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62-jähriger Duisburger auf Diebesjagd - Polizei kommt zu spät

10.04.2012 | 18:59 Uhr
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Autoverwerter Günter Engels wartete nach einem Zusammenstoß mit zwei vermeintlichen Dieben lange auf den Polizei-Streifenwagen.

Duisburg-West.   Zwei mutmaßliche Diebe stellte Günter Engels, doch auf einen Streifenwagen wartete er stundenlang vergeblich. Mehrmals will der Leiter einer Duisburger Autoverwertung die Polizeiwache angerufen haben und vertröstet worden sein. Bei dem Zusammenstoß mit den beiden Männern verletzte sich der 62-Jährige an Knie und Arm.

Günter Engels ist, wie man so schön sagt, kein Kind von Traurigkeit. Der 62-Jährige leitet eine Autoverwertung an der Ziegeleistraße in Rumeln, als ängstlich gilt der Mann nun wirklich nicht. Sein beherztes Einschreiten hat ihm jetzt ein dickes Knie und einen lädierten Arm eingebracht. Und bei dem Mann für jede Menge Verdruss über die Polizeiarbeit gesorgt.

Die Geschichte beginnt am Freitag, 30. März, gegen 10 Uhr in unmittelbarer Nähe des Engels’schen Betriebs. Engels erzählt: „Als ich mit meinem Wagen vom Hof fuhr, sah ich zwei Männer mit Fahrrad samt Anhänger, die aus einer nahe gelegenen Schrebergartensiedlung kamen. Als sie mich sahen, duckten sie sich.“ Engel fuhr laut eigener Aussage weiter, drehte dann, rief die Polizei, bekam die Aussage, dass aktuell kein Streifenwagen geschickt werden könne, und hielt bei dem Duo an.

An Knie und Arm verletzt

„Die beiden sind weggefahren, ich konnte noch einen der beiden weißen Säcke schnappen, den sie auf dem Anhänger hatten.“ Dann habe ihn einer der Männer mit dem Rad zu Fall gebracht – Engels drückte das allerdings griffiger aus. Der 62-Jährige stürzte, verletzte sich an Knie und Arm.

„Ich rief ein weiteres Mal die Polizei, bekam die Auskunft ,ich habe keinen Wagen’ und arbeitete unter Schmerzen weiter.“ Erst als Engels gegen 14.30 Uhr wieder auf seinem Hof angekommen war, sei ein Streifenwagen gekommen.

Kabel gestohlen

Die Beamten hätten dann seine Anzeige aufgenommen, Engels will bei den Sachen der mutmaßlichen Diebe auch Kabel aus seinem Betrieb erkannt haben, die ihm bei einem Einbruch Tage zuvor gestohlen worden waren. In der Tüte, die er dem Duo entrissen hatte, hätten sich allerlei Eisenteile befunden.

Von seinen Kabeln hat sich der 62-Jährige inzwischen innerlich bereits verabschiedet. Was ihn kolossal ärgert ist die lange Wartezeit auf einen Streifenwagen. „Es ist ein absolutes Unding, dass mittags kein Streifenwagen vor Ort ist, und dass es anderthalb Stunden dauert, bis jemand kommt.“ Zumal es jetzt auch noch Überlegungen gebe, die Zahl der Streifenwagen im Westen der Stadt generell zu verringern.

"Anruf um 13 Uhr liegt nicht vor"

Bei der Polizei war am Dienstag bis Redaktionsschluss nicht herauszufinden, ob und wann Günter Engels die Beamten gerufen hat. „Ein Anruf um 13 Uhr liegt uns hier nicht vor“, heißt aus der Pressestelle. Die dortigen Mitarbeiter wollen jetzt noch einmal den Rheinhauser Wachleiter kontaktieren, um festzustellen, was am 30. März gegen 13 Uhr in Rumeln passiert ist.

Fest stehe, gegen 15 Uhr war ein Wagen bei Günter Engels auf dem Hof, die vorliegenden Anzeigen wegen Einbruchs seien aber allesamt älteren Datums. Der Wagen, der gegen 15 Uhr bei Engels stand, sei etwa 20 Minuten vorher gerufen worden. „Eine normale Reaktionszeit. Ist ein Täter vor Ort, sind wir in der Regel aber viel schneller.“

Video
Mit der Autobahnpolizei unterwegs auf der Autobahn A3 von Oberhausen nach Emmerich.

 

Daniel Cnotka

Kommentare
29.04.2012
15:49
62-jähriger Duisburger auf Diebesjagd - Polizei kommt zu spät
von achjottchen | #6

Kompliment an Herrn Engels- sehr mutig, aber auch gefährlich. Schade, dass anscheinend niemand anderes vor Ort war, der helfen konnte!
Denn so sieht es ja aus: In einer ungewissen Zukunft sehe ich schon die Bürger in organisierten Bürgerwachen "ihre" Bereiche absichern, damit ein Hauch von Sicherheit erhalten bleibt.
Es vergeht doch kein Tag, an dem man nicht in Situationen kommt, die nicht nur individuell bedrohlich wirken. Beispiele gibt es ja nun genügend, und zwar täglich. Überfälle am hellen Tag auf Passenten, Pöbeleien, Raub und Körperverletzung.
Wie kann es sein, dass die Polizei immer weiter abgebaut wird, wenn der Bedarf an ihr so groß ist?
Verstehe ich nicht. Ist mir ein Rätsel! Hallo - als Bürger möchte man doch in der Stadt Duisburg sicher und gut aufgehoben wohnen! Dann könnte man auch gerne dort wohnen! Und ein normaler Mensch möchte bestimmt nicht eins auf die Mappe bekommen, nur weil der Kriminelle genau abschätzen kann, dass eh keine Polizei od Verstärkung kommt.

12.04.2012
10:30
62-jähriger Duisburger auf Diebesjagd - Polizei kommt zu spät
von Sternenkind73 | #5

Tja, dies sind die ersten Auswirkungen des Stellenabbaus.
Wie aus den Medien zu entnehmen war, gibt es im Duisburger Westen auch nur noch einen lächerlichen Streifenwagen und wenn der im Einsatz ist .... Tja.

Vermutlich könnten aus den anderen Wachbereichen Streifenwagen angefordert werden, aber es würde vermutlich viel zu lange dauern oder da diese ebenfalls notorisch unterbesetzt sein sollen, wäre von dort auch keiner verfügbar.

Liebe Mitbürger (innen), ich denke dies ist zur der Anfang.

Dank des Stellenabbaus im Streifendienst (lustigerweise sollen in den Kommissariaten nur junge Polizisten eingestellt worden sein, welche von den Wachen abgezogen wurden)
und der Grenzoffenheit (z.B. ganz deutliche Bulgaren und Rumänen-Problematik) der achso schönen EU befinden wir uns vermutlich nur noch wenige Schritte vom Abgrund entfernt.
Aber keine Sorge, morgen sind wir einen Schritt weiter *Ironie aus*.

11.04.2012
16:57
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.04.2012
14:51
Huch,
von Visionaer | #3


die Aufzeichung der ständig mitlaufenden Bänder ist leider zum fraglichen Zeitpunkt nicht aktiviert gewesen. Tut uns leid ...

Was bekommt man als steuerzahlender Bürger eigentlich noch für sein Geld ?

11.04.2012
08:13
Eine Fahrt dauert 90 Minuten
von moka2406 | #2

ja, wir haben doch nur noch einen Streifenwagen...

Ist doch groß und breit in der Zeitung gestanden!!! Freie Fahrt - für Verbrecher!!!!

11.04.2012
07:25
Eine Fahrt dauert 90 Minuten
von eidaisserjawieder | #1

schon erstaunlich das die polizei nicht mehr weiss
wer
wann
anruft
ein festgenommener osterhase ist lustig und wird fast zeitgleich von der presse uebermittelt
die auswirkungen der verringerungen des streifendienstes der polizei ist erst 10 tage nach dem vorfall eine meldung wert
fragt sich nur WARUM ?

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