Warum Goldpreise von Händler zu Händler so stark schwanken

Nicht alle Waagen bei Goldhändlern sind geeicht.
Nicht alle Waagen bei Goldhändlern sind geeicht.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mitarbeiter des Eichamtes in Duisburg kontrollierten Goldankäufer in der Region. Dabei entdeckten die Experten viele Waagen, die nicht geeicht waren.

Duisburg.. Gold ist in Zeiten, in denen mit Sparbüchern kaum noch Zinserträge zu erzielen sind, eine beliebte Geldanlage-Form. Der Wert des Edelmetalls schoss in den vergangenen Jahren kontinuierlich in die Höhe. Auch deshalb haben Mitarbeiter des Eichamtes Duisburg kürzlich bei einer Kontrollaktion im westlichen Ruhrgebiet zahlreiche Goldankäufer unter die Lupe genommen. Sie trafen dabei auf stark unterschiedliche Gebote für ein und dieselbe Menge Zahngold, die den Händlern zum Testkauf angeboten wurde, und fanden zudem teils unzulässige Waagen vor.

„Wir sind als normale Kunden getarnt mit sechs Gramm Zahngold in der Tasche losgezogen und haben uns die Händler, die wir kontrollieren wollten, nach dem Zufallsprinzip ausgesucht“, berichtet Andreas Erber. Er ist der Fachbereichsleiter für Waagen im Eichamt Duisburg, das seinen Sitz am Konrad-Adenauer-Ring in Neumühl hat. Mit einer Kollegin nahm Erber mehrere Ankaufstellen in Moers, Oberhausen und Essen unter die Lupe. Das Gold hatte er zuvor von der Landeseichdirektion in Köln für den Testverkauf zur Verfügung gestellt bekommen.

Hohe Fluktuation in der Branche

„Uns sind etwa 250 Goldankäufer in unserem Zuständigkeitsgebiet bekannt, 26 davon haben wir bei der Aktion kontrolliert“, erklärt Carsten Amendt, der Leiter des Eichamtes Duisburg. Die genau Zahl der Geschäfte sei nur schwer zu ermitteln, da es in dieser Branche eine hohe Fluktuation gebe.

„Bei den Kontrollen galt unser erster Blick stets der Waage“, erzählt Erber. Die Kernfrage lautete: War sie geeicht oder nicht? Ein entsprechendes Siegel ließ dies sofort erkennen. Ein Hauptkritikpunkt der Kontrolleure in rund 50 Prozent der Läden: Die Waage war hinter der Theke „versteckt“ und somit für den Kunden überhaupt nicht einsehbar. „Wir haben dann vom Ankäufer nur den Geldbetrag genannt bekommen, den er zahlen wollte. Dieser schwankte zwischen 60 und 100 Euro“, berichtet Erber. Rund die Hälfte der Händler hätte erst auf Nachfrage der vermeintlichen Kunden erklärt, wie viel Gramm Gold sie denn überhaupt gewogen hätten.

Wichtig war aber auch die Kontrolle der Waagen selbst. Um beim Goldankauf überhaupt zum Einsatz kommen zu dürfen, bedarf es einer so genannten Präzisionswaage. Diese müssen diverse Genauigkeits-Anforderungen erfüllen, zudem eichfähig sein und die Bauart muss offiziell zugelassen sein.

Am Ende der Kontrolle zogen Erber und seine Eichamtskollegen stets ihren Dienstausweis und stellten die Händler zu Rede, sprachen sie auf mögliche Fehlverhalten an. Diese gelten als Ordnungswidrigkeit und können auch bei Ersttätern ein Bußgeld in dreistelliger Euro-Höhe zur Folge haben.

Kontrolle wird wiederholt

„Es gab viele Auffälligkeiten. Deshalb werden wir die Kontrollaktion noch in diesem Jahr wiederholen, dann aber in den anderen Städten und Kreisen unseres Zuständigkeitsbereiches“, kündigt Amtsleiter Amendt an. Dazu gehört neben den Kreisen Kleve und Wesel natürlich auch die Stadt Duisburg.