Angst um Arbeitsplätze
24.09.2008 | 19:16 Uhr 2008-09-24T19:16:00+0200
Betriebsräte des Chemparks, in dem auch 1250 Duisburger arbeiten, sorgen sich um ausbleibende Investitionen aufgrund der vom Krefelder Rat ausgesprochenen Veränderungssperre des Bebauungsplans.
Alarmiert - ein einziges Wort genügte gestern vier Betriebsräten aus dem Uerdinger Chempark, um die Stimmung der Kollegen zu beschreiben. Auslöser für die Alarmierung ist die Veränderungssperre, die der Krefelder Rat am 4. September beschlossen hatte.
Rückblende: Ende des vergangenen Jahres beschloss der Krefelder Rat nach hitziger Diskussion mit den Stimmen von CDU und Grünen eine Änderung des Bebauungsplans für den Chempark. Diese Änderung bedeutet eine sehr hohe Hürde für den Bau eines Kohlekraftwerks.
Anfang des Monats sollten die Ratsmitglieder erneut über den Bebauungsplan abstimmen - weil Trianel und Bayer ihre Pläne weiter verfolgen und weil Krefelds OB Gregor Kathstede ein Befürworter dieser Pläne ist. CDU und Grüne blieben bei ihrer Linie und stimmten für eine Sperre.
„Wir stellen jetzt schon fest, dass Uerdingen bei Standortentscheidungen nicht mehr im Fokus steht”, so Detlef Rennings, Betriebsratsvorsitzender von Currenta. Unternehmen wüssten, so sie vernünftige Rahmenbedingungen finden. Würde woanders investiert und nicht in Krefeld, sei zu befürchten, dass mittelfristig ein Arbeitsplatzabbau einsetzt. Rennings: „Wir haben in der Vergangenheit mit einigen Opfern dazu beigetragen, dass unsere Unternehmen konkurrenzfähig bleiben, und die Politik macht uns nun einen Strich durch die Rechnung. Wir hoffen auf eine bessere Zukunft.”
Um welche Größenordnungen es sich bei möglichen Investitionen handelt, machte Jürgen Schicker, Betriebsratsvorsitzender von Lanxess, deutlich: „Bei uns sind 50 bis 60 Millionen Euro für den Ausbau eingeplant.”
Peter Hausmann, IGBCE-Landesbezirksleiter Nordrhein, nimmt die Politik in die Pflicht: „Wenn man auf Landesebene mit SPD und CDU spricht, ist man sich relativ schnell einig bei der Industriepolitik. Die Parteien sollten in der Lage sein, ihre Grundsatzpositionen auf der lokalen Ebene durchzuhalten. Die Chemieindustrie muss sichere Rahmenbedingungen haben.”
Die Betriebsräte sprechen sind eindeutig für den Bau des Steinkohlekraftwerks aus. Es sei vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Entwicklung die richtige Strategie. Und sie verlangen, dass sich die Politik und Investoren (Bayer und Trianel) an einen Tisch setzen, um über ganz konkrete Punkte zu verhandeln. Was sie damit in erster Linie meinten: die bislang nicht verbindlich zugesicherte Abschaltung der alten Kohlekessel nach Inbetriebnahme eines neuen Kraftwerks.
In den nächsten Wochen planen Betriebsräte und IGBCE eine Podiumsdiskussion. Dazu sollen alle Fraktionsvorsitzenden der im Krefelder Rat vertretenen Parteien eingeladen werden.
18:00
Gut 1200 Arbeiten bei Bayer!
Müssen sie trotzdem neue Dreckschläudern bauen?
Der meiste Dreck fällt im Duisburger Westen herunter,Krefeld bleibt verschont.
Wenn dies alles Gebaut wird werden bestimmt wieder viele aus Rheinhausen wenn sie können weg ziehen. Sicher nicht zum Wohle der Stadt Duisburg. Auch darüber muß mal nach gedacht werden.
16:33
Richtig und von was leben wir alle dann,denkt mal nach,der Strom kommt ja auch aus der Steckdose also braucht man auch keine Kraftwerke mehr (verstanden.)
16:10
Vergrösserung der Müllverbrennungsanlage
Neubau des Kohlekraftwerks
Krefeld gibt ja mal so richtig Gas.
Mag sein das diese Investitionen richtig sind. doch passen diese so nicht in die Zeit und in die Umwelt.
Liebe INVESTOREN, schneiden Sie alte Zöpfe und werden Sie innovativ, dann sind wir auch an Ihrer Seite. Technologien aus der Zeit unserer Großväter wollen wir nicht, braucht auch keiner.
Starten Sie die Zukunft - JETZT
11:37
Die Zeiten, in denen man mit der Schaffung von Arbeitsplätzen und deren Erhalt dem Bürger alles verkaufen konnte, sind vorbei, und wenn ich an Bilder von asiatischen Städten unter ihren Dunstglocken denke sage ich dass das auch gut so ist.
09:21
Hallo und guten Morgen Herr Umweltaktivist,
hätten Sie denn mal die Güte und könnten mir mitteilen WO Sie Arbeiten.
Denn wenn Sie davon nicht betroffen sind läst es sich leicht dagegen zu sein.Denn ob man Angst um sein Geld ( Leben ) haben muß oder nicht dann läst es sich gut meckern.Ich habe von ihnen nichts über die Vergrösserung der Müllverbrennungsanlage gelesen wie kommts.
Gruß von einem betroffenen.
00:16
Ist klar, immer wieder das bewährte Druckmittel der Standortsicherheit, des drohenden Arbeitsplatzverlustes. Gääääähn. Alles nur reine Schau, mehr nicht. Die Unternehmen hätten sich auch so für einen anderen Standort ihrer Investitionen entschieden. Ausserdem finde ich gut, dass eine solche Dreckschleuder (Kohelkraftwerk), die dort sowieso nicht benötigt wird, verhindert wurde.