Warum Duisburgs OB Link mit seinem Kunstverbot daneben lag

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Was wir bereits wissen
Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link reagiert höchst verstimmt auf die breite Kritik an seinem Verbot der Kunst-Installation Totlast. Er fühlt sich offenbar auch missverstanden – im Krisenmanagement war der OB allerdings schon mal besser. Ein Kommentar von Oliver Schmeer.

Duisburg.. Unser Oberbürgermeister ist derzeit auf uns nicht gut zu sprechen. Er findet, dass wir und andere in Berichterstattung und Kommentierung zu seiner verfügten Absage der Kunstaktion „Totlast“ gehörig überziehen.

Und dann das: Im gedruckten WAZ-Interview zu seinen jüngsten Erklärungen war sein beigestelltes Konterfei aus technischen Gründen verrutscht, so dass nur ein schwarzes Nichts zu sehen ist (siehe Screenshot). Wir betonen ausdrücklich: Das war ein Fehler, keine Absicht, keine journalistisch versteckte Botschaft oder so etwas. Wir entschuldigen uns - man weiß ja nicht, der OB wirkt zurzeit arg dünnhäutig.

Jetzt mal im Ernst: Der OB mag mit bestem Wissen und Gewissen die Entscheidung getroffen haben, die Kunstaktion abzusagen, nachdem die Bauordnung Bedenken hatte und die Entscheidung an die Verwaltungsspitze geschoben hat. Warum auch immer, Link schob das Nein nicht auf die Genehmigung, sondern argumentierte inhaltlich und verordnete der Stadt, nach der Loveparade „nicht reif“ für diese Konfrontation zu sein.

Angst ist ein schlechter Ratgeber

Das war eine Bevormundung, ebenso fatal wie falsch. Aus Angst heraus? Sie ist immer ein schlechter Ratgeber. Die Reaktionen waren – meist – verheerend. In der Auswirkung mit der Rufschädigung für Duisburg, ausgerechnet jetzt als Ruhrtriennale-Hauptstadt gravierender als eine gerne strittige Diskussion über die Installation.

Link schwieg nach der Entscheidung und der breiten Kritik – und blieb dann bei seiner Position, versehen lediglich mit ein bisschen Sprach-Weichspüler, aber spürbarer Verunsicherung und Trotz von einem, der sich missverstanden fühlt – und vielleicht ahnt, dass seine Entscheidung nicht die richtige war. Link hat in seiner Amtszeit häufig gutes Gespür und klare Kante gezeigt, Krisensituationen bewältigt. Diesmal lag er daneben. In der Entscheidung und im Umgang mit ihr. Gelegenheiten, sich wieder besser zu positionieren, wird er noch genug haben. Denn Duisburg hat noch weit größere Herausforderungen zu bewältigen. Damit soll jetzt auch gut sein.