Watzmann-Laden in Duisburg schließt nach 30 Jahren

Auf der 300 Quadratmeter großen Verkaufsfläche des Watzmann-Outdoorladens gehen nach 30 Jahren die Lichter aus. Geschäftsführer Henrik Oettgen verkauft die letzten Artikel.
Auf der 300 Quadratmeter großen Verkaufsfläche des Watzmann-Outdoorladens gehen nach 30 Jahren die Lichter aus. Geschäftsführer Henrik Oettgen verkauft die letzten Artikel.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Outdoor-Spezialist auf der Kasinostraße in Duisburg stellt nach 30 Jahren den Betrieb ein. Gesellschafter Ralf Lahno führt derzeit Gespräche, um die Zukunft von Laden und Mitarbeitern zu sichern. Entweder übernimmt eine bundesweite Kette das Geschäft oder einer seiner alten Mitarbeiter.

Duisburg.. Hängematten, Gletscherbrillen, Moskitoschutz und Kletterschuhe - 30 Jahre lang war der Watzmann-Laden in der Innenstadt die Anlaufstelle für Outdoorfans, Kletterfreunde und Bergsportler. Ende des Monats schließt das 300 Quadratmeter große Geschäft auf der Kasinostraße nun endgültig seine Pforten.

Für Ralf Lahno, den Gesellschafter der inhabergeführten Einkaufsgemeinschaft, ist das Aus besonders tragisch: „Das ist eine Katastrophe für mich, nach 30 Jahren Tätigkeit aufhören zu müssen“, sagt der 53-Jährige. Aber es sei einfach kein Kapital mehr da, um den Betrieb mit sechs Festangestellten und sechs Studenten aufrecht erhalten zu können.

Lahno hatte den Laden 1982 auf der Liliencronstraße in Neudorf eröffnet und damit sein Hobby zum Beruf gemacht. Als Fan des Bergsportes, Wildwasserfahrens und Wanderns wollte er das sportliche Equipment selber verkaufen und dabei sein Know-how an die Kunden weitergeben. 1989 folgte der Umzug auf die Beekstraße in die Innenstadt und seit 1997 ist das Geschäft schließlich mit großer Verkaufsfläche an der Kasinostraße zu finden.

Der Laden hat sich zu einer bekannten Anlaufstelle für spezielle Outdoor-Artikel in der Region entwickelt „Im Bereich des Bergsportes sind wir im Ruhrgebiet konkurrenzlos“, sagt der Gesellschafter. Denn beim Watzmann-Laden handele es sich nicht um ein „normales“ Sportgeschäft, sondern um ein „absolutes Spezialgeschäft“, wie es nur wenige im Ruhrgebiet gebe. Dass der Betrieb jetzt eingestellt werden muss, liegt nach Meinung des Inhabers an der Lage und dem verändertem Kaufverhalten.

Keine Parkplätze mehr

„Es gib ja keine Parkplätze mehr hier“, beschwert sich Lahno. Durch die Stadtentwicklung in den letzten Jahren hätten Kunden, die mit dem Auto kämen, kaum noch Möglichkeiten, in der Nähe zu parken. „In diesem Bereich ist man aufgeschmissen“, sagt er. Aber auch das Konsumverhalten habe sich geändert, denn immer mehr Kunden bestellten ihre Waren im Internet. Zwar habe auch Watzmann einen Online-Shop, aber „die Vorfinanzierung der Artikel, die wir für den Online-Verkauf auf Lager haben müssen, kostet wahnsinnig viel Geld“.

Der Gesellschafter führt derzeit Gespräche, um die Zukunft von Laden und Mitarbeitern zu sichern. Entweder soll das Geschäft von einer bundesweiten Kette oder einem internen Mitarbeiter übernommen werden. Lahno will sich für einen Nachfolger entscheiden, der möglichst viele seiner Mitarbeiter übernimmt. „ Es wird ein Outdoor-Geschäft bleiben“, dessen ist sich Lahno sicher, vermutlich aber in einer abgespeckten Ausgabe, um die Betriebskosten zu senken und das Unternehmen wieder rentabel zu machen.