Bürger können mit Typisierung gegen Leukämie helfen

PK zum Aktionstag "Hoffnugn auf Leben" in der Aula der Lise-Meitner-Gesamtschule in Duisburg am Mittwoch den 22.04.2015. Organisatorin und Lehrerin Anne Wittken bastelt mit den Schülern rote Blumen aus Papier. Die Blumen sind das "Symbol" des Aktionstages. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Service
PK zum Aktionstag "Hoffnugn auf Leben" in der Aula der Lise-Meitner-Gesamtschule in Duisburg am Mittwoch den 22.04.2015. Organisatorin und Lehrerin Anne Wittken bastelt mit den Schülern rote Blumen aus Papier. Die Blumen sind das "Symbol" des Aktionstages. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Service
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Kampf gegen den Blutkrebs Am 13. Mai sind Bürger eingeladen, sich bei einem Aktionstag in der Lise-Meitner-Gesamtschule in Rheinhausen typisieren zu lassen. Danach folgt in Aula Benefizabend für den guten Zweck

Duisburg-Rheinhausen.. Wer an Krebs erkrankt ist, braucht neben einer maßgeschneiderten medizinischen Therapie auch sehr viel nachhaltige psychologische Unterstützung, Menschen, die dem Erkrankten mit Rat und Tat Hoffnung, Zuversicht machen. Das gilt natürlich auch für die rund 11.000 Menschen bundesweit, die hierzulande Jahr für Jahr neu an Leukämie erkranken. Alle 45 Minuten wird diese Diagnose bundesweit neu gestellt. „Hoffnung auf Leben“ heißt folgerichtig ein Aktionstag am Mittwoch, 13. Mai an der Lise-Meitner-Gesamtschule in Rheinhausen. Um Erkrankten zu helfen, engagieren sich an diesem Tag Schüler und Lehrer der Schule gemeinsam mit der Westdeutschen Spenderzentrale aus Ratingen für den guten Zweck.

Alle Bürger aus Rheinhausen, Duisburg und Umgebung sind dazu eingeladen, ganz konkret zu helfen. Zunächst gibt es in der Aula der Schule von 13 bis 17.30 Uhr eine Typisierungsaktion für Knochenmark- und Stammzell-Spender. Mit Knochenmark- und Stammzellspenden kann nicht nur der Leukämie, dem Blutkrebs also, sondern auch Lymphomen oder Erkrankungen des blutbildenden Systems wirksam begegnet werden. Dazu müssen bestimmte hochspezifische genetische Merkmale, so genannte Humane Leukozythenantigene (HLA), möglichst 100-prozentig übereinstimmen. Etwa 80 Prozent der Betroffenen können heute mit Hilfe internationaler Spenderregister ihren „genetischen Zwilling“ finden. In diesem Fall liegen die Heilungschancen sogar bei bis zu 95 Prozent.

Optimales Spenderalter: 18 bis 40 Jahre

Doch, wie gesagt, zunächst müssen sich möglichst viele Menschen typisieren lassen - je mehr Menschen ihre Gewebemerkmale bestimmen lassen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, einem Leukämie-Kranken das Leben zu retten. Anders gesagt: „Bei einer Transplantation muss der Gewebetyp von Patient und Spender möglichst vollständig übereinstimmen. Je mehr Spender registriert sind, desto höher ist die Chance, einen geeigneten Fremdspender zu finden. Die Blutgruppe spielt dabei übrigens keine Rolle“, so Dr. Carla Kreissig, Ärztliche Leiterin bei der Westdeutschen Spenderzentrale. Aber was spielt beim Spenden eine Rolle, wer kann Spender werden? Dr. Carla Kreissig: „Idealerweise sollte das Alter der Spender zwischen 18 und 40 Jahre liegen, aber auch ältere Personen sind von einer Spende nicht grundsätzlich ausgeschlossen.“ Das Mindestgewicht des Spenders sollte bei 50 Kilogramm liegen, er sollte gesund und ohne ernste Vorerkrankungen sein. Schwangere und stillende Mütter sind vorübergehend von einer Spende ausgeschlossen.

Übrigens: Deutschland ist beim Thema Knochenmarkspende der Primus: Rund 5,9 Millionen der 25,8 Millionen Spender weltweit leben in der Bundesrepublik. Und: Heutzutage werden Dreiviertel aller Spenden aus Stammzellen, nur noch ein Viertel der Spenden aus Knochenmark gewonnen.

Dr. Sandra Kupfer, stellvertretende Leiterin der Meitner-Gesamtschule: „Unsere Schüler setzen sich auf vielfältige Wiese mit dieser Thematik auseinander. Sie entwickeln Ideen, um in der Schule und darüber hinaus Spender zu werben.“ So steht das Thema Leukämie und Typisierung auf dem Stundenplan des Biologieunterrichts in Klasse 7 und 12. Am 13. Mai folgt auf die Typisierung, ausgebildete Helfer werden noch gesucht, in der Aula ab 18.30 Uhr ein Benefizabend. Schüler der 12. Jahrgangsstufe präsentieren den eigens komponierten Titelsong der Aktion „You can give hope - Es gibt Hoffnung“. Danach tritt ab 19 Uhr der Düsseldorfer Comedian Jens Heinrich Claassen auf.