West
Blockade fällt, Großdemo kommt
29.03.2009 | 17:21 Uhr 2009-03-29T17:21:00+0200
Die Gegner wollen jetzt jede Woche für ihre Protestaktion im Juni werben, der Krefelder Rat hebt am Donnerstag womöglich die Veränderungssperre auf, und auch in der Rheinhauser Politik löst der Bau des Steinkohlekraftwerks wieder eine Debatte aus.
Es soll bundesweit für Aufsehen sorgen, wenn diverse Initiativen aus Kohlekraftwerks-Gegner am 6. Juni gegen die geplante Anlage in Uerdingen zu Felde ziehen. Für die Großdemo will die Rheinhauser Bürgerinitiative „Saubere Luft” jetzt sogar eine wöchentliche Kampagne starten, um möglichst viele Mitstreiter für den Protest zu mobilisieren. Thema beim nächsten Treff (Freitag, 3. April, 19 Uhr, Gemeindehaus, Peschmannstraße 2) wird aber auch das Ergebnis der Krefelder Ratssitzung einen Tag zuvor sein. Es zeichnet sich ab, dass eine Mehrheit die Veränderungssperre aufhebt, falls Trianel und Currenta ihre Zugeständnisse notariell beglaubigen. Damit würde die Krefelder Politik endültig ihre Blockade gegen den Bau aufheben.
Aber auch in der Rheinhauser Parteienlandschaft geht die Debatte weiter. Die SPD reibt sich an dem Vorschlag von CDU-Bezirksvertreter Hans Partenheimer, dass die örtliche Politik mit dem Investor des Kraftwerks in Dialog treten soll. „Unverständlich” nennt das Manfred Krossa: „Bei der in unserem Bezirk bereits vorherrschenden hohen Luftbelastung, vor allem hervorgerufen durch die angesiedelte Industrie, muss sehr kritisch mit jeder zusätzlichen Mehrbelastung umgegangen werden.” Die zugesagte Abschaltung der alten Kessel reiche nicht, so Krossa. „Wenn der komplette Ersatz der alten Dampfkessel durch neue Technik wie ein Blockkraftwerk erfolgen würde, wäre das ein Weg, die Luftverschmutzung zu senken.” Der Wirkungsgrad sei höher, die eingesetzten fossilen Energieträger optimal genutzt.
SPD: „Gas ja, Kohle nein”
„Dieser Ansatz, vor allem wenn er mit einem Gaskraftwerk erreicht würde, findet die volle Unterstützung der SPD. Nicht nur Arbeitsplätze würden gesichert, sondern auch die Lebensqualität verbessert”, so Krossa. Bürger hätten ein Recht auf Senkung der Umweltbelastungen. „Jede Erweiterung mit deutlich höherer Energieproduktion, die vor Ort nicht benötigt wird, lehnen wir ab”.
10:25
# HansdieterHog
Mache dir um den Kühlturm keine Sorgen, denn der ist gar nicht vorgesehen. Das Wasser wird direkt in den Rhein geleitet, um ihn schön warm zu halten. Dies ist ein weiterer Kritikpunkt an dem Kraftwerk, der häufig vergessen wird, denn die heimischen Fische können im Warmwasser nicht überleben.
# Felix Austria
Die Leitung eines Gasturbinenkraftwerks wäre ebenfalls in der Hand von Trianel und würde nicht von einem Kommunalbeamten geleitet, der vorher die Hundesteuer bearbeitet hat. Mache dir also darum keine Sorgen!
Ich weiß deinen Glauben zu schätzen, denn Glaube ist es, der uns stark macht. Aber so wichtig wie ein unerschütterlicher Glaube ist objektive Information. Das GEO-Magazin steht nicht im Verdacht, irgenwie subjektiv zu sein oder einer Lobby zu folgen. Ich habe die von mir angesprochene Ausgabe mit dem Schwerpunkt Handeln nach dem Klimaschock noch einmal herausgesucht. Sie ist im Dezember 2007 erschienen und ist für 6,30 Euro beim Gruner und Jahr Verlag erhältlich oder bei Ebay. Da ich selbst kein Klimaforscher bin, muss ich mich entsprechend informieren, um mir eine Meinung bilden zu können, die nicht auf Mythen und Halbwahrheiten - oder schlimmer noch auf Aussagen von Lobbyisten - beruht.
Natürlich wird ein Kohlelobbyist versuchen, die Problematik zu relativieren oder zu negieren. Auch deine Aussage zu dem Brand in Neuenkamp ist eine solche Relativierung, die mit dem Kohlekraftwerk nichts zu tun hat. Es ist ein schlimmer Unfall, den sicherlich keiner wollte und der natürlich nicht gut sein kann, auch wenn keine akute Gefahr für die Bevölkerung bestand. Aber dennoch hätte sich dort niemand hin gestellt und die Rachgase eingeatmet, da sie wohl doch schädlich sind.
Selbstverständlich ist ein neues Kohlekraftwerk um ca. 25 % sauberer als ein solches, das schon 50 Jahre alt ist. Wenn Trianel aber ein Kraftwerk baut, das doppelt so viel Energie erzeugt wie das alte, liegt der Ausstoß am Ende nach Adam Riese bei 150 % dessen, was die alten Kessel jetzt schon in die Umwelt blasen. Das bedeutet, daß die absolute Luftverschmutzung - und das ist es doch, was die Anwohner letztlich interessiert - sich um 50 % erhöhen wird. Genauere Informationen kann jeder im Internet auf den Seiten der Bürgerinitiativen (z.B. www.bi-saubere-luft.de) erhalten.
Wir leben hier in einer Umgebung die schon stark genug belastet ist. Daher sollte es in unser aller Interesse liegen, die Lebensverhältnisse zu verbessern und nicht etwa weiter zu verschlechtern. Ein Gaskraftwerk liefert wie gesagt ebenfalls Energie und Dampf und ist zudem noch zukunftsfähig in der Hinsicht, daß es bei entsprechenden Liefermengen in Zukunft möglich ist, statt des russischen Erdgases auch Biogas zu verbrennen. Ein Kohlekraftwerk ist immer auf Feststoffe angewiesen, was entsprechende Luftverschmutzung zur Folge hat.
Mein Fazit lautet daher, daß ein Kampf gegen das Kohlekraftwerk nötig und für die Zukunft wichtig ist, aber nur gemeinsam sind wir gegen eine scheinbar übermächtige Kohlelobby handlungsfähig. Noch ist nichts verloren, aber die Zeit zum Handeln wird knapp.
09:26
Für alle, die es nicht wissen: (... und das sind scheinbar viele hier.)
Es handelt sich um ein Kraft-Wärme gekoppeltes Kraftwerk !
Da gibt es keine Kühltürme !
23:33
ich sehe das schlimme eher im kühlturm. wenn man sich das richtung jülich anschaut oder in walsum graut es mir davor das das ding die sonne verdunkelt!
22:53
# 16 kaeptnahoj
das ist ja alles recht interessant, hat aber im Grunde keinerlei Relevanz.
Der Busch-Brand am vorletzten Samstag in Kaßlerfeld.........
Da sind so riesige Mengen von DEM, was Sie in den Emissionen des Trianel-Kraftwerks vermuten, stundenlang in den blauen Duisburger Himmel gestiegen. Nach Aussage der Zuständigen wurden laufend Messungen durchgeführt und es bestand zu keiner Zeit Gefahr für die Bevölkerung.
Derartig viele Emissionen, dass einhundert Jahre Trianel-Kraftwerksbetrieb nicht einmal annähernd an diese Werte herankommen. Da brannten 200 nagelneue Abwrackprämien-Autowracks.
Ganz ohne Flax - mir ist ein professionell geführtes Kraftwerk mit Kohle lieber, als ein Gas- oder Sonstwas-Kraftwerk in kommunaler Hand.
Bei Trianel und Chempark weiß ich wenigstens, dass Profis am Werk sind, die rund um den Chempark wohnen und AUCH kleine Kinder haben. Die brauchen keinen BUND und kein GEO. Die haben Environmental Sciences gelernt, studiert und verfügen genau über die jahrelange Berufserfahrung, die den Berufsdemonstranten vom BUND abgeht.
Ich bin übrigens NICHT im Chempark beschäftigt.
at # 4 ehemaliger Friemersheimer. Über das, was man nicht versteht, sollte man sich nicht abfällig äußern. Warum hat der Kommentar eigentlich so lange gedauert? Kommt der Bücherbus mit den ganzen zerstückelten Umweltzonen nicht zurecht und hatte Verspätung?
21:43
Wann ist denn die erste maßnahme geplant, Protestaktionen sind eine gute sache, hoffentlich kommen da viele, die da mitmachen, wird das hier bekannt gegeben, wann wo was geht? Der Bau sollte mit allen legalen mitteln verhindert werden
21:11
# Gerhard M. u.a.
Die Mehrbelastung betrifft vor allem den lungengängigen Feinstaub, den ein Kohlekraftwerk zwangsläufig produziert, egal wie gut die Filter sind. Weiterhin kommen etliche Schwermetalle hinzu. Das Ganze regnet dann vor allem auf Rheinhausen, Trompet und Schwafheim nieder. Am Freitag hat der BUND mit den Grünen und den Bürgerinitiativen eine interessante Veranstaltung zu der Problematik in Krefeld veranstaltet, die für jedermann offen stand, um sich zu informieren. Die Bevölkerung hier ist sich der Auswirkungen gar nicht bewusst und sollte gegen solch einen Schmutz nach allen Kräften ankämpfen. Die Großdemonstration ist z.B. eine geeignete Möglichkeit, seinen Protest kund zu tun. Wer sich jetzt nicht wehrt, wird sich später über die Folgen nicht beschweren dürfen. Oder glaubt hier noch irgend jemand, daß die Anwohner des neuen Kohlekraftwerks in Walsum jetzt glücklich sind?
Viele Kommentatoren versuchen das Ganze ins Lächerliche zu ziehen oder negieren die unausweichlichen Folgen. Das ist menschlich ebenso verständlich wie irrational. Die Folgen des Klimawandels werden von keinem ernstzunehmenden Wissenschaftler mehr bezweifelt. Nicht umsonst fordern Klimaforscher den Ausstieg aus der Kohlekraft. Ebenso wurde von Psychologen untersucht, warum der Mensch im Angesicht der unübersehbaren Katastrophe derart unbeweglich bleibt. Jeder kennt das, wenn kleine Kinder sich die Hand vor die Augen halten, denn wenn sie nicht gesehen werden können, kann man sie auch nicht sehen und ihnen nichts tun. So zumindest die kindliche Vorstellung. In einer GEO-Ausgabe im letzten Jahr gab es einen interessanten Artikel zu dieser Problematik, die man sicherlich noch recherchieren kann.
Selbstverständlich brauchen wir weiterhin Energie, denn keiner will in Höhlen leben und über dem Lagerfeuer kochen. Und da es mit den Gaskraftwerken eine umweltverträglichere Alternative gibt, ist doch das beständige Festhalten an der Kohle um so unverständlicher. Natürlich wird Gas - wie auch alle anderen Rohstoffe, also auch die Kohle - mit der Zeit knapper und teurer, aber unsere Gesundheit und die unserer Kinder sollte uns noch teurer sein.
Und für alle Kohlelobbyisten: Von dem Kohlekraftwerk in Krefeld wird kein deutscher Bergmann satt, die Kohle kommt aus Australien, Kolumbien und Südafrika.
Zu den notariell beglaubigten Zugeständnissen von Trianel: Diese sind kein Geheimpapier und lassen sich nachlesen, so daß sich jeder selbst ein Bild davon machen kann. Es ist ein Witz, was darin steht: nicht eine einzige verbindliche Zusage sondern fromme Absichtserklärungen unter Ausschluß jeglicher Rechtsbindung oder Sanktionsmöglichkeit. Ich weiß nicht, was die Politiker in Krefeld da gelesen haben und nun für bare Münze nehmen.
Mein Fazit: Ich werde mich an dem Protest gegen das Kohlekraftwerk beteiligen und hoffe, daß es noch genügend selbständig denkende Menschen gibt, die es schaffen, sich sachlich zu informieren und dann ebenfalls mitmachen.
17:44
Ich wäre für ein Gaskraftwerk mit Rheinkühlung. Der Dampf den es Produziert wird eh nicht mehr benötigt, da es sich mit dem Chempark eh bald erledigt haben wird. Somit kann der Wirkungsgrad des Kohlekraftwerkes garnicht erreicht werde. Es bestehen nichtmal Lieferverträge für Dampf...
16:31
Kraftwerk bauen; Autoverkehr in Duisburg verbieten.
Dann klappts auch mir dem Feinstaub.
(Ironie beabsichtigt)
16:30
Dann kommt Fernwärme kommt nach Friemersheim, Kaldenhausen usw. Da kann der alte Kohle und der Oelofen raus aus dem Glashaus, der Platz kann besser genutzt werden.
Kohlekraftwerke werden benötigt, egal was es kostet!
12:50
Und Kühlwasser ist genug im Kruppsee. Dann kann man im Winter auch mal schwimmen gehen und muss nicht in das neue Toepper Hallenbad was eh kein Sprungturm und kein Kinderbecken mehr hat