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Politik

Beschluss gegen Vereinsinteressen

22.02.2013 | 21:00 Uhr

Linke, CDU und FDP verweigern SV Haesen/Hochheide in Aussicht gestelltes Flutlicht .

Duisburg-Homberg. Die Nachricht entsetzte den SV Haesen/Hochheide: Die von der Stadt in Aussicht gestellten 150 000 Euro für ein Flutlicht an der Rheinpreußenstraße soll der Verein nun doch nicht bekommen. Schuld daran ist ein Antrag der Bezirksvertreterin Margareta Fink (Linke), der mit den Stimmen der CDU und Thomas Rangs (FDP) angenommen wurde.

Das Geld soll demnach in die Haesen fließen, an die Halener Straße. Ein öffentlicher Basketballplatz soll dort gebaut (80 000 Euro) und der verschimmelte Kabinentrakt am Sportplatz saniert werden (70 000 Euro). „Wir sind sehr enttäuscht, dass man im Vorfeld nicht mit uns geredet hat“, sagt der 2. Vorsitzende Volker Kimpel. Auch die schriftliche Stellungnahme des Vereins zum Antrag ignorierten die drei Parteien.

„Dieses Verhalten geht an den Interessen des Vereins vorbei und unter die Gürtellinie.“ Mit der Stadt führe der Verein schon längst Gespräche über die Kabinen. „Die Sanierung hilft uns überhaupt nicht weiter, das zweite Flutlicht an der Rheinpreußenstraße ist aber erforderlich, um den Spielbetrieb im Herbst und im Winter aufrechtzuerhalten.“ Dort nutzt der Verein zwei Plätze, von denen einer bereits ein Flutlicht hat. Diesem fehlt jedoch eine Drainage, so dass er bei Regen unbenutzbar sei. Der zweite Platz ist zwar brauchbar, doch man kann nicht im Dunkeln kicken.

Von der neusten Entscheidung sind rund 250 Jugendliche betroffen. „Wir sind nicht gegen öffentliche Basketballplätze“, sagt Kimpel, aber dass das für Verein gedachte Geld ohne Rücksprache anders verwendet werden soll, ärgere den Fußballverein. Hinzu kommt, dass er den Standort an der Halener Straße jederzeit aufgeben würde, wenn an der Rheinpreußenstraße adäquater Ersatz geschaffen wird.

Der Antragsmehrheit gehe es jedoch nicht um den Verein und die betroffenen Jugendlichen, unkt es nicht nur auf den Fluren des Bezirksrathauses. Es gehe vielmehr darum, durch den Basketballplatz eine Wohnbebauung zu verhindern. Diese sei zwar nicht geplant, war aber im Rahmen von „Duisburg 2027“ diskutiert worden (wir berichteten).

Der SV Haesen/Hochheide gibt den Kampf um das seit zehn Jahren geforderte Flutlicht nicht auf. Noch haben gesamtstädtische Gremien ein Wörtchen mitzureden.

Oliver Kühn



Kommentare
25.02.2013
10:28
Schuld daran ist ein Antrag der Bezirksvertreterin Margareta ....
von michaellange | #4

"Schuld daran ist ein Antrag der Bezirksvertreterin Margareta ...." Herr Kühn, ist diese Wortwahl wirklich angebracht? Ich dachte, dass die Politik über die Verteilung der Steuergelder entscheidet und nicht die Vereine, oder? In diesem Zusammenhang ist es falsch, von "Schuld" zu sprechen. Persönlich bin ich verwundert, dass der Fußballverein so felsenfest davon ausging, 150000 Euro Steuergelder für eine zusätzliche Flutlichtanlage zu erhalten.
Wie kann das sein? Wieder mal eine Kungelei der SPD? Anders kann ich mir das Entsetzen des Vereinssprechers nicht erklären.Hat nicht unser neuer OB, Herr Link, versprochen, dass gerade bei dem Haushalt Offenheit herschen soll. Frau Fink, Herr Radny und Herr Rangs, sie haben zumindes nach meiner Ansicht völlig richtig diese Mittel anders verteilt.Den letzten Satz des Artikels finde ich daneben. Wenn der Rat in der fernen Innenstadt den Bezirk wirklich einfach überstimmen sollte, können wir die teueren Bezirks gleich ganz abschaffen.

24.02.2013
23:31
Beschluss gegen Vereinsinteressen
von konkret | #3

Es ist schon erstaunlich, da wird unser Kombibad mit den Stimmen der Homberger SPD-Ratsherren geschlossen, weil wir ja alle "sparen" müssen - gemeint sind Kürzungen. Gleichzeitig wird dem Verein im Vorfeld von bezirklichen Beschlüssen eine Flutlichtanlage versprochen; und nun glaubt man, mit der rosa-rot-grünen Ratsmehrheit den Bezirksbeschluss wieder kippen zu können. Das ist das Demokratieverständnis der SPD.

Obwohl in die Anlage an der Rheinpreussenstraße sehr viel Geld aus dem Konjunkturpaket II geflossen ist. Wenns nach der SPD gegangen wäre, wäre damals schon die Flutlichtanlage und auch noch ein Kunstrasenplatz dazu gekommen.

Da darf man doch mal fragen: Einen Platz auf Bundesliga-Niveau für einen 2. Kreisliga Verein? Haben andere Jugendliche mit anderen Sportambitionen keine Sportanlagen verdient?

1 Antwort
Beschluss gegen Vereinsinteressen
von haesener | #3-1

Dem kann ich mich nur anschließen. Gerade wenn Sparzwang besteht, wird die gerechte Verteilung immer wichtiger.

24.02.2013
11:26
Beschluss gegen Vereinsinteressen
von FriderikeL | #2

150000 Euro für Trainingslicht? Wie bitte?

Duisburg spart sich platt und dort sollten 150000 Euro für eine zusätzliche Beleuchtung ausgegeben werden. Das passt nicht zusammen.

Gebt das Geld lieber für unser Schwimmbad aus.

23.02.2013
21:05
Beschluss gegen Vereinsinteressen
von haesener | #1

Es Mannjahr sein, dass dieser Beschluß nicht ins Vereinskonzept paßt, dafür ist er für die Jungs, die ich kenne, das einzig richtige.
In den Haeßen vrkam ein richtig Güter Spielplatz zu einem Tummelplatz für lichtscheue Gestalten . Das dort bald wieder Kinder spielen können und das auch noch in einem Trendsport, finde ich und viele Homberger Bürger richtig gut.
Das die Umkleidekabinen dringest renoviert werden müssen, schreiben schon die einschlägigen Hygienerichtlinien zwingend vor. Davon profitiert doch genau der Verein, der jetzt so entsetzt ist, dass er seine zweite Flutlichtanlage nicht bekommt.
Was ist denn wichtiger?
Für mich hat der Vorschlag der Linken bei den beschränkten Haushaltsmitteln die richtigen Schwerpunkte gesetzt und ich bin froh, das es zusammen mit den Stimmen der CDU und der FDP zu einer Mehrheit der Vernunft gereicht hat.

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