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Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen

18.07.2012 | 00:00 Uhr
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
An der Küppersmühle hat schon lange niemand mehr gesessen. Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Gleich sechs ehemals gastronomisch genutzte Flächen im Duisburger Innenhafen stehen derzeit leer. Was für die Innenstadtentwicklungsgesellschaft kein Grund zur Sorge ist, sehen die verbliebenen Gastronomen kritisch. Die Lage im Hafen ist kein Einzelfall: Auch in den Einkaufszentren gibt es Leerstand.

Vor dem Restaurant Küppersmühle stehen die Stühle zu Dutzenden gestapelt. An den Tafeln stehen schon lange keine Tagesgerichte mehr angeschlagen. Seit Monaten ist die Gastronomie neben der Skandalbaustelle dicht – und auf beiden Seiten des Hafenbeckens sind weitere Leerstände dazu gekommen. Darunter die Fläche, die von der Diskothek „Privé“ genutzt wurde oder das verwaiste Hafenforum. Die WAZ hat durchgezählt.

Insgesamt sechs ehemals gastronomisch genutzte Flächen sind derzeit frei. Das macht keinen guten Eindruck, wenn man am Ufer flaniert und sich spontan überlegt, in welcher Bar man etwas trinken will. Die Innenstadtentwicklungsgesellschaft (IDE) findet den Leerstand hingegen nicht so dramatisch und spricht von „normaler Fluktuation“. „Das hat nichts mit dem Standort zu tun, sondern liegt auch an den Gegebenheiten“, erklärt Rolf Fehr, Prokurist bei der Innenhafengesellschaft. Das Restaurant Küppersmühle habe geschlossen, da nebenan die Dauerbaustelle immer noch nicht beseitigt sei.

Innenhafenfest

Auf der anderen Seite habe über Nacht ein Restaurant geschlossen, weil der Besitzer in finanziellen Problemen steckte. Am Innenhafen selbst liege die Abwanderung nicht. Für das Hafenforum gebe es aber schon neue Interessenten. Die Auslastung der Immobilien betrage immer noch mehr als 90 Prozent. „Zudem gebe es hervorragende Konzepte wie das Vapiano, das von den Besuchern gut angenommen wird“, so Fehr. Vor allem tagsüber gebe es Probleme, Kundschaft zwischen Mittags- und Abendgeschäft anzulocken.

Alteingesessene Gastronomen sehen viele Probleme

Stefan Cammann, Koch und Betreiber der Faktorei, gehört inzwischen zu den alteingesessenen Gastronomen am Innenhafen. Sein Restaurant wird als eines der wenigen vom Inhaber selbst geführt. Cammann hat sich längst vom Konzept der Ganztagsgastronomie verabschiedet und öffnet erst abends. Er bewertet die Situation am Hafenbecken kritisch.

„Bei den Quadratmeterpreisen, die man am Innenhafen zahlt, muss man sehen, dass jeden Tag die Bude brennt. Andererseits sind die Kunden sehr preissensibel.“ Im Innenhafen gebe es verschiedene Probleme, zum Beispiel, dass sich die Suche nach einem Parkplatz nicht gerade einfach gestaltet. „Die Leute wollen am liebsten bis zum Tisch vorfahren.“ Das Parkhaus sei für die meisten keine Alternative.

Wird der Standort am Innenhafen vernachlässigt?

Ein weiterer Eindruck: Früher wurde der Standort mit mehr Liebe gehegt und gepflegt. „Momentan konzentriert sich viel auf die Innenstadt.“ Doch die Algen, die zwischendurch die Grachten zuwucherten, wachsen auch bei ihm vor der Haustür. „Als sich noch die Innenhafengesellschaft gekümmert hat, sah man hier keine Pusteblume.“

In vier Jahren läuft der Mietvertrag für die Faktorei aus. Derzeit überlegt Cammann, wie es weitergehen soll. „Wir schauen uns auch nach alternativen Standorten um.“ Dabei sei der Innenhafen durchaus ein „Hotspot“. Nur: Was wird erst einmal, wenn auch noch das Legoland schließt und nach Oberhausen abwandert? Auch darauf hat es bisher noch keine Antworten gegeben. „Das ist wie eine Laufmasche, die sich immer weiter aufribbelt“, vergleicht der Gastronom die Situation.

Er will die Lage noch weiter beobachten, ob sich wirklich neue Restaurants ansiedeln und dann entscheiden. Sicher ist nur: Wenn er wegzieht, wird Cammann mit seiner Faktorei wahrscheinlich die Stadt verlassen. Eine Alternative zum Innenhafen gibt es für ihn nicht.

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    Seite 2: Alle drei Duisburger Einkaufszentren haben Probleme, neue Mieter zu finden

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Kommentare
27.07.2012
21:11
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
von Ruhrius | #44

Ich denke, die Wahrheit ist, dass es mit der vermeintlichen Attraktivität des Innenhafens leider nicht so weit her ist wie es mitunter dargestellt wird. Nach dem Motto: Der Wunsch ist der Vater des Gedankens. Offenbar schon nicht ausreichend attraktiv für die Duisburger selbst ("kritische Masse") und erst recht nicht um Auswärtige anzulocken. Da hilft auch das scheinheilige und gehässige Geschwätz der Essener Trolle "Waddehudda" und des "Türmchenbauers MIchelino" wenig, die sicher auch noch keinen Euro im Innenhafen gelassen haben. Ich maße mir nicht an hier eine Patentlösung zu haben, aber einige wichtige Punkte wurden schon richtigerweise angesprochen, wie die - gerade für Auswärtige - relativ wenig attraktive Erreichbarkeit per Auto und Bahn, vielleicht auch das falsche Preisniveau. Gibt´s erschwingliche Übernachtungsmöglichkeiten in direkter Nähe, falls man mal einen zuviel getrunken hat? Und warum höre ich nie Werbung zum Innenhafen?

21.07.2012
08:14
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
von Wunderratte | #43

"Ich finde den Innenhafen super klasse. Ist auch wesentlich schicker als das hässliche Centro. Er hat aber nur einen Nachteil... bzw. zwei... kaum Parkplätze und eine schlechte Anbindung vom HBF mit Ubahn oder Straßenbahn."

Die Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln mag zwar nicht so doll sein, aber vom König-Heinrich-Platz aus, einmal geradeaus durchs Wasserviertel und man ist in nicht mal 10 Min. zu Fuß am Innenhafen!!!

Aber, wie Herr Cammann so schön sagte: die Gäste parken am liebsten gleich am Esstisch...

20.07.2012
21:11
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
von ulrics | #42

Der Innenhafen liegt ziemlich abseits. Ohne Auto ist er schwer erreichbar und mit sucht man lange nach einem freien Parkplatz.
Die Innenstadt ist auch nicht besser. Die Königsgalerie kommt mir, wie ein Abklatsch vom Forum vor. In das Gebäude hätten die lieber gleich die Stadtbibliothek packen sollen.

Und die Innenstadt geht vom Leerstand noch. In Rheinhausen ist es richtig schlimm und trotzdem wird immer noch der Neubau von Ladenlokalen gestattet.

Ich sehen hier einen akuten Mangel an Weitsicht und Planungsvermögen bei der Stadt. Die Menschen kaufen nur einmal und das immer häufiger auch im Internet. Nicht nur weil es bequemer ist.

20.07.2012
15:19
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
von strandgut | #41

Wir sind gerne zu später Stunde im Innenhafen,und fühlen uns recht wohl
unter unseres Gleichen zu sein,es ist auch gut das bestimmte Lokale
darauf achten das es vom Gelde her nicht für Jedermann zugänglich ist.

1 Antwort
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
von Hombuerger | #41-1

@strandgut
Wie ist das gemeint:VOM GELDE HER NICHT FÜR JEDERMANN ZUGÄNGLICH?
Also,teuerer als üblich?

20.07.2012
00:42
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
von Gruenkohl7 | #40

Innenhafen = künstliche, spiessige und kleinbürgerliche Schicki-Micki-Welten zu exorbitanten Preisen! Da fahre ich lieber woanders hin, wo das Ambiente und die Menschen "echt" sind und das zu zivilen Preisen!

Danke für Nichts!

20.07.2012
00:22
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
von Hugo60 | #39

Einfach nur typisch Duisburg.

19.07.2012
15:49
Alles zu teuer...
von Bescheuert | #38

Mietpreise senken, dann werden auch die anderen Preise gesenkt und eventuell die Lohnkosten erhöht, dann kommen auch Leute, der rest fügt sich dann von ganz alleine.

19.07.2012
14:28
Erstmal eine Fehlerkorrektur
von KiaKosaki | #37

"sehen die verliebenen Gastronomen kritisch" da gäbe es 2 Möglichkeiten: sehen die verliebten Gastronomen, wobei die Frage wäre in wen und was verliebt oder die VERBLIEBENEN Gastronomen, klingt auch nicht schlecht..

Zum Text: Als Normalbürger wittert man doch dort im Innenhafen knallige Preise, irgendwie scheint dieses Gebiet für Bonzen angelegt zu sein um dickes Geld zu machen. Der Bürger kann sich gerade noch die Currywurst leisten, vielleicht noch Pommes dazu. So wundert eine Abwanderung niemanden.

19.07.2012
13:28
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
von Torsten1964 | #36

Die Stadtmitte und Innenhafen sind nicht Attraktiv genug.Und wir haben auch nicht das Dicke Geld in der Tasche.Zumal die Innenstadt einmal hoch und einmal runter zu laufen ist.Ach der Sonnenwall ist auch noch da. Und das war es dann aber auch.Da fahre ich lieber nach Oberhausen oder Düsseldorf zum Bummeln mit der Bahn. Und in Duisburg ist das Parken auch nicht Kostenlos.Also mir ist es langweilig in der Innenstadt.Warum sollte man nicht ein Kino oder eine große Disco mit Romantischen Bistros nebenan Bauen.Und es gibt zuviele Banken Sparkasse,Deutsche Bank u.s.w. auf der Kö.Abends um 20 Uhr ca.sind die Boardsteine hochgeklappt weil es zu langweilig ist.Es ist nicht gemütlich auf der Kö.Schaut mal bei einer anderen Stadt wie die es machen,kleine Kneipen mit Musik. Ist halt meine Meinung ok. Die Stadt hat kein Geld warum wohl ? und wir auch nicht warum wohl ? wissen tun wir es , nur wir machen nichts dagegen.Auf Duisburger macht Duisburg sehenwert für Alt und Jung.

19.07.2012
09:49
Warum viele Gastronomen den Duisburger Innenhafen verlassen
von nulpe2 | #35

vielleicht liegt es auch einfach an dem personal das immer weniger leute dort hin kommen.
wir waren mehrfach dort frühstücken sonntags aber irgendwie immer das gleiche.
das personal war erst einmal mit sich selber beschäftigt um das erlebte von samstag nacht zu erzählen.die musik im hintergrund donnerte und wenn ich drei mal fragen muß ob der kellner mal den tisch abwischen würde an den wir uns gesetzt hatten und der immer noch sagt ...ich bring gleich lappen mit...und macht es nicht dann gehe ich da nicht mehr hin.

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