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Jahresrückblick

Das war’s in den vergangenen zwölf Monaten

30.12.2012 | 15:55 Uhr
Das war’s in den vergangenen zwölf Monaten
Das ehemalige China-Restaurant an der Asterlager Straße wurde zu einem Erotik-Lokal umgebaut.Foto: Denis de Haas

Das Jahr im Rückblick im vielen schönen Momenten, aber auch ärgerlichen Geschehnissen

Duisburg-Rheinhausen. Was für ein Jahr. Schnell ist die Zeit von Neujahr bis jetzt vorbeigegangen, 366 Tage voller Dramen und Rührstücke, voller Frust und Freude liegen hinter uns. War es ein gutes Jahr? Das mag jeder für sich selbst beurteilen. Wir liefern das Jahr im Schnelldurchlauf, mit schönen Momenten wie den planschenden Kindern im Kruppsee-Freibad, das auch kommendes Jahr wieder seine Pforten öffnet. Den Kontrast bietet das Homberger Kombibad, dessen Schließung offenbar bevorsteht (siehe nächste Seite). Hier sind die Themen und Menschen, die wir für wichtig oder für die Bezirke Homberg und Rheinhausen für prägend gehalten haben. Vermeintlich Negatives zuerst:

 Das ganze Jahr beschäftigte nicht nur die Menschen in Bergheim das sogenannte „Problemhaus“. Es gab Razzien, Beschwerdebriefe, einen runden Tisch, die Ankündigung des Rauswurfs durch den Vermieter, die Präsenz rechter Parteien vor Ort und, und, und. Was es nicht gab, ist eine Lösung. Es gibt politische Gegnerschelte, mehr nicht. Das hilft niemandem, eine Lösung des Problems muss her, politisch über Beschlüsse in Bund oder EU oder ganz praktisch, in dem das Haus etwa mit Hilfe der Bewohner aufgemöbelt wird.

 Weniger Kilometer weiter, an der Friedrich-Ebert-Straße, ängstigen sich die Nachbarn nicht vor Flüchtlingen aus Rumänien und Bulgarien, sondern vor Rockern. Am 2. Juni hatte die in den Niederlanden berüchtigte Rockergruppe „Satudarah“ eine hiesige kleine Vereinigung übernommen. Satudarah – die Polizei spricht von organisiertem Verbrechen – breitet sich seither weiter in der Stadt aus, die ein oder andere Überprüfung der Motorradfahrer hat es bereits gegeben.

 Das Pförtnerhäuschen des legendären „Tor 1“ der ehemaligen Hüttenwerke wird dem Erdboden gleich gemacht. Und das kurz vor der 25. Wiederkehr des Arbeitskampfes um das Krupp-Werk Rheinhausen am 27. November.

 Die Kanalbaustelle an der Kreuzung Moerser Straße besteht gefühlt das ganze Jahr, erst im Dezember gibt es wieder freie Fahrt in Richtung Moers.

 Am 25. September zieht die durch einen Brand in einem Krefelder Düngemittelwerk entstandene Giftwolke auch über den Duisburger Westen.

Uwe Seyler wird in Rumeln an der Düsseldorfer Straße geblitzt. Zu Unrecht, wie inzwischen erwiesen ist. Die Stadt machte nichts, im Gegenteil, die Redaktion wie Herr Seyler werden im September barsch abgewiesen.

 Zum Ärger einiger Anwohner, die dort Prostitution befürchteten, eröffnet am 6. Dezember das Erotik-Lokal „Temptings“ an der Asterlager Straße. Die Befürchtungen haben sich laut Polizei bisher nicht bestätigt.

 Trauer um zwei Homberger Heimatforscher. Gerd Gehnen starb im Juli, Viktor Waamelink im Oktober. Wir werden sie sehr vermissen.

 Der Verkauf der Bliersheimer Villen stockt nach wie vor. Diesmal halten angeblich veränderte Lärmschutzbedingungen das Land davon ab, die Gebäude und Flächen auszuschreiben.

So, das reicht an negativem und traurigem aus dem Westen, der Bogen zu positiven Ereignissen in den Bezirken ist schnell gespannt. Der Unternehmer Marc Förste hat in der Bliersheimer Villenkolonie die Direktorenvilla samt Kutscherhaus zu einem fast schon pompösen Veranstaltungssaal umgebaut. Im Februar will er eröffnen.

 Röttger Hendrik Weyand hat im Mai bei Zumba-Kursen im Steinschenhof in Baerl Typisierungen für den leukämiekranken Max (13) durchführen lassen. Am Ende wurde ein passender Rückenmarkspender (zwar nicht in Baerl, jedoch über die gesamte Aktion) gefunden.

 Schönes in Stichworten: Markthändler Rudi Lisken freut sich über den Friemersheimer Hahn, Hermann Steinschen ist Schützenkaiser in Binsheim, Frank Bresnik neuer Bezirksbeamter der Polizei für Friemersheim, die Rheinhausen-Halle ist dem Sparzwang der Stadt nicht zum Opfer gefallen, das Krupp-Gymnasium feiert 100-Jähriges, die Kaldenhauser St. Klara Gemeinde auch, der Knappenchor Homberg ist bereits stolze 130 Jahre alt.

Puh, in den 366 Tagen ist wirklich jede Menge passiert, wir erheben mit dieser Auswahl keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Um es, etwas abgewandelt, mit den „Toten Hosen“ zu sagen: Das beste liegt noch vor uns“. Auf ein Neues, kommen Sie gut rüber, Ihre NRZ/WAZ Lokalredaktion Duisburg-West.

Von Daniel Cnotka



Kommentare
31.12.2012
23:53
Das war’s in den vergangenen zwölf Monaten
von jaimz77 | #4

Weil massenhaft Geld in Prestigeprojekte verpulvert wurde, muss mal wieder Bürger und sein Kulturangebot (was davon noch übrig ist) dran Glauben. Beim Kombibad hat die Kommunalpolitik auf ganzer Linie versagt. Nie kam ansatzweise beim Bürger der Anschein herüber, das unsere Ortspolitiker sich ernsthaft mit dem Erhalt des Kombibades auseinandersetzen wollen. Hoffen wir, das sich die Homberger bei der nächsten Kommunalwahl noch sehr daran erinnern werden, wer ihnen die vorletzte Möglichkeit im Duisburger Westen ins Hallenbecken zu steigen genommen hat. Weiter bleibt die Frage offen, durch wen und vor allem - wo - unsere Kinder in Zukunft das Schwimmen erlernen sollen. Aber das ist zweitrangig, erst muss die Stadt sparen wo es am unsinnigsten ist.

31.12.2012
18:32
Das war’s in den vergangenen zwölf Monaten
von altwissen | #3

Korrektur, es muss natürlich heißen:
Kaum war der Abriss des Bezirksrathauses Homberg vom Tisch, weil sich der Investor nicht genug an Profit versprach, stand auch schon das Kombibad auf der Kürzungsliste...

31.12.2012
18:26
Das war’s in den vergangenen zwölf Monaten
von altwissen | #2

"War es ein gutes Jahr? Das mag jeder für sich selbst beurteilen." so der Autor des Jahresrückblicks. Und sicher machen sich die Bürger im Bezirk ihre Gedanken darüber, dass die Vertreter der von ihnen gewählten Parteien einfach so zur Tagesordnung übergehen. Kaum war der Abriss des Bezirksrathauses Homberg vom Tisch, weil sich der Intestor nicht genug an Profit versprach, stand auch schon das Kombibad auf der Kürzungsliste und wurde von diesen Stadtverordneten durch durch die Instanz geschoben. Angesichts der massiven Defizite der Jugendbetreuung im Stadtgebiet von Homberg und hoher Jugendarbeitslosigkeit und zudem Ausschreitungen am vorhergegangenen Jahreswechsels wurde die Forderung nach Streetworkern erhoben, um die Jugendbeteuuung zu intensivieren. Wo sind diese? Fehlanzeige! Für die Jugend gibts kein Geld! Erneuter Schlag gegen die Bürgerschaft im Stadtgebiet: die beabsichtigte Schließung des Essenberger Friedhofs. Von den Bezirksvertretern durchgewunken! Was ist das für ein P.!

31.12.2012
11:26
Das war’s in den vergangenen zwölf Monaten
von ulrics | #1

Es fehlt noch die versuchte Schließung des Stadtteilbüros Homberg-Hochheide, welches durch die Piratenpartei Duisburg vorerst abgewandt wurde.

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