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Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal

05.05.2010 | 17:39 Uhr
Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal

Homberg-Gerdt.Das Kamp-Lintforter Recycling-Unternehmen Degema wollte sich auf der Bergbau-Brache Schacht Gerdt ansiedeln. Daraus wurde nichts, weil Stadt und Politik das Gelände zur Grünfläche umgewidmet haben. Jetzt versucht Degema-Chef Joachim Fenger, 200 Meter weiter, auf dem ehemaligen Hornitex-Gelände, Grund für sein Unternehmen zu erwerben.

Die Degema hat laut Fenger ein Verfahren entwickelt und patentiert, mit dem Altreifen auf andere als bislang übliche Weise - Verbrennen - genutzt werden können: Mit Stickstoff auf minus 180 Grad herunter gekühlt, werden die Reifen in ihre Bestandteile — Stahlgürtel, Textilfasern und Gummi — zerteilt; letzteres wird vermahlen und dann zu Kunststoff-Mischungen aufbereitet. Verbindliche Abnahmeverträge für eine komplette Jahresproduktion, das sind immerhin 20 000 Tonnen des Endproduktes, liegen laut Fenger bereits jetzt vor, obwohl das 2000 gegründete Unternehmen bislang keinerlei wirtschaftliche Aktivität ausübt und nur aus einem Büro in Kamp-Lintfort besteht.

Das soll sich ändern: Fenger und seine Partner wollen für 18 Millionen Euro eine Produktionsanlage mit angegliedertem Labor errichten. Insgesamt sollen 35 Arbeitsplätze in der ersten, weitere 15 in einer zweiten Stufe geschaffen werden. Standort dafür soll der nördliche Rand Hombergs, an der Grenze zu Moers-Gerdt und Baerl werden, vor allem wegen der Nähe zur A 42.

Standort von der
Stadt empfohlen

Ursprünglich hatte Fenger dafür die ehemalige Schachtanlage an der Kohlenstraße 10 ins Auge gefasst. Die Halle mit angebautem Bürotrakt sei ideal für seine Zwecke, befand Fenger, und mit Inhaber Ingo Breznikar von der „Gewerbepark Schacht Gerdt GmbH“ war er schon so weit einig, dass dieser Degemas Ansiedlungswunsch als Argument im Streit um eine entsprechende Betriebs- und Baugenehmigung kommunizierte.

Breznikars Pläne, die Schachtanlage als Denkmal zu erhalten und dies durch gewerbliche Nutzung der Nachbargebäude — unter anderem die geplante Vermietung an Degema — zu finanzieren, liegen derzeit auf Eis: Die politischen Gremien der Stadt Duisburg haben beschlossen, dass nur die denkmalgeschützten Schachtanlagen erhalten bleiben sollen und die restlichen Flächen nach dem Auslaufen der „Bergaufsicht“ als Grünflächen vorgesehen sind. Breznikar: „Damit verhindert Baurat Dressler 18 Millionen Euro Investition und 35 grüne Arbeitsplätze in Duisburg!“

Auch Fenger bekam die Ablehnung der Gewerbe-Pläne am Schacht Gerdt bereits zu spüren: „Als ich bei der Wirtschaftsförderung vorsprach, wurde mir direkt angedeutet, dass es mit der Genehmigung ,ganz, ganz schwierig’ würde. In weiteren Gesprächen mit der Stadtverwaltung, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und der Homberger Bezirksvertretung wurde mir dann das Hornitex-Gelände ein paar hundert Meter weiter empfohlen.“

Das Spanplattenwerk, 2006 von der Firma übernommen, hatte zum Jahreswechsel den Betrieb eingestellt. Ursprüngliche Pläne, an diesem Standort einen „Recycling-Betrieb“ - auf gut Deutsch: Ein Altholzlager - zu betreiben, werden offenbar nicht weiterverfolgt. Glunz will verkaufen und steht unter anderem in Verhandlungen mit Joachim Fenger.

Der hat freilich keine Verwendung für die gesamten 140 000 Quadratmeter Werksgelände. „Aber es gibt andere Interessenten, etwa einen Hersteller von Holzpellets.“ Vor einer Vertragsunterzeichnung steht laut Fenger allerdings noch die Altlastenfrage, da bei der Spanplatten-Herstellung mit Formaldehyd gearbeitet wurde. „Spruchreif ist noch nichts, aber eigentlich ist dieses komplett erschlossene Industrie-Gelände mit Nutzungserlaubnis schon das, was wir uns vorstellen.“

Matthias Oelkrug

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Kommentare
16.05.2010
23:38
Blockierter Kommentar.
von michaelhb | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.05.2010
12:41
Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal
von Athene | #8

Ich kann nur sagen
VORSICHT VORSICHT VORSICHT

Die Altreifen sind vielleicht sehr schnell da und könnten gaaaaanz lange liegen!

08.05.2010
13:32
Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal
von derstilleAngler | #7

Wenn das
In weiteren Gesprächen mit der Stadtverwaltung, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und der Homberger Bezirksvertretung wurde mir dann das Hornitex-Gelände ein paar hundert Meter weiter empfohlen.“
stimmt, werde ich nie mehr SPD oder CDU wählen.
Seit Jahrzehnten plagt uns der gefärliche Holzstaub und jetzt sollen wir durch Gummimehl vertrieben werden?
Herr Paschmann, Frau Brinskelle, sie wollen unsere Interessenswertreter sein?
Ich könnte schreien!

07.05.2010
12:53
Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal
von Steinert | #6

Richtig, Michael Lange.
Dazu kommt, dass Kamp-Lintfort in der unsäglichen Gewerbesteuerfrage viel bessere Konditionen bietet!
Irgendwie habe ich das Gefühl, die hohen Damen und Herren glauben, der Duisburger Bevölkerung alles zumuten zu dürfen.
-Grubengas abpumpen im Wohngebiet? Logo, ist ja nur Duisburg
-Gummiverwertung in der einzigen grünen Schneise? Logo, ist ja nur Duisburg!
Liebe MitbürgerINNEN wir müssen Flagge zeigen. Am besten, direkt am Sonntag zur Wahl!
Liebe Parteien, unterstützt uns, sonst kriegt ihr nicht unsere Stimmen.

07.05.2010
12:06
Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal
von michaellange | #5

Zur Zeit arbeite ich in Kamp-Lintfort. Daher sehe ich täglich die leerstehenden Industriekomplexe.
Wenn diese Technik doch sooo sauber und nett ist und soo viele Arbeitsplätze schafft, wieso dann nicht direkt in Kamp-Lintfort, in unmittelbarer Nähe des großen Autobahnkreuzes, bleiben?
Wehrt sich Kamp-Lintfort gegen diesen Investor und warum?

06.05.2010
22:00
Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal
von hochheidergirl | #4

Was hast du denn unternommen Carlos0900?
Nur meckern reicht nicht.
Ich persönlich hoffe, dass zumindest jetzt unsere Politik wach wird.
Herr Paschmann, und jetzt?

06.05.2010
16:10
Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal
von carlos0900 | #3

auf einmal werden wieder alle wach.habt ihr schon bemerkt das das werk gar nicht ganz geschlossen wurde?
das rec.-center( holzplatz) wird weiter betrieben.die lkws fahren tag ein tag aus ins werk.
dann ist es doch egal ob holz oder gummireste dort verwertet werden.
immer das gleiche,große worte keine taten.
so wars immer,auch von den politikern.
wird der name hornitex oder glunz genannt schreien immer die selben.die arbeitsplätze sind weg,aber der rest steht noch.
produziert wird dort schon seit 02/09 nicht mehr.
damals wurde genau so gemekert als das rec.-center ins gespräch kam. und,gemacht hat keiner was.was wird dort gelagert?was wird dort noch bearbeitet?in vier wochen ist alles wieder vergessen und die wahlen vorbei.
schönen tag noch............

05.05.2010
22:17
Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal
von haesener | #2

„Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal“


Mir persönlich macht diese „Investition“ auf dem Hornitex Gelände massive Angst!
Schon wenn man der Begriff Altreifen, Brand und Lager googelt, bekommt man dieses Ergebnis:
Ergebnisse 1 - 10 von ungefähr 24.200 für Altreifen lager Brand (0,25 Sekunden)

Ich möchte mir ein Evakuierungsszenario für das dichtbesiedelte Stadtgebiet Duisburgs gar nicht vorstellen.

Ich erinnere daran, dass Hornitex nach meinem Wissenstand eine Betriebserlaubnis hatte, die ihren verwaltungsrechtlichen Ursprung einem reinen Sägewerk -Kloos – und der Verwertung der dort anfallenden Sägespäne hatte!
Dies war Genehmigungsstand der Nachkriegszeit und heute vermutlich niemals genehmigungsfähig.
Jetzt sollen es nach dem Pressebericht der NRZ Gummiresteverwertung und Holzpellets sein?
Auf der Genehmigungsbasis eines Sägewerks der 50ger Jahre?
Ohne Umweltverträglichkeitsprüfung?
Mit einer Wohnbevölkerung in extremer Nähe?
Unmittelbar neben einem Öl-und Benzintanklager?
Bei einer ungeklärten Altlastenlage in dem Gesamtgebiet?
Unmittelbar neben dem wichtigsten örtlichen Naherholungsgebietes und den Rheinauen?
Ich denke, dass es für Homberg besser wäre, die Vorschläge des Bürgerforums 2027 umzusetzen und dass schnellstmöglich!

05.05.2010
18:03
Altreifen-Recycler will aufs Glunz-Areal
von Friemersheimer Jong | #1

Da sieht man mal wieder, was Anwohner und Politik für Ärger machen, die alte Schachtanlage als Grünfläche, wozu denn der Mist? Lasst den doch da seine Geschäfte machen.

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