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Bunker des Westens

Die Erinnerung ist zurück

13.10.2011 | 21:45 Uhr
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Duisburg. Viele – leider eher negative – Erinnerungen hat der Bericht „Ein Bunkertag“ bei unseren Lesern hervorgerufen.

Tausende nicht nur Rheinhauser haben ungezählte Nächte in Erdbunkern verbringen müssen, das Erlebte muss sehr tief im Bewusstsein der Menschen verankert sein. Beim Stichwort Bunker werden für viele Senioren die oft traumatischem Erlebnisse wieder präsent. So auch bei Helmut Feldmann, 75.

Feldmann hat einen Teil seiner Kindheit im Erdbunker Heidacker verbringen müssen. Dieser Luftschutz-Deckungsgraben bot 200 Menschen Platz (156 Sitz- und 44 Stehplätze). „Der Bunker bestand aus drei Röhren, die Frauen hielten sich weiter hinten auf, die Männer standen in den Vorräumen. Luft wurde per Kurbel ins Innere befördert“, berichtet Feldmann.

Evakuierung nach Magdeburg

An welchem Tag genau dann eine Fliegerbombe am Heidacker explodierte, weiß Helmut Feldmann nicht mehr: „Irgendwann Ende 1944.“ Der damals Achtjährige hatte die Geschichte von einem Nachbarn erzählt bekommen, Feldmann selbst hatte die letzten Kriegsmonate in Magdeburg erlebt, „wir waren evakuiert worden.“

Bei dem Volltreffer war eine Familie ums Leben gekommen, erzählt Feldmann. Die sei immer erst bei Vollalarm in Richtung Bunker gestartet. Die Schleuse sei noch einmal kurz für die Nachzügler geöffnet worden, als die Bombe einschlug...

 Die Erinnerungen an die Zeit vor 67 Jahren lassen auch Gerd Engeln nicht los. Er hockte, offenbar gemeinsam mit Uwe Victor im Bunker an der Rheingoldstraße. Hier seine Geschichte:

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„Dieser Bericht hat mich um 67 Jahre zurückversetzt. Genau in diesem Erdbunker war ich als knapp Sechsjähriger mit meiner im vierten Monat schwangeren Mutter ebenfalls verschüttet. Mein Vater befand sich in der Eingangsschleuse und war einer der wohl wenigen Überlebenden. Er holte aus der naheliegenden Schule am Borgschenhof Hilfe bei Soldaten. Ich erinnere mich gut, was in dem Stollen nach dem Einschlag passierte. Ich kann exakt das wiedergeben, was Uwe Victor beschrieben hat. Auch für mich war es nach dem Durchstieg durch die von den Soldaten geschaffene Öffnung die erste Tote, die ich dort liegen sah.“

Bunker an Rhein und Ruhr

Engeln schreibt weiter: „Uns hatte es besonders schicksalhaft getroffen, denn im selben Jahr an Muttertag wurde unser Haus an der Friedrich-Alfred-Straße von Brandbomben getroffen und wir mussten mehrere Stunden im Keller verbringen. Monate später traf es uns dann in dem Erdbunker.“

Der Film lief noch einmal ab

„Dieser Bericht ließ bei mir noch mal einen Film ablaufen, der all das bestätigt, was bei mir in Erinnerung war und ich manchmal selbst zweifelte, ob ich alles so erlebt hatte. Meine Mutter und ich wurden danach in der Nähe von Magdeburg evakuiert, wo dann im April 1945 meine Schwester geboren wurde.“

 

Daniel Cnotka

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