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Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”

25.08.2009 | 18:34 Uhr
Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”

Wenn das Konzept des kernsanierten „Roten Riesen” im Hochheider Hochhaus-Wohnpark aufgeht, soll es Modell für die leerstehende Nachbar-Ruine werden.

Eines der lange leerstehenden Hochhäuser in Hochheide ist saniert, aus einem „Weißen Riesen” ist ein „Roter Riese” geworden. Rund zwölf statt der ursprünglich geplanten zehn Millionen Euro hat der Investor in die Kernsanierung gesteckt. Am 1. September sollen die ersten Mieter mit ihren Kartons auf der Matte stehen. Bislang sind rund 40 Prozent der insgesamt 144 Wohnungen auf den 20 Etagen vermietet. Das Konzept greift die Idee eines Mehrgenerationenhauses auf. Am Eingang sitzt rund um die Uhr ein Pförtner, die Lobby dient als Gemeinschaftsraum, ältere Bewohner finden auf Wunsch Hilfe direkt im Haus: Die Caritas wird im Erdgeschoss eine Sozialstation mit ihrer kompletten Angebotspalette einrichten.

Wenige Tage vor dem Einzug der Mieter steht allerdings nicht die Fertigstellung des „Roten Riesen” im Fokus, sondern vielmehr der Blick in die Zukunft und auf das Nachbargebäude. Denn auch die zweite, seit Jahren leerstehende und doppelt so große Ruine an der Ottostraße wollen die Investoren sanieren. Seit gestern kursiert bereit ein Arbeitstitel: So soll dem „Roten” jetzt der „Blaue Riese” folgen.

Hoffnung auf den Wendepunkt

Aus weiß wird rot: Der sanierte Riese an der Hanielstraße.

Till Mundorf, Geschäftsführer der Ding-Gruppe aus Bonn, die das Hochhaus an der Hanielstraße ersteigert hat und als Projektentwickler auftritt, bekräftigte gestern erneut den Willen, das Konzept auch an der Ottostraße umzusetzen. „Wir stehen bereit”. Auch wenn die Kernsanierung der zweiten Ruine wohl mehr als doppelt so teuer werde. Denn die Bausubstanz sei in einem schlechteren Zustand, vor allem durch den Frost und den Kot der Tauben, die sich in der Ruine munter vermehren, seit die Stadt die Fenster aus Sicherheitsgründen herausgenommen hat. Dennoch sei ein Blauer Riese wie der Rote „durchaus wirtschaftlich zu betreiben”, betonte Mundorf.

Er geht davon aus, dass es im Wohnpark mit seinen sechs Weißen Riesen den Wendepunkt gibt, wenn entschieden sei, was mit dem letzten unbewohnten Klotz passiert. „Der Leerstand hat enorme Auswirkungen auf die Vermögungssituation der Eigentümer. Wenn der Wert der Immobilien wieder steigt, sind auch wieder Finanzierungen für Sanierung möglich”, sagte Mundorf.

Der zwangsgeräumte Klotz sollte bereits seit geraumer Zeit versteigert werden. Doch die Stadt hat das Verfahren nicht weiter vorangetrieben. Die Sanierung aller Hochhäuser ist umstritten, vor allem in der Politik, die sich deutlich für den Abriss ausgesprochen hat. Der allein kostet laut Gutachten allerdings mehr als vier Millionen Euro und ist daher für die Stadt unbezahlbar und für Investoren unwirtschaftlich. Wie gestern beim Besuch der Stadtspitze im Roten Riesen deutlich wurde, spricht einiges dafür, dass es tatsächlich auch einen Blauen Riesen geben könnte – alleine weil die Alternative fehlt.

Schauten sich die Sanierungsarbeiten auf der Hanielstraße an (v.l.): Hans-Jürgen Kocar (Caritas-Direktor), Bezirksbürgermeisterin Hildegard Fischer, OB Adolf Sauerland

„Die Sanierung hier ist ein Beispiel, wie man die Bausünden aus den Sechziger Jahren mit richtig viel Geld sinnvoll umwandeln kann”, sagte Oberbürgermeister Adolf Sauerland. „Wenn sich das Konzept als marktgerecht erweist, ist das ein wichtiges Modellprojekt, dass sich auch auf andere Häuser übertragen lässt. Nicht nur in Hochheide.” Festlegen wollte sich der OB aber nicht. „Hochheide soll nicht so bleiben wie es ist. Man muss nicht alle Hochhäuser erhalten, aber auch nicht alle abreißen.” Aber ein weiterer Block mit mehr als 300 Wohnungen? In einem Stadtteil, der in den kommenden Jahren ein Viertel seiner Einwohner verlieren wird? „Das eine bedingt das andere. Manche ziehen weg, weil sie solche Wohnungen hier nicht finden”, sagte Sauerland.

Caritasdirektor Hans-Jürgen Kocar sprach im Zusammenhang mit altengerechten Wohnungen gestern vom „Sozialmanagement”, das immer mehr an Bedeutung gewinne. Vermieten alleine reiche heute nicht mehr, Angebote wie Pflege und Beratung müssten direkt mit eingeplant werden, um „Menschen bis zum Schluss im Haus halten zu können”. Die ambulante Pflege ersetze immer mehr die stationäre, weil Letztere in der Masse nicht zu bezahlen sei.

Ingo Blazejewski (Text), Udo Milbret (Fotos)

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Kommentare
29.08.2009
18:25
Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”
von schwarzer Peter | #8

oweh der ob auf der falschen rheinseite
zum blödsinn labern
schickt Sauerland ab in die Karpaten

27.08.2009
11:32
Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”
von RG | #7

Es ist Wahlkampfzeit, und da werden gerne Märchen erzählt!

Solange das Wohnumfeld nicht besser wird werden auch nicht mehr Menschen nach Hochheide ziehen wollen! Da spielt es keine Rolle ob ein Hochhaus blau, weiß oder rot angestrichen wird!

26.08.2009
13:53
Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”
von K.K. | #6

man sollte Emotionen und Vorurteile zur Seite packen und die Angelegenheit objektiv angehen. In diesem Wohngebiet kann ein Mehrangebot an Mietwohnungen, ob roter, blauer oder meinetwegen grüner Riese nur zur einer verschlechterung des Wohnunmfeldes führen. Die Herren um Mundorf arbeiten nicht mit Ihrem eigenen Geld und sind nur deshalb gewillt solch risikoreiche Planungen anzugehen. Auch bei einer 70% Vermietung des roten Riesen (welche meiner Meinung nach nicht erreicht werden kann) ist Kostendeckung und Rendite unmöglich. Es müssen andere Konzepte herangezogen werden. Und da wiederspreche ich der Aussage des OB Sauerland, es lägen keine Alternativen vor, wie in dem Artikel geschrieben. Seit Monaten liegen der Stadtspitze alternative Vorschläge vor. Allein der politische Wille fehlt. Mann könnte auch sagen das die Politik nicht in der Lage ist Verantwortung zu übernehmen. Also Herr Sauerland, lassen sie sich zum Bürgermeister wählen. Sie werden schon in ihrer nächsten Amtszeit erleben wie die neu sanierten Hochhäuser des Herrn Mundorf wieder zu Ruinen verfallen werden. Es sei denn sie zeigen Rückrad und hören einmal auf den Wunsch der Bevölkerung von Hochheide. Ich wette das 90% der Hochheider wünschen, dass der leere 4er Block nicht mehr zur Vermietung saniert wird.
Übrigens ich wohne nicht in Hochheide, sondern arbeite nur hier. Und solange keine einschneidende Veränderung des Wohnumfeldes, und dazu gehört der Abriss von mindestens zwei 4er Blöcken ansteht , werde ich auch nicht für 3,50 EUR pro m² Miete nach Hochheide ziehen, egal wie gut die Wohnung saniert ist.
Eigentlich schade.

26.08.2009
13:10
Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”
von Friedrich G. | #5

Hallo Hochheider, vielen Dank für die Übersetzung :-)

26.08.2009
11:21
Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”
von Der Hochheider | #4

Ziehen Sie doch da ein, Herr G-Punkt.
Nicht vergessen, Augen auf, sonst fallen Sie wohlmöglich am Horizont von der Scheibe.

Unnötiger zusatz den sich Herr G hätte sparen können.

Habe das unverständliche von RRoter riese mal ins verständliche übersetzt.

26.08.2009
11:18
Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”
von RRoter Riese Weißer Zwerg | #3

zu du doch da ein fritz,
und nicht mit zuen augen grade aus laufen,
sonst fällst du runter.....

26.08.2009
08:47
Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”
von Friedrich G. | #2

Der vorherige Kommentar von RRoter Riese ... sollte meiner Ansicht nach ignoriert werden; mit solch einer Einstellung würde die Menschheit die Erde heute noch für eine Scheibe halten.
Ich finde es gut, dass hier etwas passiert. Ein solches Projekt kann die Situation nur verbessern, nicht verschlechtern. Und die restlichen sechzig Prozent an Vermietung folgen, sobald die ersten einziehen.

26.08.2009
08:03
Das nächste Ziel: der „Blaue Riese”
von RRoter Riese Weißer Zwerg | #1

was werde ich mich freuen wenn dieses projekt mit pauken und trompeten untergehen wird.
ein frisch angestrichenes hochhaus ändert doch nichts an dem umfeld wo es steht.
die einzige alternative, siehe kamp-lintfort, abreißen.
40 % vermietet, na dann fehlen ja nur noch 60 %.
dieses projekt war von vornerein zum scheitern verurteilt, vielleicht nicht heute oder morgern.

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