Weichenstellung für Klinikum und Wedauer Bahnflächen

Nach langem Ringen haben Verwaltung und Politik die Weichen gestellt für die Zukunft des städtischen Klinikums. Die Entscheidung für Sana, bisher schon Juniorpartner der Stadt, war dabei ohne Alternative. Das Ergebnis lässt hoffen. Mit 100 Millionen Euro soll der Sanierungsstau in den nächsten sechs Jahren aufgelöst werden, die Zusagen, die den Übergang der Belegschaft in einen rein privaten Klinikbetrieb abfedern, sind durchaus beachtlich.

Mancher mag auf einen Übernahme durch die BG Unfallklinik gehofft haben, doch die war laut eigenem Bekunden nicht interessiert. Die Vereinbarung zwischen Sana und der BGU ist jedoch weit mehr als ein Trostpflaster. Sie sichert weitere Investitionen in Millionenhöhe am Gesundheitsstandort Duisburg und auch die Spitzenmedizin des Buchholzer Hauses. Dessen Kompetenz wird bald nicht nur Notfällen und BG-Patienten vorbehalten sein. Das ist eine weitere gute Nachricht.

Einen wichtigen Schritt hat Duisburg in dieser Woche auch bei der Entwicklung der Wedauer Bahnflächen getan. Jahrelang spross dort das Grün auf insgesamt 70 Hektar nördlich und südlich der Wedauer Brücke. Erwerber Aurelis war bei der Entwicklung nicht vorangekommen. Nach der Rückgabe an die Bahn stand weiterer Stillstand oder eine Veräußerung zu befürchten an einen Investor, der keine Folgenutzung im Sinne einer zukunftweisenden Entwicklung anstrebt.

Durch das Engagement der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft, eine gemeinsame Unternehmung von Land und DB, ist nun sichergestellt, dass es eine einvernehmliche Planung gibt. Hochwertige Wohnbebauung und Gewerbeflächen sollen entstehen, wo einst Waggons repariert wurden. Ob bunte Pläne für ein Grachtendorf nach holländischen Vorbild jemals Realität werden können, ist noch ungewiss. Weil die Schnellzüge in Sichtweite sausen, ist Lärmschutz eine hohe Hürde.