Duisburg

Aus'm Fenster: Duisburger Büdchen-Besitzer zeigt dir seinen Blick auf dich und die Welt

So erlebt der Besitzer des Blauen Büdchens, Philipp Eckershoff (24), seinen Arbeitstag.
So erlebt der Besitzer des Blauen Büdchens, Philipp Eckershoff (24), seinen Arbeitstag.
Foto: Alexander Keßel
  • Der Weg zum Büdchen und zurück ist für dich meistens kurz
  • Für den Besitzer ist der Arbeitstag lang
  • So fühlt es sich aus seiner Perspektive an

Duisburg. Du gehst zum Büdchen um die Ecke - bestellst deinen Kaffee oder ein Bier. Manchmal bleibst du auf ein Minütchen.

Vielleicht bestellst du noch ein zweites Getränk, unterhältst dich gut. Dann gehst du wieder. Setzt dich in Bewegung. Der Besitzer bleibt und wartet auf den nächsten Kunden.

Für ihn fühlt es sich an wie ein Schauspiel. Das kleine Fenster nach draußen ist der Vorhang. Ständig treten neue Figuren auf.

„Man lernt ziemlich viel über die Leute und ihre Lebensgeschichten und erweitert dadurch seinen Horizont.“, findet Philipp Eckershoff aus dem Blauen Büdchen in Duisburg.

Tagein, tagaus der gleiche kleine Ausschnitt. Philipp Eckershoff schaut direkt auf die nächste Häuserwand.

Zwar sieht er aus seinem Fenster nicht viel von der Welt. Dafür kommen die Menschen aus der Umgebung bei ihm vorbei und bringen ihre Geschichten mit.

Der Duisburger wohnt selbst in der Amtsgerichtsstraße und hat seit der Übernahme des Büdchens seine Nachbarschaft erst richtig kennengelernt.

Studierender Büdchen-Besitzer

Neben den 40 bis 50 Wochenstunden im Blauen Büdchen studiert der 24-Jährige Anglistik an der Uni Essen. Doch der Perspektiv-Wechsel zum Kiosk-Besitzer hat ihn besonders geprägt.

„Als Student habe ich vorher wie in einer Blase gelebt. Durch den Kontakt mit den Menschen aus der Nachbarschaft habe ich einen viel realistischeren Blick auf die Gesellschaft bekommen“, findet Philipp Eckershoff.

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Sein Beispiel zeigt, dass der Blick eines Büdchen-Betreibers nicht an der nächsten Häuserwand endet.

Die Arbeit in der Blauen Bude hat für den Duisburger Studenten einen hohen sozialen Wert. Hier spielt für ihn das wahre Leben.

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