Asbestsanierung in Rheinhausen kostete 200.000 Euro

50 Spezialkräfte waren direkt nach dem Brand rund ums Rheinhauser Einkaufszentrum im Einsatz.
50 Spezialkräfte waren direkt nach dem Brand rund ums Rheinhauser Einkaufszentrum im Einsatz.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Auch zwei Monate nach dem Großbrand in Rheinhausen steht die genaue Brandursache noch hundertprozentig fest.

Duisburg.. Es ist fast zwei Monate her, als an der Rheinhauser Hochstraße eine Lagerhalle brannte und giftiger Asbeststaub über den Stadtteil zog (wir berichteten). Die Brandursache des Feuers, das laut Ermittlungen um 3 Uhr in der Nacht ausgebrochen war, ist immer noch nicht geklärt.

Man arbeite fieberhaft an der Aufklärung, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft und der Polizei. Seit Anfang Februar haben zudem etliche politische Gremien in der Stadt und im Land getagt und Experten zu Wort kommen lassen, die zur Aufklärung des Falles beitragen sollten.

Asbestplatten wurden durch Löschwasser aufgebrochen

So gibt ein der Redaktion vorliegendes internes Papier jetzt Aufschluss über den Verlauf der Brandnacht. Danach seien durch das Löschwasser Asbestplatten schichtweise und explosionsartig aufgebrochen, das Material habe sich in einem Bereich von 500 bis 600 Metern in Richtung Einkaufszentrum Rheinhausen und bis zur Deichstraße ausbreiten können.

Asbest „Durch die feuchtkalte Witterung habe jedoch glücklicherweise ein natürlicher Reinigungsprozess stattgefunden, infolge dessen ein Großteil des Asbestteilchen in die Kanalisation gelangt sei“, heißt es weiter in dem Papier. 20 private und 27 gewerbliche Flächen seien kontaminiert worden, die in der auf den Brand folgenden Woche allesamt gereinigt worden seien. Von den Asbestplättchen sei aufgrund der Witterung keine unmittelbare Gefahr ausgegangen.

Verursacher muss Kosten für Asbestsanierung tragen

Aus dem Schreiben gehen auch die Sanierungskosten hervor, „der veranschlagte Kostenrahmen von 200.000 Euro würde wohl voll ausgeschöpft. Allein die Rekrutierung von 50 Fachkräften für die Asbestsanierung am Wochenende schlage mit rund 30.000 Euro zu Buche. Die Stadt bemühe sich jetzt, die Kosten für die Reinigung von dem Verursacher erstattet zu bekommen, „zurzeit ist aber nicht absehbar, ob und inwieweit diese Bemühungen erfolgreich sind.“ Es sei derzeit nicht angedacht, Grundstückseigentümer in Regress zu nehmen, „da zunächst die Erstattung der Kosten durch den Verursacher angestrebt werde.“

Die Staatsanwaltschaft ist sich auf Anfrage zuversichtlich, die Brandursache zu ermitteln. Wann es diesbezüglich ein Ergebnis gibt, darüber mochte man keine Auskunft geben.