Das Ende vom Schattenmacher

So schnell kann es gehen. Nicht einmal zwei Stunden haben die Experten gebraucht, um den großen Baum vor dem Redaktionsfenster zu Kleinholz zu verarbeiten. Mehrere gezielte Angriffe mit der Motorsäge auf die wichtigsten Äste, weg war der für unendlich viel Schatten sorgende Baum. Es ist auch schon heller geworden im Büro, allerdings noch nicht so hell, wie es womöglich morgen sein könnte. Dann haben die Arbeiter hoffentlich auch die sich auf eine Höhe von 1,5 Meter stapelnden Baumreste abtransportiert. Die Sache mit dem Licht ist das eine. Erschreckend ist aber ein anderer Umstand: Zwei Stunden, und das Baumleben war ausgehaucht. Bis er die Größe von geschätzten zehn Meter erreicht hatte, waren aber sicher viele Jahre vergangen, was einen schon ein kleines Tränchen verdrücken lässt. Der Trost: Dort, wo bisher der Riese alles verschattete, sprießt bald neues Leben. Der Nachbar, da bin ich sicher, pflanzt etwas Nettes an. Der Rest seines Gartens hatte er bereits vorher in Schuss gebracht...