Das aktuelle Wetter Duisburg 19°C
Ihr Tipp – unser Thema

WAZ-Leser - Abzocke auf Friedhof

31.10.2012 | 10:00 Uhr
WAZ-Leser - Abzocke auf Friedhof
Mit dem Auto auf den Friedhof: In Duisburg gab’s in diesem Jahr bis September 250 Anträge, die bewilligt wurden.Foto: Udo Kreikenbohm

Duisburg. Klaus Martin Pas ist verärgert, spricht von Abzocke. Der WAZ-Leser ist zu 80 Prozent gehbehindert und hat einen entsprechenden Schwerbehindertenausweis. Als der Duisburger kürzlich seine Fahrgenehmigung für den Neuen Friedhof bei den Wirtschaftsbetrieben verlängerte, um weiter mit dem Auto bis zur Grabstätte fahren zu können, traute er seinen Augen und Ohren nicht. Die Mitarbeiterin verlangte für weitere zwei Jahre 40 Euro. 2010 habe die Fahrgenehmigung noch 20 Euro gekostet.

Für Klaus-Martin Pas eine nicht nachvollziehbare Kostenexplosion. Er empfindet es als eine Frechheit, dass die Wirtschaftsbetriebe überhaupt Geld für eine solche Fahrgenehmigung nehmen. In anderen Städten reiche allein ein Schwerbehindertenausweis.

40 statt 20 Euro für zwei Jahre? Silke Kersken, Sprecherin der Wirtschaftsbetriebe, bestätigt die Kostenerhöhung auf WAZ-Anfrage. „Es hört sich erst einmal sehr heftig an, aber wir haben seit einigen Jahren keine Erhöhung mehr durchgeführt“, so Kersken. „Und die Gebühren werden ausschließlich zur Instandhaltung der Wege auf den Friedhöfen verwendet.“ Es gebe immer mehr Menschen, die eine solche Fahrgenehmigung beantragen, die Wege seien durch die Autos zunehmend in Mitleidenschaft gezogen worden.

250 Anträge

In diesem Jahr seien bis September 250 Anträge bewilligt worden, 2011 waren es insgesamt 230. Wer älter als 80 Jahre alt ist oder einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen G besitzt (G steht für gehbehindert), darf laut Kersken eine Fahrgenehmigung beantragen. Die Sprecherin der Wirtschaftsbetriebe bezieht sich auf alle 17 städtischen Friedhöfe.

Wer die Kosten für eine Fahrgenehmigung in Duisburg mit anderen Städten vergleichen will, muss zum Beispiel nur einen Blick nach Oberhausen werfen. Die Nachbarstadt ist finanziell auch nicht auf Rosen gebettet. Dort kostet laut Stadtsprecher Martin Berger eine Fahrgenehmigung für den West- und Nordfriedhof, die beiden größten kommunalen Friedhöfe, allerdings lediglich zehn Euro – und für fünf Jahre statt für zwei wie in Duisburg. Auch in Oberhausen sei bei Bedarf eine Verlängerung möglich. Aktuell haben laut Berger 400 Menschen eine solche Genehmigung.

Silke Kersken von den Wirtschaftsbetrieben in Duisburg wirkt am Telefon doch etwas überrascht von den geringen Kosten in Oberhausen. Ihr knapper Kommentar: „Das ist wenig, aber dann ist das so.“

Von Daniel Wiberny



Kommentare
31.10.2012
14:03
WAZ-Leser - Abzocke auf Friedhof
von flatulenz | #7

Die Erhöhung entspricht etwa einem halben Liter Benzin pro Monat.
Wer sich das nicht leisten kann, der kann sich auch kein Auto leisten ...

31.10.2012
11:44
WAZ-Leser - Abzocke auf Friedhof
von gsteam | #6

Ich empfinde den Betrag nicht als Abzocke. Natürlich werden die Wege der Friedhöfe durch die Privatfahrzeuge zusätzlich belastet. 20,- Euro im Jahr halte ich für angemessen.
Außerdem wird in solchen Beiträgen immer suggeriert, dass mit der Schwerbehinderung zwangsläufig auch ein geringes Einkommen einhergeht.
Ich kenne nicht wenige Personen, die einen hohen Grad an Schwerbehinderung haben, aber trotzdem in der Lage wären diese 40,- zu bezahlen, ohne dass sie dadurch knapp bei Kasse wären.
Den Bezug zwischen dem Fahrzeug auf dem Foto und em WAZ-Leser, den meine Vorschreiber herstellen, halte ich für sehr konstruiert, spekulativ, unwahrscheinlich und nicht zielführend.

31.10.2012
11:34
WAZ-Leser - Abzocke auf Friedhof
von d-evil | #5

Dass dieses Thema in der Zeitung überhaupt in der Weise - mit dieser Überschrift (!!)- aufgegriffen wird. Egal, um welches Fahrzeug es sich handelt, der symbolische Betrag ist in den Unterhaltskosten eines PKW zu vernachlässigen.

31.10.2012
11:33
Nicht nur „wer älter als 80 Jahre alt ist..."
von Jawattdenn | #4

sollte sich ggf. überlegen mit einer geigneten Gehilfe, Rollator oder im schlimmsten Fall mit einem Rollstuhl die Friedhofswege zu benutzen, statt mit seinem Daimler, SUV oder sonstigem ungeigneten KFZ, die hierfür i.d.R. nicht vorgesehen Wege zu ruinieren und andere Besucher durch seine Fahrkünste zu gefährden.

Das Gejammer über 20 € jährliche Gebühr für den Fahrspass auf Gehwegen für über 80 jährige ist völlig unangemessen, passt aber für den Empörungsjournalismus bei Nichtigkeiten wie die „Faust aufs Auge“.

31.10.2012
10:51
WAZ-Leser - Abzocke auf Friedhof
von Rakllo | #3

da gebe ich wilko auch Recht.

31.10.2012
10:42
WAZ-Leser - Abzocke auf Friedhof
von pelzigen | #2

Da kann man meinem Vorkommentator nur recht geben...

31.10.2012
10:21
WAZ-Leser - Abzocke auf Friedhof
von wilko | #1

wenn ich mir das Auto auf dem Foto angucke: das passt in meinen Augen nicht zusammen: dickes Auto fahren und dann knarzig wegen 10 € Erhöhung pro Jahr sein!

Ob das Auto des betroffenen Lesers auch so eins ist, weiss ich nicht. Aber falls ja, darf er sich gerne melden und ich kann ihm diverse Vorschläge machen, wie er ein vielfaches von 10 € im Jahr sparen kann!

Aus dem Ressort
Würste eng umschlungen
Lehmbruck-Museum
Der österreichische Bildhauer Erwin Wurm ist mit seinen abstrakten Skulpturen im Lehmbruck-Museum zu Gast: Was auf den ersten Blick wie ein Witz erscheint, hat Humor und Hintersinn.
Duisburger Mission erfüllt - Gebag-Sanierer hört auf
Küppersmühle-Skandal
Mission erfüllt: Nach drei Jahren hat Utz Brömmekamp seinen Job bei der städtischen Wohnungsbautochter Gebag erfolgreich erledigt– die Stadttochter hat den Küppersmühle-Skandal um den gescheiterten Museumsbau wirtschaftlich überlebt. Jetzt soll die Gebag mit neuem Chef tun, was ihr Geschäft ist:...
Duisburg fehlen 400 Millionen für Straßen
Marode Verkehrswege
Der Stadt fehlen in den nächsten zehn Jahren 400 Millionen Euro, um Straßen und Brücken zu sanieren. An einigen Stellen ist es besonders dringend.
62 Jahre alte Kiste beim Duisburger Seifenkisten-Derby
Seifenkisten
Nach 21 Jahren Pause wird am 6. und 7. September am Alsumer Berg in Duisburg-Marxloh wieder das "Duisburger Seifenkisten-Derby" ausgetragen. Dabei wird auch eine 62 Jahre alte Seifenkiste zu sehen sein. Damals wie heute wird sie von Peter Anders gelenkt.
Runder Tisch Asyl will Stadt bei Unterkunftssuche helfen
Flüchtlinge
Im Ergebnis war es wenig Konkretes, mit dem Donnerstagabend der Runde Tisch Asyl in Duisburg endete. Eher die Symbolik stand im Vordergrund des Treffens, zu dem der OB eingeladen hatte. Bei der Stadt gibt es nun auch eine Ansprechpartnerin, die Hinweise auf Wohnraum oder Hilfsangebote entgegennimmt.
Umfrage
Es stinkt, es ist dreckig und oben am Gleis tropft es kontinuierlich. Nicht nur Reisende nehmen die Bahnhöfe an Rhein und Ruhr als einige der schlechtesten Bahnhöfe Deutschlands wahr. Wie zufrieden oder wie unzufrieden sind Sie mit dem Duisburger Hauptbahnhof?

Es stinkt, es ist dreckig und oben am Gleis tropft es kontinuierlich. Nicht nur Reisende nehmen die Bahnhöfe an Rhein und Ruhr als einige der schlechtesten Bahnhöfe Deutschlands wahr. Wie zufrieden oder wie unzufrieden sind Sie mit dem Duisburger Hauptbahnhof?

 
Fotos und Videos
Stadtspaziergang
Bildgalerie
Fotostrecke
MSV tritt auf der Stelle
Bildgalerie
6.Spieltag
Bernhard Brink
Bildgalerie
Fotostrecke
Beecker Kirmes 2014
Bildgalerie
Fotostrecke