Weiß-blauer Aufstiegsrausch

Rund 10 000 MSV-Fans haben am Pfingstsonntag auf dem Burgplatz vor dem Duisburger Rathaus den Aufstieg ihrer Mannschaft in die 2. Bundesliga gefeiert.

Aufstiegshelden, Aufstiegswetter, Aufstiegsstimmung: Euphorischer und zugleich friedlicher hätte die Stimmung auf dem Burgplatz vor dem Rathaus nicht sein können. Das weiß-blaue Menschenmeer sang sich die Seele aus dem Leib, als sich die Zebras nach dem offiziellen Empfang im Rathaus erst auf dem Balkon und später auf dem Bühnentruck zeigten.

Angeheizt von Stadionsprecher Stefan Leiwen schallte immer wieder „Nie mehr 3. Liga, nie mehr, nie mehr!“ oder „Wir sind alle Duisburger Jungs!“ über den Platz. Überhaupt glich die Feier vor dem Rathaus einem großen, harmonischen Familienfest. Vom Säugling bis zum Greis hatten sich die Duisburger in weiß-blaue Schale geschmissen, um die Spieler, Trainer Gino Lettieri und Sportdirektor Ivica „Ivo“ Grlic würdig zu empfangen.

Schon am Hauptbahnhof warteten gut 500 Fans darauf, Mannschaft, Trainer und Verantwortliche hautnah erleben zu dürfen, bevor diese in den roten, offenen Doppeldeckerbus stiegen, der sie über die Königstraße zum Rathaus brachte. Auf dem Weg strömten die Menschen in Fanmontur aus allen Himmelsrichtungen hinzu und begleiteten den Bus mit Fangesängen und Sprechchören bis zum Burgplatz, wo Tausende bereits die Aufsteiger erwarteten.

Dass der MSV am Samstag noch knapp den Meistertitel verpasst hat, störte am nächsten Tag niemanden mehr. „Ist doch völlig egal, ob sie Meister geworden sind. Das hier ist einfach geil!“, so MSV-Anhänger André Rispel und stimmte in die Fan-Gesänge ein.

Und weil Fußball und Gesang untrennbar miteinander verbunden sind, beglückte auch der glänzend gelaunte Zebrakader seine Fans mit einigen Ständchen. Für Torwart Michael Ratajczak etwa hatten die Spieler extra das „Rata-Lied“ nochmal umgetextet. Und Zlatko Janjic ließ sich auf dem Bühnentruck den Vollbart abrasieren, den er aus Aberglauben seit der 2:4-Niederlage im März bei den Stuttgarter Kickers hatte wachsen lassen.

Das gibt’s auch nur zum Aufstiegsrausch: Zigarrenschwaden zogen beim Einzug der Helden durchs sonst rauchfreie Rathaus und es gab Gerstensaft aus Köpi-Magnum-Flaschen – drei Liter in der eigens abgefüllten Aufstiegsedition. Oberbürgermeister Sören Link hatte sich zur Begrüßung extra das Aufstiegsshirt übergezogen.Wir sind wieder da, wo wir mindestens hingehören“, jubelt Link und schickt die Jungs auf den Rathausbalkon.

Der Balkon, er bebte. Über der weiß-blauen Fan-Masse auf dem Burgplatz jubelten Spieler, Trainer und Offizielle dicht gedrängt. Die Jungs haben auf Malle geübt: „Von vorne nach hinten, von links nach rechts“ wogte und schunkelte der Tross auf engsten Raum, klirrten die Gläser, klickten die Handy-Kameras.