Vorbild "Roter Riese" - wie auch Hochhäuser begehrenswert werden könnten
2012-10-15T19:01:46+0200
„Man kann in diesem Quartier in jeder Lebenslage gut leben“, meint Andrea Bestgen, Leiterin des Amtes für Soziales und Wohnen in Duisburg. Sie klingt eher nach Konjuktiv. Hochheide hat Probleme, die auch mit den Bauten zusammenhängen. Manche möchten solche Siedlungen am liebsten abreißen. In anderen Städten ist das ja auch bereits passiert . Bestgen aber glaubt, dass auch solche Hochhäuser eine Zukunft haben können. Wie das geht, sei in der Nachbarschaft zu sehen, am „Roten Riesen“: ein sanierter Turm, barrierefrei, mit Café, mehreren Ärzten im Haus und Concierge-Service. Zielgruppe: Ältere. Deren Zahl steigt, damit auch der Bedarf nach altersgerechten Wohnungen. Aber dazu müssten Eigentümer investieren. Bestgen weiß, „viele haben nicht das nötige Geld“. Und wer seine Wohnung jetzt verkaufen will, steht da wie Christian Sowa.
Seit 16 Jahren besitzt Sowa die Wohnung. Gekauft hat er damals „wegen der Aussicht“, wie er sagt. Selbst eingezogen ist er nie. Er hat vermietet. Und auch mal zwei Jahre lang leer stehen lassen. Sein letzter Mieter ist vor zwei Monaten ausgezogen. Der Laminatboden stammt von ihm. Seitdem zahlt Sowa drauf. Hausgeld, Nebenkosten. Und immer wieder Geld für die Rücklage der Eigentümergemeinschaft. Mehrere Tausend Euro, in den vergangenen Jahren. Auf den Versammlungen der Miteigentümer sei er noch nie gewesen, sagt Sowa. „Die machen das gut“, meint er.
"Wir brauchen Kümmerer" - Stadt Duisburg appelliert an Immobilienbesitzer
Was eine Siedlung wieder nach oben bringt? „Eine funktionierende Nachbarschaft“, sagt Andrea Bestgen. „Dazu braucht es Kümmerer“. Sehr viele Eigentümer in der Stadt kümmerten sich aber eben nicht. Ihnen ist egal, wer in ihren Immobilien lebt, Hauptsache die Miete fließt. Seit Jahren appelliere die Stadt etwa an die Eigentümer in der Ottostraße, sich um das Quartier zu kümmern. Es gibt ein „Quartiersmanagement“ und eine „Moderation“. In einigen Häusern habe das gefruchtet. Jüngst hat die Stadt auch das Grün-Dickicht an der Ruine des Wohnblocks Ottostraße 24 bis 30 lichten lassen und dabei auch viel Sperrmüll entfernt. Eigentlich müsste man das Gebäude abreißen. Das würde Millionen kosten. Doch der Eigentümer, irgendein Investment-Konstrukt, ist nicht mehr auffindbar.
Christian Sowa hat gerade mit einem Akkuschrauber zwei neue Fensterbänke montiert. Er wohnt 50 Kilometer weit weg. Ihn nerve die Fahrerei. Deshalb will er verkaufen. Wenn es ihm nicht gelingt, will er die Wohnung wieder vermieten. "Dann aber möbliert. An Monteurs-Firmen". Nachbarjungs berichten, dass das andere schon tun: "Hier sind viele polnische Arbeiter in den Häusern".
Sowas Handy klingelt. Sowa sagt, „ja, die Wohnung ist noch zu haben“. Dann legt er auf. Der Interessent habe gesagt, er wolle sich erstmal in der Gegend umschauen. Unten.
-
Seite 1: 84 Quadratmeter für 19.550 Euro - Schrott oder Schnäppchen? -
Seite 2: Vorbild "Roter Riese" - wie auch Hochhäuser begehrenswert werden könnten
| 1 | 2 |
|

00:35
Klarer Fall von Schrottimmobilie. Das Hausgeld dürfte immens sein, da viele Wohnungseigentümer der Gemeinschaft überschuldet sind, drohen unabsehbare Folgekosten für einen Erwerber dieser Immobilie!
19:33
in solchen Großanlagen sind drastisch hoch, das ist eine schöne Miete in besserer Lage. Und die beiden Ex-Legionäre rund um die Uhr vor der Tür die kosten auch. Dazu noch die Straf-Expeditionen in die Nachbarschaft zur Abstellung irgendwelcher Terroraktivitäten. Die Wohnqualität stark beeinträchtigen können.
10:28
Mich würden mal die gesamten Kosten interessieren.
Wie hoch sind Hausgeld und Nebenkosten?
10:20
Eindeutige Antwort: Schrott! Der Eigentümer hat sich schon beim Erwerb verzockt. Solche Immobilien eignen sich für Wohnungsbaugesellschaften aber nicht für private Anleger! Durch den Kauf einer solchen ETW erwirbt man nur Wohnraum der sich konstant abnutzt und keinen Grund und Boden, der sich wertmäßig entwickelt. Zudem ändert sich gerade solchen Wohnhäusern kontinuierlich das soziale Milieu, Tendenz: meist fallend.
Diese Betonsilos wurden in den Siebzigern sehr schnell und mit viel Pfusch gebaut, (siehe Universitätswohnstadt Querenburg). Seit einigen Jahren korrigiert man diese Bausünden mit viel Geld. Geld, das private Eigentümer nicht unbedingt zur Verfügung haben und das Wohnungsbaugesellschaften nur begrenzt investieren wollen.
Der gleichzeitige Strukturwandel im gesamten Ruhrgebiet hat dazu geführt, dass im Revier schon seit langem ein Überangebot an Wohnungen vorhanden ist. Da sind solche Wohnungen wie in Hochheide natürlich die Verlierer und geschenkt noch zu teuer.
Wie kommen Sie denn auf die absurde Idee, das sich "Grund und Boden" grundsätzlich immer wertmäßig entwickelt? Das ist Mumpitz !
07:31
Wer möchte schon in so einem Haus wohnen?
02:26
Die Spengmeister lauern schon. In anderen Städten ist man schon weiter in der Zukunft und solche Schrott- Immobilien sind längste pulverisiert-
.Ein Ghetto will keine Stadtverwaltung und der letzte Schritt rückt immer näher. Solche Trabanten entwickeln sich zu unlösbaren Pulverfässern wie in Köln der Kölnberg .
21:04
Die Nebenkosten sind in solchen Häusern so hoch wie in manchen schönen Häusern die komplette Miete. Würde gerne mal wissen wie hoch sie in dieser Wohnung sind.
16:39
Studentenwohnheim draus machen ... dann wirds zwar manchmal etwas lauter, aber dafür sauberer und bewohnbarer. Außerdem geben sich Studenten meist mit sehr wenig zufrieden, solang der Preis niedrig bleibt (250€-300€ warm)
Studentenwohnheim ohne Uni. Sehr lustig.
OHNE Uni?
Das Problem ist eher, dass die STudenten in Duisburg lieber bei Mutti wohnen als eine eigene Bude zu haben.
OHNE UNI? Ups, habe ich da etwa den Umzug des Duisburger Campus verpasst? :-)
Knackpunkt ist die weite Entfernung zur Duisburger Uni. Außerdem können die Wohnungen ohne größere Umbaumaßnahmen nur als WG belegt werden. Das ist auch nicht jedermanns Geschmack.
15:37
Man könnte die leerstehenden Wohntürme doch zu Asylbewerberheimen umfunktionieren. Dann hätte man sobald keine Kapazitätsprobleme mehr.
15:00
Das zeigt deutlich das Problem von Schrottimmobilien:
Sein Schrottauto kann man verschrotten und dann ist man es los. Aber eine Immobilie wird man ohne einen Käufer nicht los, dafür kann man aber bis ans Lebensende für die laufenden Kosten aufkommen. Da könnte selbst geschenkt noch zu teuer werden.