Als in Rheinhausen die Post abging

Bei Karlheinz Jordaan ging - wenn man so will - jahrzehntelang die Post ab. 19 Jahre arbeitete der Friemersheimer als Schalterbeamter in allen Rheinhauser Postämtern - nach der kommunalen Neugliederung und der Eingliederung Rheinhausens, Rumeln-Kaldenhausen Hombergs, Baerls nach Duisburg am 1. Januar 1975.

Poststelle Eisenbahnsiedlung

Das waren noch Zeiten , als jeder größere Ortsteil Rheinhausens sein eigenes Postamt hatte. Karl Heinz Jordaan kennt sie noch alle Das wichtigste Postamt auf Rheinhauser Boden war und ist bis heute das PAV (Postamt mit Verwaltung) an der Beethovenstraße in Hochemmerich mit insgesamt sieben Schalterkräften, rund 50 Brief- und etwa zehn Paketzustellern , plus so genanntem Fahrdienst und hauseigenem Kfz-Mechaniker. Es folgte das Postamt Friemersheim an der Windmühlenstraße, direkt neben dem früheren Restaurant Brendel, mit vier Schalterkräften. Danach kam das Postamt Bergheim an der Jägerstraße (gegenüber dem Edeka-Supermarkt) mit zwei Schalterbeamten, das Postamt Asterlagen im Eingangsbereich des ehemaligen Supermarkts EKZ (heute Edeka-Markt) an der Asterlager Straße, dort arbeiteten ein bis zwei „Postler“. Schließlich gab es ein Postamt in Oestrum an der Eichenstraße und eine so genannte Poststelle an der Breitenbachallee mitten in der Eisenbahnsiedlung. Dort bediente je ein „Postler“ hinterm Schalter. Ein Postamt muss mehr Aufgaben als eine Poststelle bewältigen. Die wichtigsten Aufgaben, die die Schalterbeamten bearbeiteten waren über Jahrzehnte eher überschaubar, im Vergleich zu heute: „Die Kunden wollten vor allem Pakete und Briefe, Einschreiben abgeben, Postwertzeichen kaufen oder auf ihr Postscheckkonto einzahlen, nicht viel anders als heute“, erinnert sich Jordaan, der im Laufe seiner 19 Jahre hinterm Schalter sämtliche Postämter, aber nicht die Poststelle in Hohenbudberg kennen lernte. „Früher waren ich und meine Kollegen auch sehr viel mit dem Rentendienst beschäftigt. denn die Rente wurde vor Jahrzehnten noch häufig direkt bar im jeweiligen Postamt ausgezahlt. Auch die Rundfunkgebühren, heute GEZ-Gebühren bezahlten die Kunden früher noch direkt am Postschalter“, weiß Jordaan. Die Arbeit, der Umgang mit Menschen hat mir immer Spaß gemacht!“

Sammelt gestempelte Ersttagsbriefe

Schon zu Dienstzeiten sammelte der heutige Vorruheständler Ersttagsbriefe mit Sonderstempel, eine große Box ist damit voll. „Ich hoffte, sie später Gewinn bringend an Sammler weiter verkaufen zu können.“ Doch die Wertsteigerung der Ersttagsbriefe hielt sich in Grenzen. „Der Gewinn war zu gering, da habe ich sie lieber gleich behalten.“ Der Redaktion zeigte Jordaan einige seiner Schätzchen, aus der Zeit vor und nach der Eingemeindung: Zum Beispiel einen Sonderstempel zum KAB Diözesantag 1957. Damals gab es noch die Postleitzahl 22a Rheinhausen. Dann einen Erinnerungsumschlag zu einer Gedächtnisausstellung in den Räumen der damaligen Vereinsbank vom 14. 11.1969. Da gab es schon die PLZ 414 Rheinhausen. Am 22.11.1969 wurde der Neubau der Postfiliale in Rheinhausen auf der Beethovenstraße mit einem Tag der Offenen Tür gefeiert. Es gab einen Umschlag mit dem Tagesstempel 414 Rheinhausen 1. Schließlich zieht Jordaan einen Umschlag mit dem Sonderstempel „75 Jahre Bahnhof Hohenbudberg“ hervor. Damals gab es eine Briefmarken-Werbeschau. Die Stempeldaten lauten 4100 Duisburg 14. Der letzte Brief, den Jordaan zeigt, wurde am 1. 1.1975 gestempelt mit der Inschrift 41 Duisburg. Das war der Tag der Eingemeindung, Neujahr 1975.

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