Als ob der Schneidezahn abbricht
31.07.2012 | 19:22 Uhr 2012-07-31T19:22:00+0200
Rheinhausen. Auf der Streuobstwiese des Willy-Brandt-Berufskollegs wurden Bäume beschädigt. Die Bäume - mit Spenden finanziert und mit freiwilliger Eigenleistung gesetzt und gepflegt - sollten eigentlich Obst tragen, das jeder hätte pflücken dürfen.
Hans Duwensee ist fassungslos. Der Oberstudienrat, der am Willy-Brandt-Berufskolleg in Rheinhausen die Fächer Maschinenbau und Sport unterrichtet, fuhr jetzt während der Ferienzeit zufällig an seiner Dienststätte vorbei und traute seinen Augen nicht: Neben dem Haupteingang gibt es eine Streuobstwiese, zugänglich für jedermann. Das ist bewusst so angelegt. Wenn die Früchte an den Bäumen reif sind, soll sie ein jeder pflücken können. Doch dieses nette, kostenlose Angebot scheinen einige Zeitgenossen völlig falsch zu verstehen. Wie schon in den Vorjahren wurden von einem Apfelbäumchen die Krone sowie von einem Pflaumenbaum die Äste abgebrochen.
Es ist das Werk von Schülern, das damit zerstört wird. Das stellt Hans Duwensee deutlich heraus. In seiner Freizeit hat der Pädagoge gemeinsam mit jungen Leuten einen öffentlich nicht zugänglichen Schulgarten sowie die Streuobstwiese angelegt. „Viele jungen Leuten wissen nicht, woher die Lebensmittel kommen“, hat Duwensee immer wieder die Erfahrung gemacht. Es verwundert ihn mittlerweile nicht mehr: „Die meisten kommen mit anderthalb Liter Flaschen Cola oder Schorle sowie Baguettes zur Schule. Niemand hat einen Apfel oder selbst belegte Butterbrote.“ Dass die Schule mittlerweile drei große Abfalltonnen benötige, spreche zudem Bände.
Zehn Bäume und Sträucher stehen auf der Obstwiese. Drei Tischtennisplatten und Sitzgelegenheiten lockern den Bereich auf. Hans Duwensee ärgert die Zerstörungswut auch vor dem Hintergrund, dass erst im Frühjahr zwei junge Bäumchen gesetzt wurden, jeweils die Spende einer Kollegin und des Apfelparadieses in Wittlaer. „Wird deren Krone abgebrochen, ist das so, als ob man bei einem Menschen den Schneidezahn abbricht. Der wächst auch nicht mehr nach“, erläutert Duwensee.
Veredlung
In der Vergangenheit hat allerdings ein Fachmann mit einer Veredlung geholfen. Dabei werden in der kalten Jahreszeit Zweige von anderen Bäumen auf den beschädigten Baum gepfropft. „Das ist eine Art Transplantation. Doch was nützt es, wenn selbst diese Zweige wieder herausgerissen werden“, ist der Lehrer enttäuscht. Schülern des Berufskollegs unterstellt er diesen Unsinn nicht. Er vermutet als Übeltäter Jugendliche, die Langeweile hatten. Und die scheinen auch anderweitig zu wüten. Hans Duwensee beklagt: „Aus einem Beet am Musikpavillon im Volkspark wurden sämtliche Blumen herausgerissen.
17:00
Die Zensur verbietet mir die Worte auszusprechen die mir auf der Zunge liegen, von daher nur die Frage:
Kann man so strunzdoof und hirnlos eigentlich ohne fremde hilfe überleben ?