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Vorbild "Roter Riese" - wie auch Hochhäuser begehrenswert werden könnten

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Christian Sowa will seine Wohnung in einem der "Weißen Riesen" in Duisburg-Hochheide verkaufen. Seine Preisvorstellung: Unter 20.000 Euro.Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

„Man kann in diesem Quartier in jeder Lebenslage gut leben“, meint Andrea Bestgen, Leiterin des Amtes für Soziales und Wohnen in Duisburg. Sie klingt eher nach Konjuktiv. Hochheide hat Probleme, die auch mit den Bauten zusammenhängen. Manche möchten solche Siedlungen am liebsten abreißen. In anderen Städten ist das ja auch bereits passiert . Bestgen aber glaubt, dass auch solche Hochhäuser eine Zukunft haben können. Wie das geht, sei in der Nachbarschaft zu sehen, am „Roten Riesen“: ein sanierter Turm, barrierefrei, mit Café, mehreren Ärzten im Haus und Concierge-Service. Zielgruppe: Ältere. Deren Zahl steigt, damit auch der Bedarf nach altersgerechten Wohnungen. Aber dazu müssten Eigentümer investieren. Bestgen weiß, „viele haben nicht das nötige Geld“. Und wer seine Wohnung jetzt verkaufen will, steht da wie Christian Sowa.

17. Etage mit toller Aussicht: Christian Sowa's Dreizimmerwohnung soll 19.950 Euro kosten.

Seit 16 Jahren besitzt Sowa die Wohnung. Gekauft hat er damals „wegen der Aussicht“, wie er sagt. Selbst eingezogen ist er nie. Er hat vermietet. Und auch mal zwei Jahre lang leer stehen lassen. Sein letzter Mieter ist vor zwei Monaten ausgezogen. Der Laminatboden stammt von ihm. Seitdem zahlt Sowa drauf. Hausgeld, Nebenkosten. Und immer wieder Geld für die Rücklage der Eigentümergemeinschaft. Mehrere Tausend Euro, in den vergangenen Jahren. Auf den Versammlungen der Miteigentümer sei er noch nie gewesen, sagt Sowa. „Die machen das gut“, meint er.

"Wir brauchen Kümmerer" - Stadt Duisburg appelliert an Immobilienbesitzer

Was eine Siedlung wieder nach oben bringt? „Eine funktionierende Nachbarschaft“, sagt Andrea Bestgen. „Dazu braucht es Kümmerer“. Sehr viele Eigentümer in der Stadt kümmerten sich aber eben nicht. Ihnen ist egal, wer in ihren Immobilien lebt, Hauptsache die Miete fließt. Seit Jahren appelliere die Stadt etwa an die Eigentümer in der Ottostraße, sich um das Quartier zu kümmern. Es gibt ein „Quartiersmanagement“ und eine „Moderation“. In einigen Häusern habe das gefruchtet. Jüngst hat die Stadt auch das Grün-Dickicht an der Ruine des Wohnblocks Ottostraße 24 bis 30 lichten lassen und dabei auch viel Sperrmüll entfernt. Eigentlich müsste man das  Gebäude abreißen. Das würde Millionen kosten. Doch der Eigentümer, irgendein Investment-Konstrukt, ist nicht mehr auffindbar.

Wohnungen ohne Wert?

Christian Sowa hat gerade mit einem Akkuschrauber zwei neue Fensterbänke montiert. Er wohnt 50 Kilometer weit weg. Ihn nerve die Fahrerei. Deshalb will er verkaufen. Wenn es ihm nicht gelingt, will er die Wohnung wieder vermieten. "Dann aber möbliert. An Monteurs-Firmen". Nachbarjungs berichten, dass das andere schon tun: "Hier sind viele polnische Arbeiter in den Häusern".

Sowas Handy klingelt. Sowa sagt,  „ja, die Wohnung ist noch zu haben“. Dann legt er auf. Der Interessent habe gesagt, er wolle sich erstmal in der Gegend umschauen. Unten.

Dagobert Ernst

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Kommentare
20.10.2012
00:35
84 Quadratmeter für 19.550 Euro - Schrott oder Schnäppchen?
von fstockel | #21

Klarer Fall von Schrottimmobilie. Das Hausgeld dürfte immens sein, da viele Wohnungseigentümer der Gemeinschaft überschuldet sind, drohen unabsehbare...
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84 Quadratmeter für 19.550 Euro - Schrott oder Schnäppchen?
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2012-10-15 19:01
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