Warum Duisburg für Bandidos, Hells Angels und Satudarah wichtig ist
05.06.2012 | 13:11 Uhr 2012-06-05T13:11:00+0200
Duisburg. In Duisburg überschneiden sich die Reviere von Hells Angels und Bandidos. In Rheinhausen sind Höllenengel und der verfeindete MC Satudarah nun Nachbarn. Seit der Ermordung des Bandidos „Eschli“ und Massenschlägereien im Rotlichtviertel gilt Duisburg als besonderer Konfliktpunkt. Eine Erklärung mit Rückblick.
Dass es beim ersten deutschen Chapter des niederländischen Motorradclubs Satudarah im Duisburger Westen nur ums Biker-Beisammensein und fröhliche Motorradausfahrten geht, wie Mitglieder beteuert hatten – das mag man in Polizeikreisen so recht nicht glauben . Der Grund für den Anschluss des Rheinhauser Clubs „Brotherhood Clown Town Duisburg“ könnte ein anderer sein. Mit nur etwa 20 Mitgliedern war „Brotherhood Clown Town“ eine eher überschaubare Gruppe. In der rauen und unübersichtlichen Rockerszene an Rhein und Ruhr stellt Satudarah da eine veritable Schutzmacht dar. Den Niederländern eilt ein besonderer Ruf voraus: Einige Mitglieder gelten als extrem brutal .
Und spätestens seit der Ermordung des Gelsenkirchener Bandidos „Eschli “ im Herbst 2009 gilt Duisburg als besonderer Konfliktpunkt. Auch wenn die tödlichen Schüsse vor zweieinhalb Jahren eine Beziehungstat waren : In der Rhein-Ruhr-Stadt treffen die Einflusssphären von Hells Angels (Rheinland) und Bandidos (Ruhrgebiet) aufeinander, zudem ist das örtliche Rotlichtviertel zuletzt stark gewachsen. Das Bandidos-Quartier dort: die Kneipe „The Fat Mexican“.
Bordellbetreiber engagierten Sicherheitsdienst statt Hells Angels
Hells Angels-Mitglieder waren im Rotlichtviertel (wie auch immer noch Bandidos-Angehörige) als Türsteher aktiv. Allerdings hatten sich die „Höllenengel“ nach NRZ-Informationen vor einigen Monaten zurückziehen müssen; den Bordellbetreibern war es zu unruhig geworden. Sie engagierten stattdessen einen privaten Sicherheitsdienst.
Zurückziehen wollen sich die Hells Angels aus Duisburg allerdings nicht. Vor einigen Wochen gründeten sie – allerdings bisher nicht offiziell – eine Niederlassung. Das Clubhaus steht in Rheinhausen – ganz in der Nähe der Niederlassung des neuen „Satudarah MC Duisburg“. Anfang 2012 hatten die Höllenengel dort, in Rumeln, das Bürogebäude einer ehemaligen Baumaschinenfirma zu ihrem Clubheim umgebaut.
Das Gebäude und die Niederlassung der deutsch-niederländischen Rockervereinigung sind dort nur durch die Straße Borgschenweg getrennt. Als die Hells Angels sich in ihrem neuen Heim im März zur Grillparty trafen , hatten zeitgleich auch die Bandidos-Unterstützer in der Nachbarschaft Besuch: Beim damals noch „Brotherhood Clown-Town“ genannten Club schauten erst die befreundeten niederländischen Rocker von Satudarah und dann die Beamten einer Hundertschaft vorbei.
Zuvor, im Februar 2012, hatte die Polizei in Rheinhausen bereits Wohnungen durchsucht . Dabei ging es um die Hintergründe der Massenschlägerei in Mönchengladbach, bei der Rocker aus dem Umkreis von „Hells Angels“ und „Bandidos“ aufeinander eindroschen. Nach der Massenschlägerei mit einem lebensgefährlich Verletzten zeigte die Polizei in Duisburg wieder mehr Präsenz in der Szene. Auch nach der Ermordung des Bandidos „Eschli“ war der Konflikt der Gangs in Duisburg schon mehrfach eskaliert: Im Mai 2011 etwa prügelten sie sich auf der Charlottenstraße , gingen mit Knüppeln und Baseballschlägern aufeinander los.
Hells Angels stürmten Bandidos-Kneipe
Beide Seiten verkündeten Gesprächsbereitschaft, sorgten aber bereits im Juni 2011 erneut für einen Großeinsatz: In der Kneipe, an der die Konfrontation einen Monat zuvor ihren Anfang nahm – im „Mississippi“ im Innenhafen –, musste die Polizei eine Massenschlägerei verhindern: Als die Polizisten eintrafen, flogen bereits Teller und Tassen .
Ende Oktober 2009 kamen die Ordnungshüter zu spät: Damals drangen etwa 50 mit Schlagstöcken bewaffnete Anhänger der Hells Angels in die Bandidos-Kneipe „The Fat Mexican“ ein und griffen die Besucher an. An der Schlägerei seien mehrere hundert Rocker beteiligt gewesen, hieß es. Einen Monat zuvor hatte Hells Angel Timur A . vor dem Lokal den 32-jährigen Bandido „Eschli“ erschossen.
Im August 2010 verurteilte das Duisburger Landgericht den Täter zu elf Jahren Haft. Der „Rockerprozess “ hatte das Duisburger Schwurgericht monatelang beschäftigt – und auch die Polizei. Hundertschaften hielten die zuschauenden Rockerbanden an den Prozesstagen voneinander fern.

06:45
Diese Organisationen haben dichte Strukturen welche über Jahrzehnte gewachsen sind & für alle Außenstehenden schwer zu durchdringen sind. Klare Rules regeln was wie zu laufen hat, sind auch für den geistig unterbelichtesten Cutten-Biker verständlich & zeigen den Weg sowie Verhaltensweisen auf. Wenn man sich mit der Szene beschäftigt, Kontakte pflegt & Einblick in die Rules erhält, der weiß, eine solche Organisation stampft man nicht durch Clubverbote ein (Verblendung der Bürger) denn Mitglieder werden in andere Charter / Chapter verteilt, neue Clubs werden eröffnet, auswärtige Clubs übernehmen Clubhäuser. Passender kann man hier nicht sagen, -schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei Neue nach-. Wirkliche Beweise nur durch Haus- & Clubdurchsuchungen wird man nicht erlangen, man muss die Szene infiltrieren aber dieses macht der Schutz durch die World-Rules mehr als schwierig. Viel Glück Herr Jäger the show must go on!!!!
11:59
Ja, warum? Irgendwie fehlt mir bei der "Erklärung mit Rückblick" die Erklärung.
11:52
Wie wäre es denn wenn die Stadt die Puffs schließt, statt immer neue Rotlicht-Gebäuden zu genehmigen. Auf das bissel Vergnügungssteuer etc. verzichtet man doch lieber, statt täglich Negativ-Schlagzeilen lesen zu müssen.
Zudem müsste nicht immer wieder die Hundertschaft ausrücken oder tägl. Polizeipräsenz und Kontrolle erfolgen.
Gleiches gilt für die Genehmigung von Spielotheken und Wett-Büros.
22:47
Warum muss die WAZ dem Chef der Bandidos mit Großbild auf der Titelseite die Ehre erweisen?
22:28
Es wäre schön, wenn gegen eine andere internationale kriminelle Bande genauso vorgegangen würde. Eine mächtige Organisation, die gegen Staaten und Volkswirtschaften spekuliert und fordert das, wo es nicht nach ihrem Willen geht, die Demokratie abgeschafft wird. Diese Organisation nennt sich "die Märkte", und dagegen sind die Rocker ganz kleine Lichter.
20:55
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19:43
weil da der Schimanski wohnt! Is doch klar
19:00
Hat einer der Redakteure in letzter Zeit mal in Hamborn vorbeigeschaut?
In aller Öffentlichkeit treffen sich regelmäßig Hells Angels zwischen Rathaus und Altmarkt. In voller Kutte "cruisen" sie durch die Hamborner City. Wenn die Polizei mal einen anhält (z.B. Rasen im Verkehrsberuhigten Bereich), kommen aus Gaststätten gleich eine Horde von denen; um Präsenz zu zeigen.
Ein Freund berichtet mir, das junge, angestellte Frauen eines großen Geschäftes regelmäßig von denen - nach Feierabend - angequatscht und belästigt werden. Und Jugendliche, die ich von ein paar Jahren regelmäßig im Dichterviertel auf der Straße "gelangweilt" angetroffen habe, laufen neuerdings mit Kutten rum.
Erstmal scheint dies alles nicht bedrohlich. Jedoch, wenn ich die Hintergründe berücksichtige macht mir diese Entwicklung Angst und wirkt auf mich - meine Familie und Kinder - sehr bedrohlich.
Ich will keine Massenschlägereien, Schießereien und derart organisierte Kriminalität in Duisburg.
18:45
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18:44
Gibts denn wirklich nichts aktuelles?
warum immer 2009 und 200x
die kollegen von # 1 und 2 scheinen sonne Art mad-max-fans, oder?