Warum das Planet Hollywood im Duisburger City-Palais gescheitert ist

Die Stühle im Planet Hollywood sind hochgestellt, das Event-Lokal ist geschlossen.
Die Stühle im Planet Hollywood sind hochgestellt, das Event-Lokal ist geschlossen.
Foto: Ute Gabriel/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Planet Hollywood im City-Palais ist Geschichte. Trotzdem ist Roland Piechoczek vom Erfolg des Eventlokals an anderer Stelle in Duisburg überzeugt.

Duisburg.. Die Stühle sind hoch gestellt. Arbeiter rollen den Mini-Jet aus dem James-Bond-Film „Octopussy“ aus dem Restaurant. Die Küche des Planet Hollywood im City-Palais bleibt kalt, das Event-Lokal seit dem 2. Januar endgültig geschlossen.

Die Betreibergesellschaft, die Planet Hollywood Duisburg GmbH, hat bereits im vergangenen Oktober einen Insolvenzantrag gestellt. Das Ziel mit 1,5 bis zwei Millionen Euro Jahresumsatz, so erzählt der bisherige Geschäftsführer Roland Piechoczek, der bei den aktuellen Aufräum- und Abbauarbeiten tatkräftig mit anpackt, sei gerade einmal zu 50 Prozent erfüllt worden – deutlich zu wenig.

30 Angestellten wurde nun gekündigt

Ein Sanierungskonzept sei in der Weihnachtszeit an dem Vermieter gescheitert, eine geplante Silvester-Benefiz-Party kurzfristig abgesagt worden. Rechtsanwalt Dr. Andreas Röpke hat schließlich das Insolvenzverfahren eröffnet. 30 Angestellte – inklusive der geringfügig Beschäftigten, so Röpke – haben die Kündigung erhalten.

Die Lizenzgebergesellschaft sucht laut Piechoczek nun einen neuen Standort für das Planet Hollywood in Duisburg. Es geht vor allem um eine bessere Lage, womit die Ursachenforschung für das Scheitern nach nur einem Jahr mit dem bisherigen Geschäftsführer beginnen kann. Roland Piechoczek zieht die Arbeitshandschuhe aus, setzt sich an irgendeinen der zahlreichen freien Tische und spricht zunächst die lange Schließung die Mercatorhalle an. „Das konnte man so nicht erwarten und hat nicht nur uns durch die fehlenden Veranstaltungen und Tagungen viele Gäste gekostet.

Standort im City-Palais liegt zu weit ab vom Besucherstrom

Außerdem ist der Standort zu dezentral für den Besucherstrom, den wir gebraucht hätten“, so der 41-Jährige. „Wir haben zwar zwischenzeitlich auch das Konzept optimiert, später geöffnet, die Karte verschlankt, den Fokus noch stärker auf Barbecue, auf Burger und Co. gelegt, doch am Ende hat es nicht gereicht.“

Trotzdem habe das Planet die Stadt belebt. „Wir haben Stars wie Steven Seagal, Status Quo, Doro Pesch oder Ralf Richter und viel Freude nach Duisburg gebracht“, ist Piechoczek grundsätzlich vom Mix aus Essen und Entertainment überzeugt. Alles eine Nummer kleiner, sagt er, aber auf jeden Fall in Duisburg, nur eben an einem neuen Standort.

Betreiber will bis Ende März an neuem Standort eröffnen

Der soll schon in Kürze bekannt gegeben, das operative Geschäft noch im ersten Quartal des Jahres wieder aufgenommen werden. Piechoczek spricht von einer zentralen Lage direkt an der Königstraße oder im Innenhafen. Wo auch immer: Die Ausstellungsstücke, wie die Schimmi-Jacke, auf die der 41-Jährige besonders stolz ist, sollen dann auch wieder zu bewundern sein.

Mit den neuen Plänen hat Insolvenzverwalter Röpke, der sich „nur“ um die Abwicklung der hochverschuldeten Betreibergesellschaft kümmert, zwar nichts zu tun. Für sehr ambitioniert hält er sie trotzdem.