Brandstiftung war Ursache für Großbrand auf Robinson-Farm

Lichterloh standen die Stallgebäude und ein Nebengebäude der Robinson-Abenteuerfarm in Rheinhausen in Flammen. Rund fünfeinhalb Stunden war die Feuerwehr mit 52 Einsatzkräften vor Ort, um das Feuer zu löschen.
Lichterloh standen die Stallgebäude und ein Nebengebäude der Robinson-Abenteuerfarm in Rheinhausen in Flammen. Rund fünfeinhalb Stunden war die Feuerwehr mit 52 Einsatzkräften vor Ort, um das Feuer zu löschen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Brand auf der Robinson-Farm in Rheinhausen am Fronleichnamstag wurde offenbar gelegt. Das haben die bisherigen Ermittlungen der Polizei ergeben.

Duisburg.. „Wir gehen derzeit von Brandstiftung aus“, so Daniela Krasch, Sprecherin der Polizei Duisburg, nachdem Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr am Fronleichnam-Morgen den Großbrand auf der Robinson-Abenteuerfarm in Rheinhausen gelöscht hatten. Nach dem Brandalarm um 6.30 Uhr waren zwei Löschzüge mit insgesamt 52 Mann bis etwa 12 Uhr mittags auf dem Gelände des ehemaligen Bauspielplatzes an der Saarstraße in Friemersheim nahe dem Toeppersee im Einsatz.

Beim Eintreffen der Feuerwehr brannten zwei Stallgebäude und ein Nebengebäude mit rund 400 Quadratmeter Fläche, Futter, Heu und Schubkarrren. Die Feuerwehr: „Es waren keine Personen und Tiere betroffen. Zur Sicherheit wurden vier Pferde auf eine weiter entfernte Koppel gebracht.“ Die Feuerwehr bekämpfte den Brand sofort mit vier C-Rohren. Nach dem Löschen observierte die Feuerwehr den Brandort mit einer Wärmebildkamera und löschte Glutnester nach. Eine Gefährdung für die Umwelt oder die Nachbarschaft bestand nicht, so die Feuerwehr. Sie bezifferte den Sachschaden auf rund 25 000 Euro.

Viele Anwohner waren sofort vor Ort

Sogar einen Tag später riecht es auf der Farm noch nach ausgebranntem Holz. Nur noch Trümmer von einem Pferdestall sind erkennbar, schwarz angekokelte Holzbalken sind in sich zusammengefallen, eine Seitenwand des Stalls ist gänzlich verschwunden. Auf einem Schild, das noch erhalten ist, steht: „Rauchen und Feuer im und am Stall sind verboten“. Der gesamte sandige Boden ist schwarz verfärbt. Ziemlich traurig schaut Jutta Faustmann. Sie ist Erzieherin auf der Robinson-Abenteuerfarm, seit 25 Jahren arbeitet sie hier und ist für den Tierbereich zuständig auf dem Bauspielplatz. „Es ist so, als ob damit auch unsere gesamte Arbeit zunichte gemacht worden ist“, sagt sie.

Nachdem die Feuerwehr angerückt war, reagierten auch die Anwohner sehr schnell. „Da sehr viele Bewohner der nahen Borgschenhof-Siedlung im Förderverein für den Robinson-Spielplatz engagiert sind, wurden regelrecht Telefonketten und Facebook-Aufrufe gestartet und viele Anwohner waren sofort vor Ort“, sagt Ulrike Färber, Leitung offene Jugendarbeit im Jugendamt Duisburg. zuständig für Jugendzentren und Bauspielplätze.

„Ein Mitglied des Vereins ist bei der Freiwilligen Feuerwehr und kannte sogar einen Geheimweg durch die anliegenden Kleingärten, so dass der Löschwagen nicht warten musste, bis der Spielplatz aufgeschlossen wurde und darüber sofort an den Brandherd fahren konnte, um zu löschen“.

Vereinsmitglieder, die sich um die Versorgung der Tiere am Wochenende kümmern, haben zwar einen Schlüssel, waren aber in der Frühe noch nicht so schnell an der Brandstelle. Nachbarn brachten rot-weißes Absperrband, auch andere Organisationen sagten sofort Hilfe zu: Das Bergheimer Jugendzentrum „Tempel“ schickte Zäune, mit denen man provisorisch eine Fläche für die Pferde abgrenzte.

Vier Pferde wurden sofort umquartiert

Die Robinson-Farm betreibt tiergeschützte Pädagogik, Kinder können hier das Reiten und den Umgang mit Pferden erlernen bei offener Stallhaltung. „Zum Glück waren die Tiere beim Ausbruch des Brands nicht im Stall, sondern auf der Außenfläche“, so Jutta Faustmann, „nachts sind die Pferde eh eher im Außenbereich und gehen eigentlich nur zur Pflege in den Stall“. Das Lernpferd (eine Atrappe), auf dem die Kinder das Auf- und Absteigen erlernen konnten, sei mit verbrannt. „Ein Kind hat ganz traurig angerufen und gefragt, was denn jetzt mit seinem Striegelzeug und den Helmen im Stall passiert sei“, berichtet Faustmann. Alles sei verschmörgelt.

Die vier Pferde der Farm wurden sofort in das Schaf- und Ziegengehege umquartiert, etwa 30 Meter vom Stall entfernt. Der ausgebrannte Pferdestall ist etwa so groß wie ein Hallenschwimmbecken, 20 Meter breit und 25 Meter lang. Mit rund 25 000 Euro geschätzten Kosten für den Wiederaufbau werde man wohl nicht auskommen. „Der gesamte Boden müsste abgetragen werden, dafür wird die veranschlagte Summe wohl nicht reichen“, schätzt Ulrike Färber. Die Farm-Leitung will trotzdem versuchen, das Westernreitturnier am nächsten Wochenende, auch die Stadtranderholung, wie geplant zu organisieren. Im Oktober 1977 brannte das Spielhaus der Farm aus, es war Brandstiftung.