Vonovia kommt mit 650 Mitarbeitern nach Duisburg

Das „Silberpalais“ wird neues Domizil der Kundenbetreuung von Vonovia.
Das „Silberpalais“ wird neues Domizil der Kundenbetreuung von Vonovia.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Immobilienkonzern bündelt die Mieterbetreuung im „Silberpalais“ am Duisburger Hauptbahnhof. Gute Erreichbarkeit gab den Ausschlag für den Standort.

Duisburg.. Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia bündelt seine Kundenbetreuung im „Silberpalais“ am Hauptbahnhof. Ab Juli sollen sich dort auf 6600 Quadratmetern in Duisburgs größtem Bürogebäude 650 Beschäftige um die unterschiedlichsten Anliegen der Mieter kümmern. Sie waren bisher in Essen und Bochum beschäftigt.

„Wir haben uns nach sorgfältiger Prüfung verschiedener Optionen für das Silberpalais in der Duisburger Innenstadt entschieden“, erläuterte am Freitag Vonovia-Vorstand Klaus Freiberg: „Unser neuer Standort ist sehr gut erreichbar und bietet optimale Arbeitsbedingungen. Wir freuen uns, neben Bochum nun ein weiteres wichtiges Standbein mit Duisburg im Ruhrgebiet zu haben.“

Feindliche Übernahme gescheitert

Vonovia bezieht in dem einst als Klöckner-Zentrale gebauten „Silberpalais“ Flächen, die zuvor von einer Bank genutzt wurden. Aufwendige Umbauten seien daher nicht erforderlich, erklärte Vonovia-Sprecherin Bettina Benner.

Vonovia hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt mit den gescheiterten Plänen einer feindlichen Übernahme des Rivalen Deutsche Wohnen. Es gelang, nur 30,4 statt der erforderlichen 50 Prozent der Aktien zu erwerben. Deutsche Wohnen hatte sich zuvor vehement gegen die Übernahme gewehrt. Wäre das 14-Milliarden-Euro-Vorhaben erfolgreich ausgegangen, wäre Vonovia zu einem Wohnungsgiganten mit mehr als 500.000 Wohneinheiten gewachsen.

Neuer Standort ist ausbaufähiger

Klein ist das Unternehmen auch ohne die Deutsche Wohnen nicht: 367.000 Wohnungen bilden den Bestand des Unternehmens mit Sitz in Düsseldorf. Die Hauptverwaltung befindet sich in Bochum.

Neben Duisburg wird es einen weiteren Standort für die Kundenbetreuung in Dresden geben mit 200 Mitarbeitern. Der Kundenservice von Vonovia sei nach dem Zusammenschluss mit der Gagfah „deutlich gewachsen“, heißt es in Bochum, wo die Räume in der Hauptverwaltung daher nicht mehr ausgereicht hätten. In Duisburg und Dresden würden diese Tätigkeit nun „dauerhaft gebündelt“.

„Wir legen großen Wert auf zufriedene Mieter und einen erstklassigen Service. Ich bin sicher, dass wir in den kommenden Jahren weiter wachsen und neue Arbeitsplätze für motivierte und engagierte Mitarbeiter im Kundenservice schaffen werden“, kündigte Freiberg bereits an. Der neue Duisburger Standort sei „ausbaufähig“, ergänzte Benner.

Vonovia beschäftigt rund 6100 Mitarbeiter

Anlaufstelle ist das „Silberpalais“ künftig für Mieter in ganz Deutschland. „Die Wohnungen von Vonovia befinden sich in zusammenhängenden Siedlungen, verteilt auf etwa 800 Standorte in Deutschland“, heißt es bei Vonovia.

Das Unternehmen ist noch sehr jung, hat aber eine lange Tradition. Entstanden ist es im September 2015 aus dem Zusammenschluss der Deutschen Annington und der Gagfah. Die Geschichte der Vorgänger der beiden Unternehmen geht zurück bis 1848 beziehungsweise 1918. In beiden Fällen waren nach der Jahrtausendwende Finanzinvestoren eingestiegen. Die Folgen laut Vonovia: „Dies ging auf Kosten folgenschwerer Wohnungsmängel mit der Folge anhaltender und reputationsschädigender Mieterbeschwerden, die das ,Heuschrecken-Image’ in Deutschland mitgeprägt und verfestigt haben. Durch eine zunehmende Emanzipation von den Großinvestoren wurde in beiden Unternehmen ein neuer unternehmerischer Kurs eingeschlagen.“

Vonovia beschäftigt rund 6100 Mitarbeiter und verfügt in Duisburg über rund 5500 Wohnungen.