Auf dem Trockenen
12.02.2012 | 17:38 Uhr 2012-02-12T17:38:00+0100
Keine Freigabe, Eisparty am Toeppersee stieg am und nicht auf dem gefrorenen Wasser. Veranstalter fanden’s schade, zeigten aber Verständnis
Ein zugefrorener See hat in Duisburg und Umgebung eher Seltenheitswert. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass die Menschen vom Naherholungsgebiet Toeppersee geradezu magisch angezogen werden, wenn es nicht nur um Spaziergänge um den See, sondern sogar auf dem See geht. Dazu kam auch noch strahlender Sonnenschein. Nur konsequent war da die Idee von Michael König, dem Betreiber der Wasserskianlage auf dem kleinen Toeppersee, eine Eisparty zu veranstalten. „Das machen wir schon seit 15 Jahren, wenn Schnee liegt oder der See zufriert.“ Im letzten Jahr war es eine Schneeparty.
Gäste ignorierten Absperrung
Die diesjährige Eisparty musste allerdings auf dem Land stattfinden, denn die Seen in Duisburg sind von der Stadt nicht freigegeben. Nur eine rund 15 mal 10 Meter große Fläche im Uferbereich direkt vor dem Sandstrand der Wasserskianlage hatten die Mitarbeiter von König mit rot-weißem Flatterband abgetrennt. „Dort ist das Wasser nur 30 Zentimeter tief“, sagte König. Am Samstagabend war für ihn aber schon klar, dass er das nicht mehr macht. „Wir werden das jetzt einstellen. Es hat nicht funktioniert, denn die Leute halten sich nicht daran. Sie gehen über das Band weiter auf den See“, so König. Er habe zwar extra einen Mitarbeiter am Flatterband stehen, der die Leute auf die Gefahr aufmerksam mache. Viele würden allerdings nicht auf ihn hören.
Einige hatten sogar ihre Schlittschuhe und Eishockeyschläger mitgebracht und spielten mit einem Puck auf der Eisfläche außerhalb der Begrenzung. Diesem Treiben machten die ehrenamtlichen Retter von der DLRG, die regelmäßig um den Toeppersee patrouillieren, aber schnell ein Ende. Mehr als den Menschen die Anweisung zu geben, vom Eis runter zu kommen und sie auf die Gefahren hinzuweisen, konnten die Wasserretter aber auch nicht machen.
Sobald sie weiterzogen, ging das Eishockeyspiel wieder los. Die Retter in rot sind nämlich nicht nur für die Wasserskianlage zuständig, sondern für den gesamten Toeppersee. Dafür hatten sie auch einen speziellen Eisretter an ihrem Fahrzeug. Viele Besucher kamen auch direkt auf sie zu und fragten, ob der See gesperrt sei. Denn die wenigen, etwa DIN-A4 großen, Hinweisblätter mit der Aufschrift „Betreten der Eisfläche verboten“, die am Beginn der Spazierwege befestigt waren, konnte man leicht übersehen.
Skulpturen schnitzen
Michael König bot den Besuchern, die in Scharen gekommen waren, dann lieber Beschäftigung abseits des Eises. Dafür gab es Eisblöcke, aus denen Eisskulpturen entstehen konnten, warme Getränke und die Möglichkeit einer Kutschfahrt. „Ich finde es schade, dass die Stadt keinen See mehr freigibt. In Hamburg wurde sogar die Alster, ein fließendes Gewässer, freigegeben“, bedauerte König. Gleichzeitig hat er aber auch Verständnis für die Maßnahme: „Lieber lässt man 1000 Leute nicht aufs Eis, wenn man dafür ein Menschenleben retten kann.“
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sehr schöne Bilder