Deutscher Mühlentag in der Baerler Lohmühle

Das Kammrad mit Flügelwelle, an der die Flügel befestigt werden.
Das Kammrad mit Flügelwelle, an der die Flügel befestigt werden.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
An Lohmühle fehlen lediglich noch die Flügelräder. Dann sieht das Baerler Bauwerk wieder aus wie vor 55 Jahren, als der kommerzielle Betrieb eingestellt worden war

Duisburg-Baerl..  Nur die Flügelräder fehlen noch, dann sieht die Baerler Lohmühle wieder so aus wie vor 55 Jahren, als der kommerzielle Mühlenbetrieb eingestellt wurde. Aber auch jetzt schon gibt es in dem historischen Gebäude von 1834 viel zu entdecken. Davon konnten sich die Besucher am Pfingstmontag zum Deutschen Mühlentag selbst überzeugen. Denn die Innenausstattung ist schon weitgehend komplett. Mahlwerk, Mehltrichter oder das Kammrad in der 20 Tonnen schwere Kappe – alles ist schon da und in einem gepflegten Zustand.

„Ich denke, dass noch in diesem Jahr das neue Flügelkreuz angebracht werden kann“, sagt Norbert Nienhaus, Vorsitzender des Mühlenvereins Lohmühle, der das Bauwerk pflegt. Im nächsten Jahr soll dann die Mühle wieder komplett einsatzbereit sein und wieder laufen. Sie werde aber nur zu Schauzwecken mahlen und nicht kommerziell, versichert Nienhaus. Denn es seien schon besorgte Anfragen aus der Nachbarschaft über mögliche Lärmbelästigungen durch den neuerlichen Betrieb gekommen.

Wer die Mühle besichtigen wollte, musste vor allem umso gelenkiger werden, umso höher es ging. Am Anfang kann man die Treppenstufen noch recht bequem im Stehen hinauf gehen. Weiter oben müssen auch kleine Menschen ziemlich auf ihren Kopf aufpassen, denn sonst holt man sich ruck-zuck eine Beule. Dafür gibt es einen einzigartigen Einblick in technische Geräte, die größtenteils aus Holz gefertigt sind und in der heutigen Industrie so gut wie nicht mehr zum Einsatz kommen.

Ausbildung zum Müller

Das ist für den Mühlenverein im Hinblick auf die geplante Inbetriebnahme eine Herausforderung. „Auch wir werden erst lernen müssen, damit umzugehen“, sagt Nienhaus. Dafür gebe es aber schon Kontakt in die Niederlande, als sehr flaches Land geradezu prädestiniert als Windmühlenheimat. Dort könne man sich zum Müller ausbilden lassen. Dafür sucht der Verein auch noch Freiwillige. Wer Lust dazu hat, kann sich bei Norbert Nienhaus melden ( 02844/99039). Daneben ist der Verein auch auf der Suche nach neuen Mitglieder. Denn die 90 Mitglieder haben einen Altersdurchschnitt von über 60 Jahren. „Auf den Jahresbeitrag von 18 Euro kommt es uns dabei gar nicht so sehr an. Viel wichtiger ist uns, dass die Bevölkerung damit zeigt, dass ihr etwas an der Mühle liegt“, so Nienhaus. Das sei auch wichtig im Hinblick auf staatliche Fördermittel. Über Interesse am Mühlentag konnte sich der Verein jedenfalls nicht beklagen.