Bummeln und genießen

Mal gemütlich über die sonst stark befahrende Krefelder Straße bummeln. Das 20. Rheinhauser Stadfest machte es möglich.
Mal gemütlich über die sonst stark befahrende Krefelder Straße bummeln. Das 20. Rheinhauser Stadfest machte es möglich.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
20. Rheinhauser Stadtfest bot jede Menge Aktionen für große und kleine Besucher. Türkische Kulturvereine versüßten den Aufenthalt mit Backwaren oder orientalischen Spezialitäten

Duisburg-Rheinhausen..  Sommeranfang: Das bedeutet den Start der Grillsaison, gemütliches Beisammensein bei einem gekühlten Bier vom Fass und einem Bummel durch die Stadt. Beim 20. Stadtfest Rheinhausen war am letzten Wochenende alles zusammen möglich. Zwischen Hochemmericher Markt, Krefelder Straße und Friedrich-Alfred-Straße gab es vielerlei zu entdecken. Keine Bratwurst, sondern orientalische Spezialitäten gibt es am Stand des Vereins Türk Kültür Ocagi Rheinhausen, deren Mitglieder sich nicht so ganz einig sind, ob sie ein Deutsch-Türkischer oder ein Türkisch-Deutscher Kulturverein sind. „Jedenfalls engagieren wir uns ehrenamtlich für die kulturelle Vielfalt hier in Rheinhausen“, sagt der 1.Vorsitzende, Hakan Bircan.

„Wir wollen zeigen, dass orientalische Speisen mehr sind als Döner.“ Deshalb gebe es heute auch Gerichte wie Köfte, Hirsesalat und Gözleme. „Soziale Aspekte wie das Miteinander zwischen Muslimen und Christen sind sehr wichtig für eine funktionierende Gesellschaft, wir wollen einen Dialog führen“, sagt Bircan. Und schmecken tut das Gözleme auch. Es ist nicht nur der Verein Türk Kültür Rheinhausen, der an diesem Wochenende seine Zelte aufgeschlagen hat, viele Kulturvereine verkaufen süße Teigwaren oder Herzhaftes vom Grill.

Dazwischen wechseln sich Stände verschiedener Anbieter ab, an denen die Besucher die Möglichkeit auf ein Schnäppchen haben. Die älteren bleiben am häufigsten bei einem der zahlreichen Schankwagen stehen, die jüngeren werden dagegen von den beiden Rüstwagen der Freiwilligen Feuerwehr Rheinhausen oder den Kinderbelustigen wie Karussell angelockt.

Auf der Hauptbühne inmitten der Festmeile stehen die zwei lustigen Drei von den Treuen Bergvagabunden und spielen ihre mit Gitarre und Schlagzeug aufgepeppten Volkslieder wie „Blau blüht der Enzian.“ Sänger Carsten Dehnert, in Rheinhausen geboren und aufgewachsen, ist guter Dinge: „Die Leute sind zwar noch etwas zurückhaltend, weil sich hier alles verläuft, aber das wird mit der Zeit“, meint er. Um ausreichend Durstlöscher müssen sich die Musiker nicht sorgen. Sie kamen gar nicht dazu, ihre mitgebrachten Getränke zu trinken. Dehnert: „Das Publikum gibt uns ständig einen aus.“

Musicalkids

In Hörweite der Treuen Bergvagabunden haben zeitgleich die Musicalkids Rheinhausen ihr Konzert begonnen. Patricia Sensis-Rettig ist schwer begeistert: „Meine Tochter singt gleich ein Solo. Aber nicht nur deswegen finde ich den Auftritt super, die Musicalkids sind eine tolle Sache für Rheinhausen“, sagt sie. „Der Chor ist eine Anlaufstelle für alle Kinder, die gerne singen, egal welcher Konfession sie angehören“, ergänzt ihre Begleiterin Sabine Miguel Monterde. „Aber auch die ganzen türkischen Stände mit dem herzhaften Essen sind wirklich klasse, das ist so mit das Beste am Stadtfest – außer dem Chor“, schiebt Sensis-Rettig hinterher und spendet lautstark Applaus, als die Musicalkids ihr Stück beendet haben.

Am gestrigen Sonntag gab es noch einmal jede Menge Attraktionen. Zusätzlich hatten etliche Einzelhändler ihre Geschäfte geöffnet.