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Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen

31.05.2012 | 22:00 Uhr
Die beliebte Sioux-Montana-Ranch ist nicht mehr. Ende Mai rissen Bagger die Häuser des Western-Städtchens in Rheinhausen-Friemersheim ab.Foto: Stephan Glaglla

Duisburg.  Nun es ist bittere Wahrheit: die Montana-Ranch in Rheinhausen-Friemersheim exisiert nicht mehr. Anfang der Woche rückten die Bagger an, um fast alle Gebäude der Ranch abzureißen. Das Bauordnungsamt hatte das kleine Western-Städtchen dicht gemacht. Was mit dem Gelände geschieht, ist offen.

Ein Stück Rheinhauser Geschichte ist fast völlig dem Erdboden gleichgemacht. Anfang der Woche rückten die Bagger an, um In den Bänden fast alle Gebäude der „Sioux Montana Ranch“ abzureißen. Nur die Kirche wird stehen bleiben. Sie steht auf einem Grundstück, das die Gründer Erich und Irma Wiesner auch weiterhin privat bewohnen werden.

1960 hatte USA-Fan Wiesner, in Rheinhausen wegen Vollbart und Cowboyhut auch als „Fuzzy“ bekannt, den Verein „Sioux Club Montana“ gegründet und begonnen, mit seinen Mitstreitern auf dem von der Stadt gepachteten Vereinsgelände in Schwarzenberg die Westernstadt hochzuzimmern. Nachdem die liebevoll errichteten Holzhäuser zwei Mal einem Brand zum Opfer gefallen waren, entstand das Städtchen mit Saloon, Kirche, Tierställen, Hufschmied und Sheriffs-Amtssitz ab 1977 in der bis zuletzt bekannten Form.

Nach der Loveparade wurde die Ranch gesperrt

Schnell sprach sich das einzigartige Ambiente der Ranch bei Festveranstaltern herum. Die Vatertagssause der Friemersheimer SPD oder die von Wiesner selbst veranstalteten Tage der Offenen Tür und Western-Flohmärkte waren feste Größen im Rheinhauser Veranstaltungskalender. Da bei solchen Großveranstaltungen sowie bei vielen privaten Feiern auch „Offizielle“ ein- und ausgingen und nie Beschwerden kamen, waren die Wiesners jahrzehntelang davon ausgegangen, dass schon alles seine Richtigkeit hatte.

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Zum 50. Jubiläum der Sioux Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen gab es ein Countryfest.

Möglicherweise war man in der Stadt Rheinhausen und später im gleichnamigen Duisburger Bezirk wirklich dermaßen froh über das ehrenamtliche Engagement der Wiesners und ihrer Mitstreiter, dass man in Sachen Baugenehmigung, Brandschutz oder Fluchtwegekonzept lange nach der Devise „Wo kein Kläger, da kein Richter“ verfuhr - zumal tatsächlich nie ein Mensch auf dem Gelände ernsthaft zu Schaden gekommen war. Damit war aber spätestens nach der Loveparade-Katastrophe 2010 Schluss: Bekanntlich wurde seitdem in Duisburg die Einhaltung solcher Richtlinien auf Punkt und Komma überprüft - mit dem Ergebnis, dass die Ranch für die Öffentlichkeit gesperrt wurde.

Zukunft des Geländes ist unklar

Nur die Kirche bleibt. Sie steht auf einem Grundstück, das Erich und Irma Wiesner auch weiterhin privat bewohnen.Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Bei Facebook formierte sich daraufhin eine Initiative zur Rettung der Ranch, hauptsächlich getragen vom in Rheinhausen aufgewachsenen Wetzlarer Journalisten Matthias Tilgner.

Der erste Plan war, den Trägerverein neu zu beleben. Doch all zu schnell stellte sich heraus, dass ein Verein die nötigen Investitionen nicht hätte schultern können: Allein für nachzureichende Anträge wäre ein „hoher fünfstelliger Betrag“ fällig gewesen, noch bevor auch nur ein Zaun aufgestellt oder ein Brett neu angenagelt gewesen wäre. Anschließend versuchte man, Eventgastronomen eine Übernahme des Geländes schmackhaft zu machen - vergebens. Selbst an die Umwidmung des Geländes zu einer Art Freizeitpark hatten die Montana-Unterstützer gedacht und bereits mit großen Playern der Branche Kontakt aufgenommen. Als auch die abwinkten, war die Rettung de facto gescheitert.

Wildwest-Spektakel auf der Montana-Ranch

Jetzt mussten die Wiesners das Gelände zur Rückgabe an die Stadt wieder in „jungfräulichen“ Zustand überführen - die über Jahrzehnte liebevoll aufgebaute Ranch wurde abgerissen. Was die Stadt mit dem Gelände vor hat, ist unklar. Theoretisch könnten die politischen Gremien es als Bauland ausweisen. Insider rechnen allerdings damit, dass es eine Grünfläche bleibt.

Matthias Oelkrug



Kommentare
16.10.2013
17:43
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von Andreas45141 | #16

so eine riesensauerei alles wegen der scheiß lopa

04.06.2012
07:40
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von Rakllo | #15

wo sind eigendlich Erich Kumpels,die haben sich schon verzogen,Traurig im da alleine zu lassen,

02.06.2012
17:19
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von hercules150 | #14

zu11 genau so ist es.

01.06.2012
23:51
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von indi1234 | #13

.....im Grunde sollte man das Ordnungsamt platt machen.!!!!

01.06.2012
22:19
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von hutterp | #12

Das Leben ist so gefährlich, dass man eigentlich Leben verbieten müsste.
Vielleicht kommt das ja irgend wann einmal.

01.06.2012
22:18
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von maicon | #11

1. Total schade ist, wie die Duisburger Behörden seit zwei Jahren mit ehrenamtlichem Engagement umgehen. Sicherlich entsprach die Ranch nicht baurechtlichen Vorschriften. Aber dann setzt man sich halt gemeinsam hin und findet Lösungen. In Duisburg wird aber nur von oben und über die Köpfe der Betroffenen beschlossen und ausgeführt.
2. Unbefriedigend an dem Artikel ist der Umstand, dass keine behördliche Stellungnahme vorliegt. Nennen Sie doch demnächst ruhig Ross und Reiter: Es sind Leute wie die Dezernenten Janssen und Greulich und auch der aktuelle Bürgermeister Lensdorf, die hierfür politisch verantwortlich sind.

01.06.2012
19:25
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von linther | #10

Ein letztes Dankeschön an "unseren" Adolf und sein größenwahnsinniges Loveparade-Projekt.

01.06.2012
17:46
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von mirap | #9

der love parda unfall war genaus das : ein unfall...

aber wie das in deutschland so ist : alles wird übertrieben...

konsequenz : heute muss bei allen veranstaltungen bei denen 2 menschen zusammenkommen mindestens ein 50 mann löschzug inkl notarzt und einer hundertschaft polizei vor ort sein...

ansonsten ist die veranstaltung "nicht genehmigungsfähig"......

schwachsinn hoch 99-......

01.06.2012
16:26
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von nothdurft | #8

Als nächstes ist das Duisburger Rathaus dran.

01.06.2012
16:13
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von W113 | #7

jaja. Duisburg sägt sich selbst immer mehr ab. Lieber in Dinge investieren die kein Mensch braucht. Aber da wo die Bürger gern hingehen, wo gefeier wird, wo Kinder Spass daran haben, das reißt man ab ohne mit der Wimper zu zucken. Unfassbar.

1 Antwort
Bagger besiegeln Ende der Montana-Ranch in Duisburg-Rheinhausen
von jmeller | #7-1

Vielleicht haben Sie den Artikel nicht richtig gelesen.

Es fehlten Fluchtwege, es wurde teilweise ohne Baugenehmigungen gebaut und es gab kein schlüssiges Brandschutzkonzept.
Unfassbar wäre es gewesen wenn man die "Ranch" nicht geschlossen hätte.

Außerdem hatten die Eigentümer jetzt fast 2 Jahre !!! Zeit um nach zu bessern.Mehr kann die Stadt nun wirklich nicht machen.

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