Weiter Ärger um Elterntaxis an Schulen in Duisburg

Anwohnerärger an der Albert-Schweitzer-Schule in Huckingen. Die dortige Elternhaltestelle wird bisher kaum genutzt.
Anwohnerärger an der Albert-Schweitzer-Schule in Huckingen. Die dortige Elternhaltestelle wird bisher kaum genutzt.
Foto: Ute Gabriel
Was wir bereits wissen
Pilotprojekt Elternhaltestelle: Akzeptanz lässt oft noch zu wünschen übrig. Zahl der Knöllchen durch das Ordnungsamt ist bisher nicht zurückgegangen.

Duisburg.. Anwohner Herbert Scholzen spricht weiter vom reinsten Verkehrs-Chaos morgens vor Beginn und gegen Ende des Schulunterrichts. Er beobachtet regelmäßig Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto wohl am liebsten bis direkt vors Klassenzimmer chauffieren würden. Sogar die Schulbushaltestelle werde für den Bring- und Abholdienst der Kids genutzt, das absolute Halteverbot direkt vor der Albert-Schweitzer-Grundschule in Huckingen einfach ignoriert – genauso wie die rund 200 Meter von der Schule entfernte Elternhaltestelle, die die Verkehrssituation vor Ort entschärfen soll.

Es ist als Pilotprojekt die erste dieser Art in Duisburg gewesen, die Ende August 2014 dort eingerichtet worden ist – gefolgt von weiteren Grundschulen an der Sand- und Ottostraße in Marxloh am 23. September sowie am 16. Dezember 2014 an der Bergheimer Straße in Asterlagen. Die WAZ hat sich nach der Anwohnerbeschwerde umgehört und gefragt: Wie viel oder wie wenig haben die durch das Netzwerk „Duisburg. Aber Sicher“ mit Polizei, Stadt, Bürgerstiftung und DVG initiierten Haltestellen bisher gebracht?

Das sagt die Stadt

Die Zahl der Knöllchen, die das Ordnungsamt an den vier Schulen verteilt, sei bisher nicht zurückgegangen, sondern unverändert geblieben. Bei einem Vergleich vom 1. Dezember bis heute liegt die Albert-Schweitzer-Schule mit 83 Verwarnungsgeldern wegen Halten (15 Euro) oder Parken (25 Euro) im absoluten Halteverbot deutlich vorne, gefolgt von den Schulen an der der Ottostraße (47), Sandstraße (21) und Bergheimer Straße (4). Die Akzeptanz der Elternhaltestellen sei stark von der Kommunikation in den Schulen abhängig. Hier seien auch die Elternpflegschaften gefordert. Ein erhöhter Parkdruck etwa im Bereich der Albert-Schweitzer-Straße sei grundsätzlich nicht festzustellen.

Das sagt die Polizei

Die Bezirksbeamten kontrollieren laut eines Polizeisprechers regelmäßig an den vier Schulen und verteilen auch Knöllchen, die aber statistisch nicht erfasst werden. Grundsätzlich, so die Polizei, werden die Elternhaltestellen mit Ausnahme der Schule an der Sandstraße sehr gut angenommen. Es gebe trotzdem einige Kritikpunkte. Die Forderung etwa an der Albert-Schweitzer-Schule, eine Haltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu installieren, werde bald erfüllt.

Das sagen die Schulen

Andreas Geselbracht, Leiter der Albert-Schweitzer-Schule, freut sich über die Ankündigung der Polizei. Von einem Verkehrs-Chaos könne zwar keine Rede sein, die Haltestelle werde aber tatsächlich bisher wenig angenommen, sei allerdings auch nur ein Baustein des schuleigenen Verkehrskonzepts. „Wir plädieren vor allem dafür, dass die Kinder zu Fuß oder mit dem Tretroller zur Schule kommen.“

Auch Ulrike Settner-Reinhard, Schulleiterin an der Sandstraße, appelliert an die Eltern, ihre Kinder am besten gar nicht mit dem Auto zu bringen. „Das schadet ja nicht – ganz im Gegenteil.“ Aber selbst die Elternhaltestelle werde kaum genutzt, „weil sie nicht im Blickfeld unserer Schule liegt“, so Settner-Reinhard. „Das ist vielen Müttern und Vätern zu unsicher. Sie stellen sich dann ins absolute Halteverbot und gefährden zudem die Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen.“

Haris Kondza, Schulleiter an der Ottostraße, sagt, dass die Haltestelle noch nicht gut, aber stetig besser angenommen wird. „Das braucht Zeit, ist aber eine prima Sache.“

Der Meinung ist auch Kirsten Finke, Leiterin der Schule an der Bergheimer Straße, die als Einzige von einer sehr guten Akzeptanz der Elternhaltestelle berichtet: „Die Verkehrssituation hat sich dadurch ganz klar entspannt.“