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Das Rätsel der silbernen Taschenuhr

12.02.2014 | 23:00 Uhr
Das Rätsel der silbernen Taschenuhr
Karl Heinz Jordaan mit der silbernen Taschenuhr.Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Wie ein schmuckes Räderwerk aus 800er-Silber seinen Weg von Friemersheim nach Stralsund und zurück fand. „Schätzchen“ bald im Lehrerhaus zu besichtigen

Alte Münzen, Marken, Postkarten, Schmuckstücke Antiquitäten haben meist einen langen Weg hinter sich, gingen von Hand zu Hand, wurden weitergereicht, ver- und gekauft, ver- und ersteigert, geschenkt und auch schon mal geraubt oder gestohlen. Nicht immer kann man diese wechselvolle Geschichte bis ins letzte Detail zurückverfolgen. Noch seltener ist es, das so ein „altes Schätzchen“ seinen Weg wieder an seinen Ursprungsort zurückfindet. So einen Fall gibt es jetzt in Rheinhausen: Eine alte, silberne Taschenuhr, die aus Friemersheim stammt, es dann aber nach Stralsund verschlug, hat jetzt wieder ihren Weg zurückgefunden - nach mehr als 100 Jahren.

Für 9,50 Euro bei E-Bay ersteigert

Karlheinz Jordaan, Vorstandsmitglied des Vereins Freundeskreis Lebendige Grafschaft, hat ein schönes Hobby: Seit etwa 20 Jahren sammelt der ehemalige Postbeamte historische Postkarten. Dafür bietet er auch schon mal gerne bei E-Bay-Auktionen mit. Da er bei der Suche im elektronischen Auktionshaus auch den Suchbegriff „Friemersheim“ routinemäßig eingibt, stieß Jordaan mehr oder weniger zufällig- auf die silberne Taschenuhr.

Jordaan fiel auf, das der Anbieter, ein An- und Verkaufsgeschäft aus Stralsund, im Verkaufstext zur Uhr fälschlich „Peter Vleischschläger“ geschrieben hatte. Den richtigen Text auf dem Ziffernblatt konnte Jordaan dann aber beim näheren Hinsehen dechiffrieren. In Wirklichkeit stand dort „Peter Olischläger Friemersheim“.

Der Verkäufer beschrieb die Uhr aus 800er Silber als „defekt“ und „Ersatzteil“ - sie hatte keine Zeiger, der Plexiglas-Deckel war kaputt. Das störte Jordaan aber wenig - er ersteigerte das gute Stück für günstige 9,50 Euro.

Doch wer war Peter Olischläger aus Friemersheim? Karlheinz Jordaan rief den Verkäufer hoch oben in Mecklenburg an: „Er konnte durch Unterlagen nachweisen, dass er die Uhr von jemand aus der Olischläger-Sippe gekauft hatte, der in Norddeutschland wohnt.“ Dann recherchierte der Käufer im Ortsteil: „Dort ist Olischläger ein bekannter Name, aber in der Familie kannte man keinen Peter.“ Doch eine ältere Bürgerin gab einen wichtigen Hinweis zu Peter Olischläger: „Was, den kennen Sie nicht?“ Sie erzählte Jordaan, dass Peter Olischläger bis in die 1940er Jahre ein Juwelier- und Uhrengeschäft auf der Kaiserstraße besaß. Jordaan: „Nach dem Krieg übernahm dieses Geschäft der Juwelier Harry Eulenberger.“

Wer war Peter Olischläger?

Erwerber Jordaan brachte die silberne Uhr zu Juwelier und Uhrmachermeister Heiner Stevens nach Willich-Anrath, der schon alle Standuhren im Lehrerhaus restauriert und repariert hatte: „Innerhalb eines Arbeitstages hat er das Uhrwerk überprüft, ,das Gehäuse gereinigt und poliert, einen neuen Deckel aus Kristallglas und zwei gut passenden Zeigern angebracht.“

Karlheinz Jordaan, seit Jahrzehnten einer der Aktivsten im Freundeskreis Lebendige Grafschaft, hat die Silberuhr jetzt seinem Verein gespendet: „Die Uhr ist jetzt in den Besitz des Lehrerhauses übergegangen. Sie wird in Kürze hier bei uns in einer besonderen Vitrine auftauchen. Dann können sie unsere Besucher hier besichtigen. Die Uhr ist voll funktionsfähig und in einem Top-Zustand.“ Vielleicht lässt sich ja bald auch das Geheimnis um ihren Erbauer lüften...

Martin Krampitz

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2014-02-12 23:00
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