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Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter

31.08.2010 | 19:44 Uhr
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
Michael Ries (l.) und WAZ Redakteur Willi Mohrs unterwegs in Wanheimerort. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.Wanheimerort macht’s einem nicht leicht. Schmucke Jugendstilhäuser wechseln sich ab mit Schlichtbauten, Siedlungen im Grünen finden sich, aber auch ganze Häuserzeilen, die mindestens Runderneuerung empfehlen lassen.

„An manchen Stellen könnten Verbesserungen nicht schaden“, meint Michael Ries, Mitglied des WAZ-Leserbeirates und Wanheimerorter.

„Im Krieg ist viel kaputt gegangen“, erklärt er den Stil-Mix in der Bebauung, etwa an der Erlenstraße. Von dort aus sind es nur wenige Schritte zum Michaelsplatz, der von der stolzen Michaelskirche dominiert wird. Zweimal in der Woche ist dort Markt, ansonsten, meint Ries, „lädt er dazu ein, ihn zu verbessern.“ Auch könnte die Polizei öfter vorbeischauen.

Wir biegen ein in die Fischerstraße, Fußgängerzone und Hauptgeschäftsmeile in Wanheimerort. „Mit der Infrastruktur bin ich zufrieden hier“, sagt Ries. Es gebe alle Geschäfte, die man brauche, vom Discounter bis zum kleinen Türken-Laden, der die Funktion von „Tante Emma“ übernommen habe. Und ein neues Eis-Café: „Eine Bereicherung.“ Überhaupt: Die Fischerstraße hatte schon schlechtere Zeiten und das ist gar nicht so lange her. Doch leer stehende Ladenlokale sind kaum noch zu sehen.

Duisburgs Stadtteile I
Wanheimerort in 60 Sek.
18.289 Einwohner

Wanheimerort gehört zum Stadtbezirk Mitte und hat nach amtlichen Angaben 18.289 Einwohner, davon 9515 Frauen und 8774 Männer. Der Anteil der Ausländer liegt bei 13,3 Prozent.

Der Stadtteil hat seinen Namen nach einer noch bis zum 18. Jahrhundert vorhandenen Rheininsel. Noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts war die gesamte Fläche von Wald bedeckt. Die Rodung und Bebauung des Gebietes begann im Jahre 1841. Industrie zog’s vor allem ans Rheinufer, die Bevölkerung nahm zu bis auf 30.000 in den 1950er Jahren.

Die 1859 gegründete Freiwillige Feuerwehr ist laut Wikipedia die älteste ihrer Art in Nordrhein-Westfalen.

Ein paar Ecken weiter, abseits des Stadtteilzentrums allerdings schon, womit wir wieder bei den zwei Gesichtern des Stadtteils sind. Etwa mit den Einfamilienhäusern, die östlich der Düsseldorfer Straße häufiger sind als westlich. Dafür sind in Richtung Rhein die Hinterlassenschaften einer einst blühenden Industrie unübersehbar, ungenutzt teilweise, umgenutzt, manchmal untergenutzt.

Wir bleiben in der Mitte von Wanheimerort, gehen über besagte Düsseldorfer Straße, vorbei an der Traditionsgaststätte „Haus Reuter“, wo – ganz im Trend – auch Vegetarier manierlich speisen können.

Duisburgs Stadtteile II

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Ein paar Schritte nur sind von der Hauptverkehrstraße nötig, um Wanheimerort wiederum ganz anders zu erleben, nämlich von seiner leisen Seite. Torwege erlauben Durchblicke auf reizvolle Gärten hinter gepflegten Altbauten, etliche Fassaden sind begrünt, Bäume säumen einige Straßen – aber andere auch wieder nicht: „Den Unterschied verstehe ich nicht“, sagt Ries.

Viele Wohnhäuser westlich der Düsseldorfer Straße gehören Wohnungsgesellschaften oder Genossenschaften, die meisten verfügen über neue Balkone, „das macht die Sache freundlicher“, lobt mein Begleiter aus dem Leserbeirat.

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Aber er hat auch zu kritisieren: Es fehlen Spielplätze im Stadtteil, es wird gerast, wo Tempo 30 gelten soll, es fehlt ein Zugang zum Rhein, und einige Häuser, rügt Ries, auf dem Weg zum früheren Kabelwerk in Rheinnähe erinnern schon ein wenig an ein Abbruchviertel.

Duisburgs Stadtteile III
Bilder aus 112 Jahren Stadtgeschichte in...
Duisburgs Stadtteile IV

Dennoch ziehen wir nach 60 Minuten Rundgang ein überwiegend positives Fazit: Es gibt viel Grün in Wanheimerort, unter anderem durch diverse Kleingartenvereine. Es sind in den letzten Jahren sehr viele Häuser renoviert worden. Alte Bäumen sorgen gerade im Sommer für Schatten und gute Luft. „Wanheimerort ist ein Wohnstadtteil“, sagt Ries trotz stellenweiser Kritik: „Man kann hier wirklich gut wohnen.“

Willi Mohrs

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Kommentare
07.12.2010
16:05
Blockierter Kommentar.
von Markus W82 | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.11.2010
13:00
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
von alduisburger | #25

Lachhaft! Wort ist sowas von verkommen geworden!

11.11.2010
09:23
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
von Sascha_G | #24

Hallo,
also ich kenne beide Seiten von W-Ort, aufgewachsen im Westteil, später im Ostteil(allerdings nur 2 Jahre) gewohnt. Jetzt wo ich in der Stadtmitte wohne, muss ich zurückblickend sagen, dass es in W-Ort nicht übel ist, auch wenn der Ruf teilweise ähnlich wie in Hochfeld auch nicht der beste ist. Fahre auch jetzt noch regelmäßig in W-Ort einkaufen, auch wenn ich von der Stadt aus auch ander Möglichkeiten in der Nähe hätte. Dort gibt es alles was man braucht, alle Läden, Schulen sind vorhanden, Ärzte jeglicher Art und die Anbindung ist auch super. Die Türken-Läden darf man nicht negativ sehen finde ich, sie gehören mittlerweile zum Stadtteil-Bild dazu finde ich. Alles in allem sehe ich W-Ort durchweg positiv.

09.11.2010
07:57
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
von RolandW | #23

Hallo,

für mich ist Wanheimerort hauptsächlich der Quadratkilometer Wanheimerstraße,Kulturstraße,Düsseldorferstraße und Forststraße.
Diese gute Infrastruktur,Geschäfte,Ärzte Banken,Schulen,öffentlicher Nahverkehr im 7-8 Minutentakt mit der Linie 903 gibt es in keinem anderen Ortsteil von Duisburg!
Was soll ich z.B in Wedau mit Buszeittakten von einer halben Stunde,außer Netto keine Geschäfte,der nächste Augenarzt wahlweise in Großenbaum,Bucholz oder Wanheimerort, alle ca. 3km entfernt..
Auch mitten impulsierenden Leben von Wanheimerort,kann man in einer grünen Oase wohnen.
Ich wohne z.B. in einer Anlage mit 6 Reihenbungalows,keine direkte Anbindung an eine Straße, die nächste Straße ,Kaufstraße ist rund 40 m über unseren Zugangsweg erreichbar,
Trotzdem kann ich in max. 10 Minuten fußläufig sämtliche Geschäfte oder alles was man zum Leben braucht in allen Richtungen erreichen.
Was besseres gibt es nicht,mit dem Duisburger Norden überhaupt nicht zu vergleichen,ab Ruhrort über Beek ,Bruckhausen Stahlwerke, Meiderich mit den Chemiewerken,da würden mich keine 10 Pferde hin kriegen!
Ich wohne schon über 64 Jahren in W,ort und ab den 80er Jahren ist das luftmäßig auch Ok,anders als noch in den 50er,60er,oder frühen 70er Jahren.

04.11.2010
14:46
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
von WOrter Jung | #22

Es gibt wohl kaum was schöneres als in WOrt Ost - v.a. um den Vogelsangplatz - seine Kindheit verbracht zu haben.

Ich komme immer wieder gerne auf einen Besuch vorbei und genieße jeden Spaziergang durch die von Bäumen gesäumten kleinen Straßen zwischen Lith/Schlenk/Friedhof und Bahntrasse.

30.09.2010
15:51
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
von Räubertochter | #21

Als wenn der komplette östliche Teil soooo schön ist. Ich sach nur Dickelsbachsiedlung!!

28.09.2010
16:12
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
von Siedlerin | #20

Ich verstehe nicht, wie man pauschal von einem Drecksviertel reden kann - wenn selbst im Bericht und in den Kommentaren von einem zweigeteiltem Wort gesprochen wird.

Das Schöne an Wanheimerort ist, dass sich die Menschen bewusst sind WO sie da leben. Die, die im östlichen Teil wohnen wissen, dass sie definitv nicht im schlechtesten (und schon GAR NICHT Drecks-) Viertel wohnen. Und westlich der Düsseldorferstr. - bis auf wenige Ausnahmen - denkt bestimmt auch keiner, dass er im schönsten Teil Duisburgs wohnt.

Ist die Münchnerstr. jetzt neuerdings eine Highlight der Nachkriegs-Architektur ?!

Ich wohne gerne in Wort (Ost). Woanders is auch ******* :)

27.09.2010
05:30
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
von fraka | #19

Im Krieg ist viel kaputt gegangen....ist Blödsinn. W`ort wurde weitgehend verschont.
Es war die Planung anfangs der 50er Jahre zur Verbreiterung der Wanheimerstraße und diese entsetzlich misslungene jetzige Lösung die den westlichen Teil nachhaltig und wohl endgültig beschädigt hat.
Lange vor der Fischerstraße war die Wanheimerstraße, wo es zwischen Fischer-und Kulturstraße in jedem! Haus ein Geschäft gab die Einkaufs-und Lebensader von W`ort.
In Wanheimerort geboren zu sein und dort aufzuwachsen war ein großes Glück.
Wenn ich heute durch meine Heimat laufe wird mir übel.
Ein verkommenes Drecksnest und kaum von Hochfeld oder Marxloh zu unterscheiden.

24.09.2010
08:59
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
von Räubertochter | #18

Stoffelboy hat vollkommen recht! Wanheimerort IST ein Drecksviertel. Stimmt schon, Richtung Osten wird es besser, aber es geht halt nichts über den schönen, von mir aus auch spießigen, Duisburger Süden :-)

16.09.2010
14:54
Wanheimerort – Ein Stadtteil, zwei Gesichter
von Spike1973 | #17

Gebe Stoffelboy zu 100% recht!!

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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