Kraftwerk
„Ankündigung von Trianel ist nichts wert”
01.04.2009 | 17:32 Uhr 2009-04-01T17:32:00+0200Der Krefelder Stadtrat berät Donnerstag auch über Zugeständnisse von Bayer. Kraftwerksgegner sprechen von einer Farce.
Der politische Streit um das Kohlekraftwerk in Uerdingen geht in die nächste Runde: Der Krefelder Stadtrat debattiert Donnerstag, 2. April, ab 18 Uhr im Seidenweberhaus unter anderem über die Ankündigung von Bayer und Trianel, im Falle einer Genehmigung die alten Kessel des bestehenden Kraftwerkes abzuschalten, wenn das neue Kraftwerk „den Chempark ein Jahr lang zuverlässig mit Dampf und Strom beliefert hat” sowie die Kohle nicht offen, sondern eingehaust zu lagern und über den Uerdinger Rheinhafen auf dem Wasserweg anzuliefern.
Für die Krefelder und Duisburger Umweltschützer, die sich gegen den Bau des 800-Megawatt-Kraftwerkes engagieren, sind diese Zusagen, obwohl notariell beglaubigt, nicht viel wert: „Es handelt sich um reine Absichtserklärungen, die zudem noch möglichst ungenau formuliert sind”, meint etwa der Friemersheimer Architekt Harald Jochums: „Ahndungen bei Zuwiderhandlungen sind nicht vorgesehen, daher wird ein Verstoß gegen die Erklärung folgen- und fruchtlos bleiben.” Auch die versprochene Anlieferung über den Hafen stößt Jochums sauer auf: „Die dafür nötige Erweiterung des Hafens sollen natürlich die Krefelder Steuerzahler finanzieren. Bis die zehn Millionen Euro über Hafengebühren wieder reinkommen, das kann dauern!”
Auch Duisburgs BUND-Chefin Kerstin Ciesla fragt sich, „wie jemand aufgrund dieser Beurkundung von ernsthaften Absichten ausgehen kann.” Alle Punkte seien „schwammig, unkonkret, interpretierungsfähig und haben keine rechtlichen Konsequenzen, da keiner unmittelbar auf das Genehmigungsverfahren Einfluss nimmt.”
Daher empfehlen Jochums und Ciesla gerade Rheinhauser Bürgern, die Ratssitzung zu besuchen und ihre Ablehnung zu zeigen. In Krefeld haben sie bereits Mittwoch morgen am Hauptbahnhof das Gespräch mit Passanten gesucht, Handzettel verteilt und mit einem Transparent ihren Unmut kundgetan. Jochums: „Natürlich ist man nicht immer mit allen auf einer Wellenlänge. Aber ich hatte schon den Eindruck, dass wir auf viel Zuspruch gestoßen sind.”
Die Ratssitzung wird übrigens in puncto „Dreck aus Krefeld” für den Duisburger Westen gleich doppelt interessant: Auch der Antrag auf die Errichtung eines Zementwerkes am Uerdinger Hafen steht auf der Tagesordnung.
18:35
Nur weil die Rechtfertigungenorgien der BI länger werden - bekommen sie keinen höheren Wahrheitsgehalt.
Und an die MOD, die mich immer abwürgt - vielen vielen Dank für die unabhängige Berichterstattung.
GEO und BUND gegen INFERNUM, Leuphana und UMSICHT.
Liebe Lokalredaktion, ich verneige mich in Demut vor Eurem Sachverstand
05:41
zu Klaus Meinert:
Mein Gott, wir haben im Chemiepark Uerdingen die blanke Angst, unseren Arbeitsplatz zu verlieren. So verständlich die Angst ist: Die Kritiker eines Kohlekraftwerks gefährden keinen einzigen Arbeitsplatz, wenn sie als Alternative z.B. ein Gaskraftwerk fordern und verhindern damit auch keine Investitionen. Currenta könnte als weitere Variante auch die beiden alten Kohlekessel im Kraftwerk N230 ertüchtigen oder neu bauen und auch dann würde kein Arbeitsplatz verloren gehen. Und warum wird das nicht gemacht? Ein 7,3 mal so großes Kraftwerk wie die 2 alten Kessel im N230 ist für den Erhalt der Arbeitsplätze auf jeden Fall nicht nötig.
Und: Die Misere bei Tronox ist von der Muttergesellschaft verursacht, die kurz vor dem Aus steht, weil sie erhebliche Probleme mit Altlasten hat, die nachweislich nicht von Kraftwerkskritikern stammen. Das hat doch mit dem Kraftwerk nichts zu tun!
Die Geschäftsleitung von Currenta und dem Chempark macht den Mitarbeitern in unverantwortlicher Weise Angst, informiert sie nicht oder nur einseitig. Und warum kündigt Herr Dresely erst jetzt umfangreiche Informationen über das Kraftwerk an? Hätte er doch schon vor über 2 Jahren tun können? Die Kohlekraftwerkskritiker mußten sich mühsamst die Fakten selber zusammensammeln und stellten fest, daß selbst die spärlichen offiziellen Informationen ungenau waren und z.T. hinten und vorne nicht stimmten. Und wenn die von Herrn Dresely angekündigten Informationen rauskommen und später auch der Öffentlichkeit preisgegeben werden sollen, schaut mal, was die Kritiker dazu sagen unter nuv-online.de. Informiert Euch umfassend; haben die Kritiker auch gemacht, im Gegensatz zu den Befürwortern in der Politik, deren Unwissen medaillenverdächtig ist; von den Alternativen haben die nämlich noch nicht einmal eine Ahnung von einer Ahnung, entscheiden aber entscheidend über den Bau solcher Mega - Dreckschleudern, die zudem noch die Weiterentwicklung von umweltschonenderen, effizienteren Energieformen blockieren und das über die gesamte Laufzeit des Fossilen Kraftwerks hin, also die nächsten 50 Jahre. Insgesamt gesehen sind diese Fossiien Kraftwerke deshalb garnicht effizient, wie uns weisgemacht werden soll, sondern zutiefst ineffizient, also Fossilien, die man an sich nur mit dem Werbespruch vermarkten kann: Vorwärts in die Vergangenheit!
Samstag, 5:30 Uhr, Ende der Nachtschicht; ein schönes Hobby -
12:39
@kaeptnahoj,
auf den Punkt gebracht, richtig so, ich finde auch, ein Kraftwerk kann kommen, aber als Gaskraftwerk.
Hoffentlich Beteiligen sich viele an der Aktion!
20:51
Leider haben viele immer noch nicht verstanden, oder wollen es nicht verstehen, weil sie vom Betriebsrat oder sonstwem zu solch abstrusen Kommentaren aufgefordert werden, dass es nicht darum geht, ein Kraftwerk zu verhindern, sondern um eine KOHLE-Kraftwerk. Gegen ein wesentlich saubereres Gaskraftwerk hätte niemand etwas einzuwenden.
Selbstverständlich ist ein neues Kohlekraftwerk um ca. 25 % sauberer als ein solches, das schon 50 Jahre alt ist. Wenn Trianel aber ein Kraftwerk baut, das doppelt so viel Energie erzeugt wie das alte, liegt der Ausstoß am Ende nach Adam Riese bei 150 % dessen, was die alten Kessel jetzt schon in die Umwelt blasen. Das bedeutet, daß die absolute Luftverschmutzung - und das ist es doch, was die Anwohner letztlich interessiert - sich um 50 % erhöhen wird. Genauere Informationen kann jeder im Internet auf den Seiten der Bürgerinitiativen (z.B. www.bi-saubere-luft.de) erhalten.
Es ist problemlos, ein Gaskraftwerk zu bauen, das Konsortium Trianel hat dies an vielen anderen Stellen sebst bewiesen. Trianel hat die modernsten und effektivsten Gasturbinenkraftwerke errichtet, aber hier soll mit dem Kohlekraftwerk eine völlig veraltetete Technologie zur Anwendung kommen.
Den Kraftwerksgegnern geht es darum, eine weitere Mehrbelastung an Schadstoffen hier im Bereich zu verhindern. Wir sind hier jetzt schon an der Spitze der Umweltbelastung, und da sollte es doch logischerweise das Bestreben aller sein, diese nicht weiter zu steigern, sondern diese vielmehr zu verrringern.
Die Mehrbelastung betrifft vor allem den lungengängigen Feinstaub, den ein Kohlekraftwerk zwangsläufig produziert, egal wie gut die Filter sind. Weiterhin kommen etliche Schwermetalle hinzu. Das Ganze regnet dann vor allem auf Rheinhausen, Trompet und Schwafheim nieder. Die Bevölkerung hier ist sich der Auswirkungen gar nicht bewusst und sollte gegen solch einen Schmutz nach allen Kräften ankämpfen. Die Großdemonstration ist z.B. eine geeignete Möglichkeit, seinen Protest kund zu tun. Wer sich jetzt nicht wehrt, wird sich später über die Folgen nicht beschweren dürfen. Oder glaubt hier noch irgend jemand, daß die Anwohner des neuen Kohlekraftwerks in Walsum jetzt glücklich sind?
Viele Kommentatoren versuchen das Ganze ins Lächerliche zu ziehen oder negieren die unausweichlichen Folgen. Das ist menschlich ebenso verständlich wie irrational. Die Folgen des Klimawandels werden von keinem ernstzunehmenden Wissenschaftler mehr bezweifelt. Nicht umsonst fordern Klimaforscher den Ausstieg aus der Kohlekraft. Ebenso wurde von Psychologen untersucht, warum der Mensch im Angesicht der unübersehbaren Katastrophe derart unbeweglich bleibt. Jeder kennt das, wenn kleine Kinder sich die Hand vor die Augen halten, denn wenn sie nicht gesehen werden können, kann man sie auch nicht sehen und ihnen nichts tun. So zumindest die kindliche Vorstellung. In einer GEO-Ausgabe im Dezember 2007 gab es einen interessanten Schwerpunkt zu dieser Problematik. DAs Heft ist noch beim Gruner und Jahr Verlag oder bei ebay erhältlich. Ich selbst bin kein Klimaforscher und muss daher versuchen, mich subjektiv und verständlich zu informieren, um nicht auf Gerüchte, Halbwahrheiten oder schlimmstenfalls der Meinung von Lobbyisten angewiesen zu sein. Wer den Aussagen der Grünen oder des BUND als voreingenommen nicht traut, kann sich bei GEO objektiv informieren. Dieses Magazin ist für seine guten Recherchen bekannt und steht nicht im Verdacht, irgendeiner Lobby zu folgen. (Ich bin kein Zeitschriftenwerber oder so, die Zeitschrift ist einfach nur gut)
Selbstverständlich brauchen wir weiterhin Energie, denn keiner will in Höhlen leben und über dem Lagerfeuer kochen. Und da es mit den Gaskraftwerken eine umweltverträglichere Alternative gibt, ist doch das beständige Festhalten an der Kohle um so unverständlicher. Natürlich wird Gas - wie auch alle anderen Rohstoffe, also auch die Kohle - mit der Zeit knapper und teurer, aber unsere Gesundheit und die unserer Kinder sollte uns noch teurer sein.
Und für alle Kohlelobbyisten: Von dem Kohlekraftwerk in Krefeld wird kein deutscher Bergmann satt, die Kohle kommt aus Australien, Kolumbien und Südafrika.
Zu den notariell beglaubigten Zugeständnissen von Trianel: Diese sind kein Geheimpapier und lassen sich nachlesen, so daß sich jeder selbst ein Bild davon machen kann. Es ist ein Witz, was darin steht: nicht eine einzige verbindliche Zusage sondern fromme Absichtserklärungen unter Ausschluß jeglicher Rechtsbindung oder Sanktionsmöglichkeit. Ich weiß nicht, was die Politiker in Krefeld da gelesen haben und nun für bare Münze nehmen. Ich weiß auch nicht, warum der Originaltext in der Zeitung nicht abgedruckt wurde, aber jeder kann ihn sich von Frau Ciesla vom BUND schicken lassen.
Mein Fazit: Ich werde mich weiterhin an dem Protest gegen das Kohlekraftwerk beteiligen und hoffe, daß es noch genügend selbständig denkende Menschen gibt, die es schaffen, sich sachlich zu informieren und dann ebenfalls mitmachen.
16:45
Der Auswanderer ist is ekelig , war bestimmt im früherern Leben Aussortierer an der Arbeitslagerrampe oder Rumpelstizchen. Naja bald wohl ohne Arbeit und unfähig zu begreifen was da im Chempark eigentlich abgeht kann er nun mal nur pöbeln.
16:08
@Klaus Meinert,nicht nur im Chempark hatman angst um Arbeitsplätze, das ist zurzeit wohl Weltweit so. Tronox, da braucht man sich nichts vormachen, war schon länger vor dem aus, da wollte man vor 2 Jahren schon Verkaufen, weil die Produktion veraltet ist. Der Chempark ist nunmal nicht mehr das, was es mal war, Makrolon wird auch nach Antwerpen gehen. Ich gehe nicht dem Hobby nach um das Kraftwerk zu Verhindern sondern weil ich der Meinung bin, dass wir ein solches Kohlekraftwerk hier nicht benötigen!
Ich als Bürger, der Täglich um die 16 Stunden in Hohenbudberg bin, habe kein Interesse an dieser Dreckschleuder, wenn Strom benötigt wird, sollen die Verantwortlichen mehr Geld Ausgeben und in andere Energiequellen setzen! Auch für unsere Knder!!! Es reicht ja schon das der Chempark richtig dreck macht.
13:27
Der Arbeitsscheue sitzt grad auf der Arbeit im Büro und hat seine wohl verdiente Mittagspause ! Was hat das Kraftwerk mit der Rettung des Chemielochs zu tun? NIX! Hieß es nicht sogar das der Strom ins Ausland verkauft wird? Baut es doch als Gaskraftwerk mit einer Leistung die fürs Chemieloch benötigt wird. Aber nicht so eine überdimensionierte Drecksschleuder! Und am besten auf Uerdinger seite oder im Rheinhafen.
13:06
Das Heer der Arbeitslosen und Drückeberger aus Rheinhausen kann gut schwafeln:Kein Kraftwerk in Uerdingen,denn in Rheinhausen sind die Lichter schon ausgegangen,hier aber soll es weitergehen mit der Industrieproduktion und kein hundertfacher Türkischer Einzelhandel(An-und Verkauf,Dönerbuden,Plastikhochzeitskleider usw.)Sehr Euch Eure Innenstadt an,so soll es in Krefeld und Uerdingen NICHT aussehen,also :Das Kraftwerk muss her.Die Taugenichtse und Arbeitsscheuen sollen Heute Abend dort bleiben wo sie jetzt sind,vor dem Fernseher oder an der Trinkbude....
09:24
Mein Gott, wir haben im Chemiepark Uerdingen die blanke Angst unseren Arbeitsplatz zu verlieren. Tronox vor dem Aus, Makrolon evtl. nach Anttwerpen. In vielen Abteilungen Kurzarbeit. Der ganze Standort droht ernsthaft zu kippen. Und ihr geht euerem Hobby nach und wollt in einem Industriestandort Investitionen verhindern...Toll, wir (und eure Kinder und Enkel) danken euch. Wir können ja auch nach Asien umsiedeln. Ich gönne euch auch mal so richtige Existenzängste wie wir sie hier haben. Ein Currenta-Mitarbeiter.
23:37
Morgen 18 Uhr Ratssitzung im Seidenweberhaus! Alle müssen hin! Kein neues Kraftwerk im Chempark!!!! Der Freddy wird das Schiff schon schaukeln