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Blutsauger soll den Buchhandel beflügeln

02.06.2010 | 17:28 Uhr
Blutsauger soll den Buchhandel beflügeln

Duisburg-West.Wie auch immer man zu Stephanie Meyers schwülstig-romantischen Vampir-Romanen der „Twilight“-Serie steht, die Bücher um den romantischen Eckzahn-Träger Edward und den schmachtenden Backfisch Bella sind ein Renner. Auchin Rheinhausen und Homberg.

„Das hat schon ein Ausmaß, das sonst höchsten die Harry-Potter-Romane erreicht haben“, berichtet die Rheinhauser Buchhändlerin Linda Broszeit, die sich vom Samstag in Deutschland erscheinenden fünften Teil „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ einen kräftigen Umsatz-Schub erwartet. Um den anzukurbeln gab’s zum Einen eine Verlosung für Vorbesteller: Wer bis letzten Freitag auf der Liste war, konnte eins von zwei Frei-Exemplaren gewinnen. Samstag wird sie außerdem den Laden schon um sieben Uhr öffnen und verspricht jedem Kunden einen „Hallo-Wach-Gruß“ in Form eines Portionsbeutels Instant-Cappucino fürs wache und genussvolle Lesen „vor dem ersten Sonnenstrahl“.

Von solchem Vampir-Fieber ist man in Hochheide weit entfernt: „Gerade mal eine Vorbestellung“ hat Anne Psiuk von „Annes Buch&Papier-Shop“ auf der Liste. „Aber hier laufen sowieso eher Kinder- und Taschenbücher als zweites standbein neben den Schreibwaren.“ Einen kleinen Stapel hat sie dennoch bestellt und sogar schon auf Lager. Verkaufen darf sie die Bücher aber erst ab Samstag.

Genau wie Sabine Witzel-Bäthke von der Rumelner „Bücher-Oase“. Sie erwartet allerdings, „dass schon ein paar Leute morgens vor der Tür stehen.“ Es gibt auch einige Vormerkungen, aber „es ist nicht so ein Hype wie bei den ersten vier Twilight-Romanen.“ Daher öffnet sie auch erst zur üblichen Zeit.

Wer Samstag nicht zu früh, sondern zu spät vor der Ladentür steht, hat in Homberg noch eine Chance, den Okkult-Schmachtfetzen zu erwerben: Wie fast alle Geschäfte im Zentrum öffnet die Buchhandlung Meister im Rahmen des Brunnenfestes auch am Sonntag. Daher gibt es dort auch ohne Vampir-Hype diverse Aktionen, etwa eine Fußballbilder-Tauchbörse für Kinder.

Wie alle befragten Händler spürt auch Rita Schaake von „Meister“ den Konkurrenzdruck durch den Internet-Versandhandel. Die klassische Gegenstrategie des Buchhandels: Selbstabholung nach Vorbestellung spätestens am nächsten Werktag. Schaake könnte sich vorstellen, einen Schritt weiter zu gehen und selber Versand über das Netz anzubieten. „Aber das sind erstmal nur Überlegungen.“

Seit 2007 selber im
Online-Handel aktiv

Ähnliche Überlegungen hat Linda Broszeit schon vor Jahren konkretisiert: „Internet-Bestellung und -Versand gibt es bei uns seit 2007. Eine Zeit lang hat das rund die Hälfte unseres Umsatzes ausgemacht.“ Mittlerweile steige aber wieder das Gewicht des „klassischen“ Verkaufs im Laden. Da die Bücherinsel ihre Ware im Netz auch über die großen Buchversand-Portale anbietet, kommen Bestellungen aus aller Welt: „Wir liefern zum Beispiel regelmäßig nach Japan und Korea.“ Auch Rheinhausen-spezifische Bücher gehen bis in die USA. „Da wissen wir aber, dass die Besteller ausgewanderte Alt-Rheinhauser sind.“

Matthias Oelkrug

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Kommentare
22.06.2010
18:15
Blockierter Kommentar.
von kunokurtz | #1

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