Warum die Rocker-Fehde an Rhein und Ruhr eskaliert
20.02.2013 | 12:12 Uhr 2013-02-20T12:12:33+0100
Duisburg Sprengstoffanschläge, Schlägereien, Warnschüsse. Die Rocker in Duisburg und im Rheinland stehen unter Druck. Ein Chefermittler des LKA kennt die Ursachen. Zwei davon: Expansionspläne des Satudarah MC und eine neue Rockergeneration. Jüngere Migranten ohne lange Bikertradition gewinnen an Einfluss. Die Rockerszene wird unberechenbarer.
„Sehr dynamisch“ nennen Polizeisprecher im Interview die Rockerszene an Rhein und Ruhr zurzeit besonders häufig. Nach den Sprengstoffanschlägen , Schlägereien und Warnschüssen in Duisburg erklärt Thomas Jungbluth, warum die hiesigen Rockerbanden unter Druck stehen und welche Entwicklungen die Situation verschärfen. Der 56-Jährige leitet beim Landeskriminalamt NRW (LKA) die Abteilung zur Bekämpfung organisierter Kriminalität. Seiner Analyse nach hat die aktuelle Unruhe drei Hauptursachen: neue Konkurrenz, große Verunsicherung und junge Nachwuchsrocker mit Migrationshintergrund – und ohne Bikertradition.
Gerüchte über Satudarah-Ableger in Düsseldorf, Kleve und Krefeld
Jungbluth spricht von „heftigen Provokationen zwischen Hells Angels und Satudarah“ – und meint nicht nur die jüngsten Angriffe und Drohgebärden in Duisburg. Seit die Mitglieder der Rheinhauser Outlaw Motorcycle Gang (OMCG) „Brotherhood Clown-Town “ im Juni 2012 das erste deutsche Chapter, noch: Prospect Chapter, der Niederländer wurden, machen unter Rockern – auch im Internet – immer wieder Gerüchte um Expansionspläne des Satudarah MC die Runde. Die kolportierten neuen Standorte: Düsseldorf, Krefeld und Kleve. Bestätigen kann das LKA die Pläne nicht.
Für den Düsseldorfer LKA-Mann aber ist neben den mutmaßlichen Warnschüssen am Satudarah-Clubhaus und auf einen Kiosk in Beeck zum Beispiel auch ein Facebook-Posting von Belang, das den Schüssen vorausging: Das mittlerweile gelöschte Foto zeigte das Klever Wahrzeichen, die Schwanenburg. Darunter stand: Satudarah MC Kleve. In der Kreisstadt wollten zuletzt 2012 die Bandidos eine Unterabteilung ins Leben rufen. Aus Polizeikreisen verlautete, Satudarah wolle nun in Kleve das Vereinsheim des „Night Riders MC Kleve“ übernehmen.
In Duisburg überschneiden sich die Reviere von Hells Angels und Bandidos. In Rheinhausen sind Höllenengel und der verfeindete MC Satudarah gar Nachbarn. Seit der Ermordung des Bandidos „Eschli“ und Massenschlägereien im Milieu gilt Duisburg als besonderer Konfliktpunkt. Eine Erklärung mit Rückblick.
Ähnlich brüskieren dürften die Hells Angels, die das Rheinland als ihr Territorium betrachten, die (unbestätigten) Medienberichte über einen von der Polizei verhinderten Angriff auf Düsseldorfer Mitglieder. In den Vergnügungsvierteln der Landeshauptstadt ließen sich seit dem Sommer zudem immer wieder Rocker in Schwarz-Gelb, den Clubfarben der Neuankömmlinge, blicken. Rocker sein heißt auch: öffentlich erkennbar sein – und Satudarah zeigt seit der Schlägerei besonders Präsenz: Im Clubheim in Rheinhausen an der Friedrich-Ebert-Straße gaben Führungsmitglieder sogar Kamerateams Interviews. Die von ihnen im Oktober im Rotlichtviertel an der Vulkanstraße eröffnete Kneipe darf allerdings seit Wochen nicht mehr öffnen, weil die Behörden die vorläufige Konzession nicht verlängerten.
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18:14
Ihr stets grinsendes Gesicht neben einem Radar-/Blitzgerät haben wir alle
schon oft ansehen müssen.
Jetzt bitte noch einige Fotos von Ihnen auf der Vulkanstraße, am besten
mit Moped.
08:33
Nach dem die Rocker jetzt bald alle festgenommen und verurteilt sind, sollen unsere Ordnungsbehörden aber nicht vergessen u.a. in Duisburg- Marxloh, Beeck, Neumühl....für Ordnung und Gerechtigkeit zu sorgen. Hier ist auch hohe Kriminalität im Gange.
11:21
Schon vor mehr als 10 Jahren konnte man im Spiegel lesen, wie weit die Verflechtung zwischen Rockergangs und Wirtschaft/Politik gediehen ist. Am Bespiel Hannover und Hells Angels wurde beschrieben, wie dort HA legale Firmen gegründet hatten, sich "sozial" engagierten und man wenn man auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover einen Stand haben wollte wurde man von der Stadtverwaltung direkt an eine Firma der HA verwiesen, die das management und die security übernahmen.
O-Ton Polizei und Verwaltung inhaltlich: Seit dem die hier alles regeln, haben wir weniger Probleme und uns ist es lieber wir haben deutsche (sic!) Ansprechpartner in der OK, als unübersichtliche auslädnische OK-Strukturen! Und außerdem seien die Firmen gute Steuerzahler.
Soviel dazu und nur am Beispiel Hannover (auch wenn dieser Bericht älter als 10 Jahre ist). Razzien in Hannover führten btw. zu keinem Erfolg, weil es Informanten innerhalb der Polizei gab.
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Das Rocker-Problem wird durch junge Migranten ausgelöst?
Ihre Wahrnehmung ist - sehr vorsichtig ausgedrückt - leicht selektiv. Auch deutsche Rocker brauchen nun wirklich keine Migranten, um in ein schlechtes Licht gerückt zu werden. Da stehen sie von ganz alleine.
14:06
Tja, Herr Jäger da kann man wahrscheinlich nur durch stetige Präsenz der Polizei etwas erreichen, ebenso durch häufige Besuche des Zolls und der Steuerfahndung... Sprich, es muss vor den Lokalen, Clubhäusern usw. immer wieder deutlich sichtbar eine starke Präsenz der Polizei stattfinden, vielleicht sogar mit Personenkontrollen.
Irgendwann dürften die "Geschäfte" der "Rocker" dann einbrechen, welcher Freiser oder Drogenkonsument usw. betritt eine entsprechende Bar usw. wenn dort vor der Tür ein Aufgebot der Polizei steht?
Also Stören, Stören, Stören und immer wieder durchsuchen....
Vor dem Erfolg kommt die Arbeit.
Sie haben recht.
Das hat mit Motorrad und Musik nichts mehr gemein.
Da gibt es auch nichts mehr zu bewundern.
Da ist polizeiliche Präsenz gefordert.
Und für die Anwohner wird das Umfeld nicht besser eher lebensbedrohlicher.
Zustände wie in Hannover, mit freundschaftlichen Verbindungen von Rechtsanwälten mit "Rockern" müssen schon im Keim erstickt werden.