutiert. Während führende Kommunalpolitiker offiziell gegen die im Film anfangs zu erwartende negative Darstellung des Stadtteils protestierten, beklagen andere eben doch Missstände in Rheinhausen – von Schlaglöchern über darbenden Einzelhandel bis zu trostlosen Straßenzügen.

Medien
Ärger um neuen Schimanski-Film

Rheinhauser befürchten Imageschaden des Stadtteils durch die Handlung der neuesten Krimi-Folge. Der WDR beschwichtigt.

Der neue „Schimanski”-Krimi mit Hauptdarsteller Götz George spielt in Rheinhausen. Seit dieser Woche wird in Köln gedreht, im März werden die Kameras in Duisburg zweitgrößtem Stadtteil aufgebaut. Doch kein Jubel, vielmehr ein eher Aufschrei ging durch Rheinhausen, als der WDR die Handlung des Fernsehfilms bekannt gegeben hatte. Stein des Anstoßes sind die Formulierungen „eine ehemalige Bergmanns-Siedlung unweit ... Duisburg” und Rheinhausen als ein „vom Niedergang bedrohter Ort”.

Solche Aussagen würden dem Image des Stadtteils schaden und vor allem im Gegensatz zu den Fakten stehen, wettern Bezirkspolitiker und schreiben Protestbriefe an den Westdeutschen Rundfunk in Köln. Dort hieß es gestern, es handele sich um ein „Missverständnis”. Der fiktive Film spiele im modernen Duisburg, Thema sei der Strukturwandel. Nur in kurzen Rückblicken werde mit Archivmaterial auf den Arbeiterkampf gegen die Krupp-Schließung und dem Wegfall tausender Jobs Bezug genommen. „Wir wollen keineswegs alte Wunden aufreißen”, sagte WDR-Sprecherin Barbara Feiereis gestern und entschuldigte sich für „unglückliche” Formulierungen.

Inzwischen hat der WDR auf seiner Internetseite bei der Pressemitteilung ein "ehemals" vor den "vom niedergang bedrohten Ort" eingefügt.

Fakt ist, dass das alte Märchen von „Tothausen” auch nur ein Märchen geblieben ist. Der vor 20 Jahren oft kursierte Satz „Wenn die Hütte stirbt, stirbt Rheinhausen” hat sich nicht bewahrheitet. In aller Munde ist Logport, Rheinhausens Vorzeigeobjekt, der am schnellsten wachsende Logistikplatz Europas mit 2500 neuen Arbeitsplätzen, der 2007 zum „Ausgewählten Ort” der Bundes-Initiative „Deutschland – Land der Ideen” gekürt worden ist. Auch der Gewerbepark in Asterlagen, der „Businesspark Niederrhein” mit seinen Firmen und Unternehmen in modernen Glasbauten, ist typischer Ausdruck des Strukturwandels. 

Doch Rheinhausen ist nicht nur Logport und Businesspark. Rheinhausen ist gewachsen, von der Blütezeit der Krupp-Hütte zu einem Stadtteil, der heute mit den gleichen Problemen kämpft wie viele andere Stadtteile auch. Nur die Vorgeschichte ist eine andere, eine im Rückblick nahezu legendenhafte, die im Selbstbildnis wie in der Außendarstellung aber offenbar nach wie vor eine gewichtige Rolle spielt.

Wir möchten von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wissen: Wie sehen Sie Ihren Stadtteil? Was ist für Sie das moderne Rheinhausen und wo ist die Entwicklung auf der Strecke geblieben? Wo fühlen Sie sich wohl im Stadtteil und wo haben Sie nur ein Kopfschütteln für die aktuelle Situation übrig? Sagen Sie uns Ihre Meinung, in Wort und Bild: Senden Sie uns Fotos von den Orten, die für Sie Sinnbild der Moderne oder Ausdruck für Fehlentwicklung und Stillstand sind. Schreiben Sie uns, was gut und was schlecht ist in und an Rheinhausen, und welches Image für Sie mit dem Stadtteil verbunden ist. Senden Sie Ihre Fotos und Beiträge an die Redaktion (Hans-Böckler-Straße 14, 47226 Duisburg-Rheinhausen), Stichwort: „Image”, oder per E-Mail an: lok.rheinhausen@nrzwaz.de

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