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Auf zum Gipfel

27.11.2009 | 19:00 Uhr
Auf zum Gipfel

Duisburg-West. Was drei Rheinhauser Umweltschützer motiviert, zum Weltklimagipfel nach Kopenhagen zu fahren. Und: Warum sich 16 Gruppierungen, darunter auch die Rheinhauser Bürgerinitiative Saubere Luft, jetzt als "Klimabündnis Niederrhein" auftreten und den brennenden Eisbar auspacken.

Wenn die Welt im Dezember nach Kopenhagen blickt, dann wollen sie ganz nah vor Ort dabei sein: Drei Rheinhauser machen sich auf den Weg zum Weltklimagipfel in Kopenhagen. Sie gehören zu einer Art inoffiziellen, fünfköpfigen Delegation von Duisburger Umweltverbänden und Bürgerinitiativen. Auf welcher Seite des Zauns sie stehen werden, ist auch klar: Schwerpunkt ihrer Reise ist die Großdemo am 12. Dezember in der dänischen Hauptstadt, zu der die Veranstalter bis zu 30 000 Teilnehmer erwarten.

„Alleine die Suche nach einer Unterkunft war schon ein Abenteuer”, sagt Norbert Bömer. Kein Wunder: Zu der Masse an Umweltschützern und Aktivisten kommt der Tross der Staatschefs mit ihren Regierungsbeamten. Ab dem 7. Dezember werden Vertreter von 193 Staaten über ein globales Abkommen gegen die drohende Klimakatastrophe beraten. Wer keine horrenden Preise für Zimmer zahlen will oder kann, muss erfinderisch sein. „Überall wird dort nach einem Unterschlupf gesucht”, sagt Bömer. Seine Gruppe ist auf dem Wasser fündig geworden, sie werden gemeinsam in einer Kabine auf einem Schiff schlafen, für eine Nacht, eine zweite wäre auch dort nicht möglich gewesen.

„Wir wollen das Feld nicht der Politik überlassen"

Vorsitzender der Bürgerinitiative "Saubere Luft": Norbert Bömer. Foto: Volker Herold

Am Donnerstag wird die Gruppe in die Zug steigen, am Sonntag ist die Rückfahrt – im Schlafwagen. „Wir sind ja schließlich nicht mehr die Jüngsten”, sagt Bömer, Vorsitzender der Rheinhauser Bürgerinitiative „Saubere Luft”, deren Mitstreiter emsig gegen das geplante Steinkohlekraftwerk in Uerdingen zu Felde ziehen. Das Transparent, das sie bereits auf zahlreichen Demos in der Region hochgehalten haben, wollen sie auch in Kopenhagen ausrollen. „Wir werden uns bei den Leuten aus anderen Städten und Ländern einreihen, die ebenfalls gegen Kohlekraftwerke protestieren.” Sich mit anderen zusammentun, um Präsenz an diesem prominenten Ort zu zeigen, auf den an diesen Tagen die ganze Welt blicken wird, das ist die Motivation für die Reise. „Wir wollen das Feld nicht der Politik überlassen”, sagt Bömer. „Ich hoffe, dass sich die Staatsoberhäupter tatsächlich auf eine verbindliche, völkerrechtliche Vereinbarung festlegen und der Gipfel mit den Entscheidungen endet, die dringend notwendig sind. Und die werden wir auf der Straße einfordern.”

Die UN-Konferenz sei schließlich eines der wenigen Foren, die sich überhaupt biete, sagt auch der Rheinhauser Harald Jochums vom Niederrheinischen Umweltverein. „Ich glaube schon, dass sich die Politik von sehr vielen Menschen vor Ort beeindrucken lässt. Von den fossilen Dinosaurien müssen wir dringend weg, wir brauchen ein generelles Umdenken und stehen jetzt an einer historischen Weggabelung.” Neben Bömer und Jochums werden auch der Rheinhauser Arzt Günther Bittel sowie Kerstin Ciesla (BUND Duisburg) und Wilfried Mohr (Bürgerinitiative Walsum) mit nach Kopenhagen reisen.

Protest vor dem Kühlturm

16 Initiativen und Gruppierungen aus der Region haben sich inzwischen zum „Klimabündnis Niederrhein” zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, weitere Kohlekraftwerke an der Rheinschiene von Krefeld über Duisburg nach Voerde zu verhindern. Erste gemeinsame Aktion ist eine Demonstration vor dem Kohlekraftwerk Walsum am Weltklimatag, 5. Dezember, um 10 Uhr. Als Symbol für ihre Forderungen werden sie vor dem Kühlturm wieder die große Pappfigur auffahren, die inzwischen ihr Markenzeichen geworden ist: ein brennender Eisbär.

Ingo Blazejewski

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