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Aufwendiger Umzug hat sich gelohnt

21.01.2013 | 22:00 Uhr
Aufwendiger Umzug hat sich gelohnt
Die Mitarbeiter posieren mit einer Europaflagge und auch mit einer Fahne, die das Duisburg-Wappen zeigt.Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Homberg.  Die Stabsstelle für Wahlen, Europaangelegenheiten und Informationslogistik sitzt seit September vergangenen Jahres im Bezirksrathaus. Eine erste Bilanz fällt sehr positiv aus.

Bei der kommunalen Neuordnung 1975 wanderten fast alle städtischen Ämter aus dem Westen nach Duisburg – bis auf die Bezirks- und Standesämter und das Finanzamt Duisburg-West. Sehr zum Leidwesen der Baerler, Rumelner, Homberger und Rheinhausener Bürger. Doch im September 2012 siedelte sich - zum ersten Mal seit 37 Jahren - wieder ein städtisches Amt im Duisburger Westen an, im Bezirksrathaus Homberg.

Zwar ist dieses Amt jetzt nur noch eine Stabstelle, heißt entsprechend auch Stabsstelle für Wahlen, Europaangelegenheiten und Informationslogistik. Aber das nimmt der neuen Behörde im Westen nichts von ihrer Bedeutung, es ist eine Stabsstelle auf Amtsebene. Und die Fülle der Aufgaben, die die rund 25 festen Mitarbeiter erledigen, ist enorm. Da die Stabsstelle eine Querschnittsaufgabe wahrnimmt, arbeitet sie sämtlichen Ämtern der Stadt Duisburg, dem Stadtrat und den Bezirksvertretungen zu. Ferner bietet die Stabsstelle in Homberg ihre zahlreichen Dienstleistungen allen Duisburger Bürgern an.

Schon seit Jahren suchte das Immobilienmanagement Duisburg (IMD) einen neuen Platz für das Amt, in einem Gebäude der Stadt. Zu beengt waren die alten Räume an der Bismarckstraße in Neudorf, zu marode das Gebäude. Außerdem wollte die Stadt Geld sparen, in dem externen Gebäude in Neudorf musste sie rund 100 000 Euro Miete pro Jahr zahlen.

Da im Bezirksrathaus Homberg das halbe Erdgeschoss , aber auch Räume in allen drei Stockwerken leer standen, wurden sich IMD, Bezirksvertretung Homberg-Ruhrort-Baerl, Stadtrat sowie das damalige Amt für Wahlen, Statistik und Europaangelegenheiten schnell einig, wurde der Umzug zum Homberger Bismarckplatz beschlossene Sache. Nach knapp einem halben Jahr am neuen Standort ziehen die Mitarbeiter der Stabsstelle zumeist zufrieden Bilanz. Die vorherrschende Meinung: Der aufwändige Umzug gen Westen hat sich unterm Strich gelohnt.

Burkhard Beyersdorff, Leiter der Stabsstelle: „Die Räumlichkeiten hier sind eindeutig besser. Meine Mitarbeiter waren zunächst skeptisch. Ich musste meine Kollegen überzeugen, dass sie den Umzug von der Stadtmitte an die Peripherie mittragen. Die Verkehrsanbindung ist gut. Das Bezirksrathaus ist relativ attraktiv und gut zu erreichen, gerade vom Niederrhein her. Das ist wichtig, denn drei Agenturen in der Stabstelle widmen sich dem gesamten Niederrhein einschließlich Duisburg: Die Regionalagentur Niederrhein, Europe Direct, neuerdings auch das „Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein.“ Fischer: „Ins Bezirksrathaus kommen viele Bürger, viel Laufkundschaft. Viele der Besucher nehmen auch unsere Informationsstelle Europe Direct wahr und schauen herein. Auch den Ratssaal können wir für unsere öffentlichen Veranstaltungen nutzen.“

Wahlen

Burkhard Beyersdorff leitet auch den Bereich Wahlen im Erdgeschoss. Er und seine zwei festen Mitarbeiter organisieren Jahr für Jahr sämtliche Europa-, Bundestags, Landtags- und Kommunalwahlen, oft mit einem Vorlauf von bis zu neun Monaten. In Kürze koordiniert eine Projektgruppe in der Stabstelle die Vorbereitung der Bundestagswahl im September. „Wir liefern die statistischen Daten der Bevölkerungszahlen, die für die Einteilung der Wahlkreise wichtig sind. Wir teilen Duisburg in Stimmbezirke ein, teilen Wahllokale und Wahlhelfer ein. Auch die Briefwahl bereiten wir lange im Vorfeld vor, bestimmen die Briefwahllokale. Wir kontrollieren auch nach dem Parteiengesetz, ob die Aufstellung der Kandidaten für die Wahl auf demokratische und rechtmäßige Weise zustande gekommen ist.“ So werden z. B. die entsprechenden Unterstützungsunterschriften geprüft.

Je näher man dem Wahltermin im September komme, desto konkreter werde die Arbeit. „Dann geht es z.B. auch um ganz profane Dinge - Wahlzettel drucken oder Namen der Kandidaten prüfen.“ Die Stabsstelle packe zwei Wochen vor einer Wahl die Wahlkoffer mit den Stimmzetteln für jeden einzelnen Stimmbezirk. „Im Laufe der nächsten neun Monate wird unser Mitarbeiterstamm immer größer. Die Projektgruppe startet mit zwölf Mitarbeitern – zur Wahl werden es etwa 50 sein.“ 2014 wird wieder ein Großkampfjahr: Die Projektgruppe stemmt dann gleichzeitig die Europawahl und die Kommunalwahl. „Bei der Kommunalwahl haben wir den höchsten organisatorischen Aufwand.“ Nach jeder Wahl wird ein detaillierter, ausführlicher Wahlbericht geschrieben, bisher direkt in der Nacht nach dem offiziellen amtlichen Endergebnis. Daneben bereitet die Stabsstelle auch Bürgerbegehren und Bürgerentscheide in Duisburg vor. „Auch da müssen wir fit sein.“

Europa

Joachim Fischer leitet den Bereich Europe Direct im Erdgeschoss, direkt neben dem Bezirksamt: „Wir machen eine sehr aktive Öffentlichkeitsarbeit für Europa.“ Der Brite Robert Tonks leitet den übergeordneten Bereich Europaangelegenheiten: „Die Stadt ist der Träger von Europe Direct und bekennt sich damit zur Europaarbeit.“ Tonks und Fischer, ihre drei festen Mitarbeiter, Rechtsreferendare und studentische Hilfskräfte informieren und beraten Bürger, Verwaltung und Kommunalpolitiker über die mitunter komplexe Europapolitik. Sie versuchen, ihnen das Thema Europa näher zu bringen, anschaulich und ausführlich zu erklären und die Distanz zwischen Bürgern und „den da in Brüssel und Straßburg“ abzubauen.

Dazu produziert und verteilt das Europa-Team nicht nur zahlreiche informative Broschüren und Flyer, es organisiert auch regelmäßig Podiumsdiskussionen für die Bürger, besucht Schulen („Die Nachfrage bei den Lehrern ist groß.“) oder stellt Kontakte zu europäischen Behörden oder Politikern her. Fischer: „Wir brauchen ehrliche Aufklärung zu Europa, gerade in der Finanz- und Wirtschaftskrise und bei der starken Zuwanderung von EU-Neubürgern.“ Fischer und seine Kollegin Nese Kartal beraten auch viele Antragsteller - Bürger, Investoren und Behörden der Stadt – über die Vergabe europäischer Mittel aus den zahlreichen Fördertöpfen der EU, beispielsweise aus dem EU-Strukturfonds Ziel 2. Was die Wenigsten wissen: Einige große Bauprojekte in Duisburg wären ohne europäische Gelder nicht realisiert worden: Logport 1 und 2, Innenhafen, Landschaftspark Nord oder Rheinpark Hochfeld. Tonks: „So etwas geht nur durch unsere guten Kontakte.“ Fischer: „Wir sind nicht nur der Zahlmeister Europas.

Wir profitieren auch am meisten von Europa. Die meisten Aufträge erhalten wir von unseren europäischen Nachbarn. Sie sind unsere wichtigsten Handelspartner.“ Und Tonks ergänzt: „Die europäische Integration ist auch eine Frage des sozialen Friedens und der Solidarität. Europa trägt aber nicht nur zum sozialen Frieden, sondern auch zum Wohlstand der Exportnation Deutschland bei, schafft in der Bundesrepublik viele Arbeitsplätze. Unsere Aufgabe ist es, dass Blatt in der öffentlichen Meinung zu wenden.“ Das Europa-Referat spricht die Bürger auch emotional an, beteiligt sich z.B. am Europafest in der Hochfelder Pauluskirche.

Statistik

Nicht minder wichtig für die Stadt ist der Bereich Informationslogistik, der früher Statistik hieß heisst. Im dritten Stock, unter dem Dach des Bezirksrathauses, bereiten Dr. Stefan Böckler sowie seine sieben festen Mitarbeiter alle statistischen Daten, die für die Stadt wichtig und relevant sind, übersichtlich auf. Hier werden nicht nur die Ergebnisse der rund 400 Wahllokale in Duisburg erfasst, sondern auch alle zentralen Daten zur Bevölkerungs- und Schulentwicklung, zu Finanzen, Wirtschaft, Verkehr, Sozialem, Zuwanderung und Integration oder Umwelt gesammelt und analysiert. So organisierten die Informationslogistiker 2011/12 die stichprobenartige Bevölkerungs- und Wohnungszählung „Zensus“.

Für sensible, personalisierte Daten gibt es nach dem Datenschutzgesetz eine „abgeschottete Statistikstelle“ mit beschränktem Zugang. Die Datensätze werden als Statistiken allen kommunalpolitischen Gremien und Fraktionen, allen Behörden und Experten, aber auch allen Unternehmen zur Planung ihrer Investitionen oder interessierten Bürgern zur Verfügung gestellt – in Form von Tabellen, Diagrammen, Graphiken, Karten und erklärenden Texten. Sie sind wichtige Planungs- und Entscheidungsgrundlagen für die Stadt. Die Daten fließen auch in den Sozial-, (Berufs-)Bildungs- und Umweltbericht, den Schulentwicklungsplan, den Mietspiegel der Stadt oder in das „Duisburg Projekt 2027“ ein.

Auch Bürgerumfragen fallen in den Bereich der Stabsstelle. Robert Tonks: „Bei der Informationslogistik wird genauso viel Wert auf die Erfassung der Daten gelegt wie auf ihre Präsentation für Politik, Medien und Bürger.“ Daher wollen die Homberger Informationslogistiker den Bürgern ihre Informationen über Duisburg bald auf einer eigenen Website zur Verfügung stellen.

Von Martin Krampitz



Kommentare
22.01.2013
10:04
Aufwendiger Umzug hat sich gelohnt
von Fred1653 | #1


...Nun da freuen WIR uns doch ....,!
Dann dürften ja alle Planungen zur Bismarckstr. in Neudorf " Rück " zu verlegen nach diesem Bericht Null und NICHTIG zu sein..?..! ....oder etwa doch nicht...??? !

Hahnebüsch Aktionen müsste man dem Bürger sicherlich auch erklären...! Umzüge dieser Grössenordnung verteilt auf mehrere Wochen verursachen einiges an Kosten.

Bleibt zu hoffen das die z. Zt. noch " maroden " Flächen nun nur noch vom Umzugsrestmüll entsorgt werden, damit der Eigentümer seine bereits mehrfach angekündigten Renovierungsarbeiten auch umsetzten kann...!




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