Warum machen Sie mit?

Z Mir ist wichtig, dass das Personal in den Ämtern freundlicher wird. Meine Mandanten haben oft mit Ämtern zu tun. Die Mitarbeiter, die auf ihren Sesseln sitzen, können sich oft nicht in die Probleme der Menschen hineinversetzen. Ich habe mich damals selbstständig gemacht. Aber das ist manchmal ganz schön hart.“

Z Meine Schwester hat mich gefragt, ob ich mitkomme. Ich engagiere mich als Jugendvertreter, Politik ist schon wichtig. Nach der Ausbildung werde ich zu 95 Prozent übernommen. Ich hatte Glück, habe eine Bewerbung geschrieben und hatte dann die Stelle. Mir ist wichtig, dass ich einen zukunftssicheren Job habe.

Z Die Politiker sollten viel öfter mal fragen, was die Leute denken und auch bei den Gesetzen mit Betroffenen reden. In den Fernseh-Talkshows kommt immer nur Politik-Prominenz zu Wort. Das finde ich nicht wichtig. Ich habe früher im Krankenhaus gearbeitet, da ging es oft nur noch ums Geld. Sämtliche Bereiche wurden privatisiert.“

Z Mittlerweile bin ich in Rente, aber ich habe früher 30 Jahre als Richter für Familienrecht gearbeitet. Ich kenne viele Familiengeschichten. Mir ist wichtig, dass nicht alles durch-ökonomisiert wird. Später wurde Rechtsprechung als Dienstleistung betrachtet – und auch im Gesundheitswesen geht’s oft genug um Wirtschaftlichkeit.“

Z Ich interessiere mich für Politik und engagiere mich in der alevitischen Gemeinde. Der Glaube ist mir wichtig. Bildung spielt bei den Aleviten eine große Rolle. Ich studiere Bildungswissenschaften, das ist eine Mischung aus Sozial- und Politikwissenschaften. Wir waren uns an unserem Tisch eigentlich ziemlich einig.“

Z In Deutschland kann man so lange gut leben, wie man gesund ist und genug Geld hat. Wenn was passiert, dann geht’s auch schon los. Ich habe keine Geheimnisse vor Frau Merkel, deshalb nehme ich hier gerne teil. Man sollte mal den Wasserkopf abschaffen, damit das Geld, das im System ist, auch richtig verteilt wird.“