Wer schickte Mordopfer Ahmet E. intime Botschaften aufs Handy?
12.09.2012 | 18:22 Uhr 2012-09-12T18:22:00+0200
Duisburg. Mit acht Schüssen soll der 35-Jährige seinen Nachbarn, den er im Verdacht hatte, ein Verhältnis mit seiner Frau zu haben, vor dessen Wohnung regelrecht hingerichtet haben. Im Mordprozess deutet sich nun an, dass der Angeklagte möglicherweise doch nicht grundlos eifersüchtig war.
Lange Zeit hatte es im Mordverfahren gegen einen Beecker (35) so ausgesehen, als wenn die Tat am 6. Februar, bei der ein Nachbar (39) des Angeklagten auf offener Straße erschossen wurde, aus grundloser Eifersucht geschehen sei. Doch nach sechs Verhandlungstagen sieht es so aus, als hätte der Angeklagte ein handfestes Motiv gehabt. Mit acht Schüssen soll er seinen Nachbarn, den er im Verdacht hatte, ein Verhältnis mit seiner Frau zu haben, vor dessen Wohnung an der Karl-Albert-Straße geradezu hingerichtet haben.
Die Ehefrau des Angeklagten, die zur Tatzeit bereits getrennt von ihrem Mann im Frankfurter Raum lebte, hatte stets abgestritten, dass zwischen ihr und dem Getöteten mehr als ein freundschaftliches Verhältnis existiert habe. Zuletzt beteuerte sie vor einer Woche vor dem Schwurgericht, nie ein Liebesverhältnis zum Opfer gehabt zu haben.
Ehefrau bestreitet ein Verhältnis
Doch Kurznachrichten auf dem Handy des getöteten 39-Jährigen lassen an dieser Version zweifeln. Der Inhalt der Nachrichten weist auf ein vertrautes, über eine Freundschaft hinausgehendes Verhältnis hin. Den Absender konnten die Ermittler zwar nicht eindeutig ermitteln. Aber ein Polizist, der die Geo-Daten der Mobilfunkverbindungen ausgewertet hatte, sagte als Zeuge vor Gericht aus, dass 57 der belegten 62 Verbindungen aus einer Funkwabe kamen, in der auch die neue Wohnung der Zeugin liegt.
Die Frau soll bei der Fortsetzung des Verfahrens kommende Woche noch einmal vernommen werden. „Vielleicht hat sie ja die Fragen oder die Belehrung zur Wahrheitspflicht nicht richtig verstanden“, merkte der Vorsitzende am Mittwoch süffisant an.
Der Angeklagte schweigt bislang noch immer. Sein Anwalt kündigte an, dass sich der 35-Jährige voraussichtlich Anfang Oktober zu dem Vorwurf äußern wolle. Inzwischen setzte das Gericht mehrere zusätzliche Fortsetzungstermine bis in den November hinein fest.

20:31
Ich glaube, die Vorschreiber haben den Bericht nicht so ganz verstanden. Der Mord hat das Motiv "Eifersucht" (ein anderer Grund ist etwa die Habgier). Es schien so, als sei die Eifersucht grundlos gewesen. Dies ist nun nicht mehr der Fall, aufgrund von SMS-Nachrichten war die Eifersucht durchaus gerechtfertigt. Es steht mit keinem Wort beschrieben, dass der Mord deshalb nicht so schlimm oder entschuldbarer ist. Das Motiv ist und bleibt letztendlich gleich, Mord aus Eifersucht.
17:00
"Aber ein Polizist, der die Geo-Daten der Mobilfunkverbindungen ausgewertet hatte, sagte als Zeuge vor Gericht aus, dass 57 der belegten 62 Verbindungen aus einer Funkwabe kamen, in der auch die neue Wohnung der Zeugin liegt"
Reiner Zufall! Wenn man sieht was passiert ist kann ich die Frau verstehen. Grundsätzlich finde ich doch, egal welcher Kultirkreis, Töten eines Menschen ist Mord und muss auch so bestraft werden.
16:26
Leider gibt es in Deutschland Opfer 1. Klasse und 2. Klasse. Wenn jemand umgebracht wurde, weil er/sie versuchte, seine ihm zustehenden verfassungsmäßigen Rechte in Anspruch zu nehmen, dann ist er leider häufig Opfer 2. Klasse. Man nennt es dann auch noch ekelhafterweise "Ehrenmord".
11:57
Ist doch wohl egal. Es bleibt beim Mord. Bei solch unsinnigen Artikeln bleibt die Kommentarleiste offen und bei wirklich wichtigen Diskussionen wird von der Redaktion die Leiste geschlossen.
09:54
Besteht in Deutschland allen Ernstes ein Unterschied zwischen einem Mord aus falschem Motiv und einem Mord aus tatsächlichem Motiv?
Es kann doch nicht angehen, dass Mörder Bonuspunkte sammeln, wenn sie eine Begründung für kaltblütigen, geplanten Mord vorschieben...
04:15
Ach so, wenn wenn die Eifersucht also begründet ist, darf man also den Nachfolger erschiessen bzw. bekommt direkt ein paar Jahre Rabatt, oder wie?
Das ist mir auch direkt in den Kopf gekommen als ich das gelesen habe.
Welchen Schulabschluss benötigt man eigentlich als Journalist?