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Aleviten müssen noch auf Unterricht warten

10.10.2008 | 17:53 Uhr

Start auf Februar vertagt, weil zuwenig Eltern ihre Kinder anmeldeten. Westen war gar nicht beteiligt.

Schon lange bemühen sich die Aleviten darum, dass ihre Religion ordentliches Unterrichtsfach an Schulen wird. Seit Schuljahresbeginn ist dies an vier Grundschulen in Bergkamen, Wuppertal und Köln der Fall. Laut offizieller Ankündigung des Schulministeriums von Mittwoch sollte nach den Ferien auch Duisburg dazu gehören. Daraus wird vorerst nichts: Es haben sich nicht genügend Kinder gemeldet.

Das verwundert, denn die Alevitische Gemeinde, die ein Zentrum in Rheinhausen hat, ist im Westen stark vertreten. Doch keine einzige Grundschule hier war für den Unterricht vorgesehen. Weil in den Statistiken die Kinder alevitischen Glaubens noch nicht erfasst werden, bat das Schulministerium die Alevitische Gemeinde um Vorschläge, an welchen Schulen Bedarf bestehen könnte. „In Duisburg sind uns die Grundschulen Hochfelder Markt, die Kunterbunt-Schule und die Karolinenstraße benannt worden”, erläutert ein Sprecher des Ministeriums.

Die Schulleiter befragten die Eltern. „In keiner Schule ist eine Gruppe von mindestens zwölf Kindern zustande gekommen”, so der Sprecher. Da nur eine Lehrkraft zur Verfügung steht, die Schulen aber räumlich weit auseinander liegen und der Unterricht parallel zu evangelischem oder katholischem Unterricht erteilt werden soll, würde ein schulübergreifender Unterricht nur mit großem Aufwand klappen. Deshalb, so der Ministeriumssprecher gestern, wird der Start auf den 1. Februar vertagt. Dahinter verbirgt sich natürlich auch die Hoffnung, dass durch eine erneute Abfrage unter den Grundschulen im Westen der Unterricht zustande kommt.

Daran hat Veli Aydin, Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde in Rheinhausen, großes Interesse. Er betont, dass auch West-Schulen benannt wurden. Es dort aber keine Befragung gegeben habe. Der Lehrer hat an der Entwicklung des Lehrplanes für die Grundschulklassen in einer speziellen Kommission mitgearbeitet. Der Lehrplan ist nach den gleichen Grundsätzen aufgebaut wie der für den katholischen, evangelischen oder jüdischen Unterricht. Und wird anders als die Islamkunde mit Noten bewertet. Den Schülern wird vermittelt, andere Religionen zu akzeptieren und zu respektieren und mit Vertretern ins Gespräch zu kommen.

Die Lehrer sind Aleviten, die in Deutschland studiert haben und unbefristet angestellt sind. Der Unterricht wird in deutscher Sprache gehalten. Sie bekommen von der Alevitischen Gemeinde ihre Lehrerlaubnis und bilden sich fort. Rund 8500 Türken leben allein in Homberg und Rheinhausen. Geschätzt rund ein Drittel gehören der liberalen Religionsgemeinschaft an, die sich in wesentlichen Punkten von Muslimen unterscheidet.

Barbara Merten-Kemper

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Kommentare
12.10.2008
22:35
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von Thomas.Lau | #4

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12.10.2008
16:46
Blockierter Kommentar.
von daniel.otto | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.10.2008
07:25
Aleviten müssen noch auf Unterricht warten
von Rainer Grün | #2

Woher stammt die Behauptung, dass ein Drittel der Türken Aleviten sind?! Es gibt doch überhaupt keine verlässlichen Zahlen über die Zugehörigkeit zu den Glaubensrichtungen innerhalb des Islams!

Wenn wirklich ein Drittel der Türken Aleviten wären hätte es doch wohl deutlich mehr Anmeldungen für einen alevitischen Religionsunterricht gegeben!

Es wäre vielleicht sinnvoller einen Islamunterricht für alle Muslime anzubieten und dabei auch die Vielfalt der unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen in den Lehrinhalten zu berücksichtigen anstatt für jede kleine Gruppe einen separaten Unterricht organisieren zu müssen!

12.10.2008
05:54
Aleviten müssen noch auf Unterricht warten
von ecki1955 | #1

Werden christliche Religionen in der Türkei an den Schulen unterrichtet?

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