Warum ein Duisburger für den Abriss seines Hauses klagte

Ein Duisburger hatte geklagt, weil er wollte, dass die Stadt sein Haus abreist.
Ein Duisburger hatte geklagt, weil er wollte, dass die Stadt sein Haus abreist.
Foto: Stephan Eickershoff / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Eine eher ungewöhnliche Klage reichte Mehmet Yildirim ein. Er will, dass die Stadt sein Haus samt Bistro in Duisburg-Bruckhausen abreißt.

Duisburg.. Der Duisburger Mehmet Yildirim ist mit einer eher ungewöhnlichen Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gescheitert. Yildirim will, dass die Stadt sein Haus abreißt. Doch das Gericht sieht keinen Grund, dem Anliegen zuzustimmen. Hintergrund der Klage ist das Stadtwandlungsprogramm „Grüngürtel“, das buchstäblich vor Yildirims Haustür in Bruckhausen endet.

Der heruntergekommene Stadtteil wird umgestaltet. Fast 170 Mehrfamilienhäuser wurden dafür schon abgerissen, Hunderte Mieter sind umgezogen, Besitzer wurden entschädigt. Sie sollen Platz schaffen für den „Grüngürtel“, der sich trennend zwischen verbleibende Wohnbebauung und Thyssen-Krupp-Hütte ausbreiten soll. Ganz einfach deshalb, weil es in Duisburg viele leere Wohnungen gibt. Warum sollte jemand, der umzieht, neben die Hochöfen ziehen?

Stadt Duisburg will nicht abreißen

Was auch der Grund dafür ist, dass Yildirim auf eigenen Abriss geklagt hat. An der Kaiser-Wilhelm-Straße direkt gegenüber von Thyssen-Tor 1 betreibt er sein Bistro „Tor 1“. Dort essen seit Jahren schon Monteure, dort frühstücken Nachbarn, dort kehren Geschäftspartner des Stahlriesen von der anderen Straßenseite ein.

Doch unter dem Abriss des halben Stadtteils hat offenbar auch Yildirims Bistro zu leiden. Deshalb würde er sein Haus samt Bistro gerne an die Stadt Duisburg veräußern. Die Stadt jedoch argumentiert: Sein Haus signalisiere den Ortseingang, und die Struktur des Stadtteils solle erhalten bleiben.

Das Oberverwaltungsgericht sieht auch keinen Grund, den Bebauungsplan zu ändern. "Damit ist die Gültigkeit des Bebauungsplanes Bruckhausen (Nr. 1104) für den Grüngürtel Duisburg-Nord durch das Gericht bestätigt worden", erklärte die Stadt am Mittwochabend in einer Mitteilung. Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte der Flächennutzungsplanänderung bereits am 21. August 2012 zugestimmt. (sat)