Das aktuelle Wetter Duisburg 17°C
Datenschutz

Die Hafen AG schaut zu

14.12.2012 | 21:00 Uhr
Die Hafen AG schaut zu
Auf dem Parkplatz sind zwei insgesamt zwei Kameras an Laternen aufgehängt

Auf der Baustelle des Containerterminals sind Überwachungskameras installiert. Zudem fotografiert eine Security-Firma Autos auf dem Gelände. Geht das zu weit?

Duisburg-Hohenbudberg. Hans-Georg Even staunte nicht schlecht, als er jüngst mit seinem Wagen auf dem Parkplatz vor der ehemaligen Diskothek „Rheinwerk“ an der Hohenbudberger Dahlingstraße hielt. Nicht nur, dass an der dortigen Baustelle der Hafen AG – hier entsteht das Containerterminal Hohenbudberg – zwei Überwachungskameras hingen, auch sprang flugs ein schwarzgekleideter Security-Mann aus einem Container und fotografierte die Nummernschilder von Evens Wagen. „Das ist alles sehr merkwürdig, dürfen die das überhaupt?“

Bei der Antwort auf diese Frage wird’s kompliziert, es gibt Aussagen der Hafen AG, der Stadt und auch vom Landesbeauftragten für den Datenschutz. Zuerst Hafen AG-Sprecher Jan Heitmann: „Duisport hat in Absprache mit der Stadt zwei Kameras als Bestandteil des Sicherheitskonzeptes für die Baustelle anbringen lassen. Sie erfassen zulässigerweise privates Baugelände, es werden damit zum Beispiel unberechtigte Baustellenzutritte von Metalldieben dokumentiert. Auf die Kameras wird mit einem Schild hingewiesen. Die Aufzeichnungen werden regelmäßig gelöscht. Als Bauherr beachten wir dabei die Grundsätze des Datenschutzes.“ Auch zum Abfotografieren von Auto-Nummernschildern äußert sich Heitmann: „Ein Sicherheitsunternehmen bewacht die Baustelle sowie angrenzende Privatflächen und dokumentiert gegebenenfalls dort ein- und ausfahrende oder parkende Fahrzeuge. Auch hier wird der Datenschutz beachtet. Auf dem Parkplatz oder im öffentlichen Raum werden keine Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt.“ Zur Kamera selbst, das heißt, wie detailgetreu Menschen auf dem Bild zu erkennen sind, wollte sich Duisport, sprich die Hafen AG, nicht äußern.

Laut des Landesbeauftragten für den Datenschutz ist eine Kameraüberwachung, etwa bei privaten Baustellen, zulässig. „Es geht dabei um die Wahrung berechtigter Interessen“, sagt dessen Pressesprecherin Birgit Weck-Boeckh. Das heißt, es ist weitläufig bekannt, dass auf Baustellen häufig geklaut wird. Dieser Fakt reiche aus, um Kameras aufstellen zu dürfen. Auf die Überwachung müsse per Schild hingewiesen werden, zudem müssten die Aufnahmen schnellstmöglich gelöscht werden. „Am besten ist es, jeweils morgens zu löschen, wenn in der vorherigen Nacht nichts vorgefallen ist.“ In Sachen Fotografieren von Autos sagt Weck-Boeckh, ohne dabei einen Paragrafen zitieren zu müssen: „Das ist dann doch ein bisschen viel.“

Wer mit wem sprach, ist unklar

Der Datenschutzbeauftragte der Stadt Duisburg ist laut Aussage der Stadt nicht in den Fall involviert, „es wird ja kein städtisches Gebiet überwacht“, sagt Sprecher Peter Hilbrands. Bis gestern Nachmittag war allerdings weder von Seiten der Stadt noch von Seiten der Hafen AG herauszubekommen, wer mit wem über die Kameras in Hohenbudberg überhaupt gesprochen hat. Und ob das Aufstellen hätte von wem auch immer genehmigt werden müssen. Beide Seiten wollten aber weiter nachforschen, wer denn da nun mit wem gesprochen hat. Ein Anruf in der Sache ist gestern bis Redaktionsschluss aber ausgeblieben.

Was bleibt, ist ein bisschen vage. Laut unabhängiger Stelle darf Duisport die Baustelle offenbar filmen. Was genau die Kameras erfassen, ist jedoch nicht beantwortet worden, die Sache mit den Nummernschildern ist zumindest heikel. Ob Hans-Georg Even jemals erfährt, was mit den Fotos von seinem Nummernschild passierte oder noch passieren wird? Das Gelände wird er künftig meiden...

Von Daniel Cnotka


Kommentare
16.12.2012
19:29
Die Hafen AG schaut zu ...
von jojo2008 | #3

... und ich schau hin. -
Z.B. heute 16:00 Uhr: Keinen einen zu sehen. Liebe Diebe, Ihr müßt am Wochenende kommen!
Ach so: Die Überwachungskamera hängt mehr als 40,-m vom Bauzaun entfernt, auf dem das Videoüberwachungskamerahinweisschild zu lesen ist, deren es an der mehrere hundert Meter langen Bauzaunstrecke zwei gibt (i.Z.: 2) ...
... und ich hab es mir natürlich nich nehmen lassen, ein kleines Tänzchen vor dem Bauzaun aufzuführen. Die Viedeoüberwachungskameraangucker sollen ja auch was vom Angucken haben. -

Harald Jochums / nahe KV-Terminal

1 Antwort
Die Hafen AG schaut zu
von AxelKrause | #3-1

:-)

15.12.2012
20:08
Die Hafen AG schaut zu
von ulrics | #2

Ist doch nicht die einzige Stelle in Duisburg, wo mit Kameras überwacht wird. So wird sogar im öffentlichen zum Beispiel das Rotlichtviertel von mehreren Kameras überwacht, auch am Forum sind viele Kameras, welche den Außenbereich überwachen.

Hinweisschilder gibt es keine.

14.12.2012
22:12
Die Hafen AG schaut zu
von funkydellek | #1

Haben die da etwa illegal die Laterne angezapft?

Aus dem Ressort
Jetzt wird Cölve-Brücke am Moerser Stadtrand noch enger
Verkehr
Nach erneutem Unfall begrenzt die Stadt Moers ab 16. Juli das marode Bauwerk auf zwei Meter. Die bereits dort stehenden „Verkehrswächter“ werden entsprechend zusammen geschoben. Zu breite Jeeps und Vans können dann die Brücke nicht mehr passieren, zumindest nicht ohne Kratzer.
Schon wieder Unfälle an der Pelles-Kurve
Verkehr
Eine Frau leicht verletzt und jede Menge Sachschaden. Am Mittwoch hat es erneut zweimal in der Pelles-Kurve in Rheinhausen geknallt. Da der Regen an dieser Stelle womöglich nicht richtig abfließen konnte, soll die Stadt nun den Straßenbelag prüfen.
Umbau des Bahnhofs Rheinhausen schreitet voran
Bahn
Umbau der Bahnsteige am Bahnhof Rheinhausen sind laut Deutscher Bahn voll im Plan. Nicht jedoch der der Verkauf des seit rund zehn Jahren leerstehenden Gebäudes. Interessenten für den Bau aus der Kaiserzeit seien wieder abgesprungen.
Tempo 30 für die Rheinhauser Pelles-Kurve gefordert
Verkehr
Nach zwei schweren Unfällen binnen weniger Stunden denken Behörden wieder einmal über eine Entschärfung des Unfallschwerpunktes Pelles-Kurve in Rheinhausen nach. Ruf nach Tempo 30 wird lauter, ein Umbau der Steilkurve scheint nach wie vor unrealistisch.
"defiMED" verteidigt Kosten für Defibrillator an Schule
Sponsoring
Mehr als 18.000 Euro kassierte "defiMED" bei 18 Firmen aus Duisburg für die Installation eines neuen Defibrillators am Albert-Einstein-Gymnasium. „defiMED“ rechtfertigt die hohen Sponsorengelder mit Schulung und Wartung. Zentrale Fragen zu den Geschäftspraktiken des Unternehmens bleiben aber offen.
Fotos und Videos
Die besten Orte am Niederrhein
Bildgalerie
Ferien
Heavy Metal an der Mühle
Bildgalerie
Rage against racism
1live-Party in Duisburger Villensiedlung
Bildgalerie
1live Charts-Party
Musik auf zwei Bühnen
Bildgalerie
Folkfestival