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WAZ öffnet Pforten

Wasser-Marsch - ein Besuch bei Hövelmann

18.08.2012 | 13:00 Uhr
WAZ-Leser spazieren durch die Produktionshalle der Firma Hövelmann.Foto: Lars Froehlich

Duisburg. Langsam geht es nach oben, dann gleich steil nach unten, Linkskurve, Rechtskurve, Looping, Vollbremsung – und es ist keine Beleidigung, wenn man die Nutzer dieser Achterbahn als Flaschen bezeichnet. Denn sie sind es. Bei Hövelmann geht es für Glas und Plastik drunter und drüber. Als Abschluss der Serie „WAZ öffnet Pforten“ besuchten 20 Leser das Unternehmen in Walsum, das mit seiner Marke Sinalco auf der ganzen Welt vertreten ist.

Um das gesamte Firmengelände zu erkunden, wäre ein ganzer Wandertag nötig: Auf 220 000 Quadratmetern verteilen sich hier Bänder, Abfüllanlagen, Lager, Büros. Vor 107 Jahren – für das Familienunternehmen sind das vier Generationen – kam man noch mit einem Hundertstel dieser Fläche aus. Doch Anfang der 70er war das Gebäude in der Nähe der Zeche Walsum endgültig zu klein und Hövelmann zog an die Römerstraße. Zur selben Zeit machte man mit der Erschließung einer eigenen Quellen einen wichtigen Schritt. Später kamen Brunnen in der Rheinaue hinzu. Aus 300 Metern Tiefe kann man hier bis zu einer Milliarde Liter Wasser fördern, ohne den Bestand zu gefährden. Drei Viertel dieser Menge verlassen jährlich tatsächlich das Werk: 750 Millionen Liter Mineralwasser, Cola, Apfelschorle, Limo werden hier produziert.

230 Artikel werden produziert

Das erfordert auch eine gute Logistik. Hövelmann-Mitarbeiter Christian Mönig schaut an der Pforte am Haupttor vorbei auf das Zählwerk für Lkw. „173 sind heute hier durchgefahren“, sagt er. „Aber der Tag ist noch lang.“ Es könnten gut doppelt so viele werden. Rund um die Uhr wird das Vollgutlager angefahren, die Stapler sind immer in Bewegung und verladen insgesamt 230 verschiedene Artikel.

Besuch bei Rheinfels-Quelle

Mönig führt die WAZ-Leser über eine Empore durch die Halle. Auf der einen Seite rauschen die Flaschen auf ihrem Weg durch die Anlage vorbei. Auf der anderen ist es gerade ruhig, die letzten Etiketten von „Rheinfels Quelle Medium“ verschwinden hinter einer Kurve. „Jetzt kommt stilles Wasser“, sagt Mönig. Dieser Wechsel ist unkompliziert. „Bei fruchtigen Sachen wird die ganze Anlage zwischendurch aber steril gemacht, damit zum Beispiel die Cola nicht nach Apfelschorle schmeckt.“

Zwischen Rumpeln und Klimpern

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Der Geschmack der Produkte kann aber auch durch andere Faktoren beeinträchtigt werden. Vor einer der Maschinen, durch die die Flaschen flitzen, bleibt Christian Mönig stehen: „Die hier riecht an den Flaschen“, erklärt er und schnuppert selbst an einer. Die Sensoren erkennen, ob Fremdstoffe in die Pfandflasche gefüllt wurden, zum Beispiel Lösungsmittel. Die Maschine schmeißt sie dann vom Band. Überhaupt rumpelt es immer wieder an den Fließbändern.

In der Halle nebenan ist dann ein Klimpern zu hören – das gleiche Spiel, nur mit Glasflaschen. Und dann geht es noch zu einer dritten Flaschenart, den Einweggebinden. Hier angelt Mönig aus einem großen Sack ein keines Röhrchen. Es hat die Form eines Reagenzglases und ist knapp 15 Zentimeter hoch. Erst wird es erwärmt, dann aufgeblasen – und schon ist daraus eine 1,5-Liter-Flasche entstanden. Und die rauscht dann weiter durch die große Halle, wird befüllt, etikettiert, mit fünf anderen in Plastik gehüllt und ins Vollgutlager transportiert – wo Lkw 174 schon längst wartet.

Alle Berichte über die Rundgänge bei "WAZ öffnet Pforten" in Duisburg finden Sie hier

Rundgang bei Rheinfels

Zlatan Alihodzic



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