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DRK-Familienwerk

Von der Sprachförderung bis zum Yoga

19.12.2012 | 12:00 Uhr
Ulla Thiele ist die Projektleiterin der Elternschule beim Familienbildungswerk des Deutschen Roten Kreuzes an der Erftstraße in der Innenstadt.Foto: Udo Milbret

Duisburg. Kaum ist Ulla Thiele für einen Moment aus ihrem Büro im DRK-Familienwerk verschwunden, liegt ein Zettel auf dem Schreibtisch: ein Seminar muss abgesagt werden. Das Telefon klingelt und das E-Mailprogramm hat sich auch noch aufgehängt. Von oben hört man ein lautes Bumpern. „Das ist die Gymnastikgruppe.“ Am Handgelenk trägt sie eine Schiene. „Vom Fußballspielen mit meinem Enkel“, sagt die 59-Jährige und lacht. Es scheint, als würde Nichts und Niemand die Projektleiterin der Duisburger Elternschule aus der Ruhe bringen können.

Klassische und "unfamiliäre" Kurse

Das Familienbildungswerk des Deutschen Roten Kreuzes bietet neben den klassischen Angeboten zur Unterstützung junger Familien auch ganz „unfamiliäre“ Kurse an. Yogakurse und Bodystyling werden von vielen jungen Frauen besucht. Darüber hinaus gibt es Themenkochkurse, Malkurse, Nähkurse und Einzelveranstaltungen, darunter die Kurse „Timeout statt Burn-out!“ und Gehirntraining. Mitmachen kann hier jeder. Besonders beliebt sind auch die Besichtigungsfahrten, die ins Ford-Werk nach Köln oder zum Geysir nach Andernach führen.

Rund 130 Kursleiterinnen und Kursleiter sind beim DRK-Familienbildungswerk beschäftigt.

Seit 60 Jahren in Duisburg

Die DRK-Familienbildung gibt es in Duisburg schon seit 60 Jahren. Speziell für Eltern mit Kleinkindern gibt es inzwischen diverse Angebote, die alle gut angenommen werden. „Die Gesellschaft hat sich sehr verändert“, sagt Ulla Thiele, „Familien brechen auseinander, kommen in finanzielle Not. Wir wollen Familie, Leben, eine Ausbildung oder den Job, den Haushalt und die Gesundheit unter einen Hut bringen. Da fragt man sich: Wie krieg ich das alles hin?“ Hier bekommen sie vom Kursleiter Impulse und können sich mit anderen Eltern austauschen. Auch der übermäßige Umgang mit Computer und Fernseher zeigt inzwischen Auswirkungen. Mit Kindern wird weniger kommuniziert und dies spiegelt in der Sprachkompetenz wider, so Thiele. Um die Sprachentwicklung von Kindern gezielt zu fördern, gibt es vom Familienwerk das Rucksackprojekt . Hierzu kommen Pädagogen in die Duisburger Kitas und geben Eltern Tipps für Aktivitäten.

Zahlen, Daten, Fakten

Im Jahr 2011 nahmen rund 3700 Personen Angebote der Elternschule wahr. Weitere 1000 Eltern nahmen an Beratungsgesprächen in den Kitas teil. Jährlich halten 1000 Mitarbeiter von Thyssen-Krupp-Steel eine „Gesundheitsschicht“ ab.

an einem dreistündigen Kochkurs kostet 17 Euro, Gymnastikkurse variieren für sechs Monate zwischen 50 und 100 Euro.

Im Familienzentrum des Deutschen Roten Kreuzes in der Erft-straße arbeiten sieben Festangestellte. Insgesamt arbeitet die Familienbildung mit 200 Honorarkräften.

und Programmflyer unter www.drk-duisburg.de oder 0203/305470.

Ulla Thiele liebt ihren Job, auch wenn es häufig drunter und drüber geht. Ihr Sohn hat bereits eine eigene Familie, für ihre Tochter möchte sie ein Vorbild sein. „Es ist immer ein Balanceakt für junge Frauen. Menschen wachsen mit Herausforderungen - und Unterstützung“, sagt sie.

100 Jahre Deutsches Rotes Kreuz

Kooperation mit TKS

Das Familienbildungswerk kooperiert seit zwei Jahren mit der Thyssen-Krupp-Steel . Jedes Jahr legen zahlreiche Mitarbeiter des Konzerns eine „Gesundheitsschicht“ ein. An einem Tag durchlaufen die Angestellten eine Ausbildungsschicht in Sachen Gesundheit. Dazu gehören Vorträge von Ärzten zu den Themen Rückenbelastung, Ernährung und Arbeit bis „67“. Anschließend werden sie einem Gesundheitscheck unterzogen und erhalten individuelle Beratungsgespräche. Weiterhin können die Teilnehmer drei Seminare zu den Themen „Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson“, „Ganzheitliches Gedächtnistraining“, „Erste Hilfe ganz kurz“, „Zeit-Management und das Durchhalten von Vorsätzen“, „kleines Bewegungsprogramm“ und „Grundlagen der Naturheilverfahren“ auswählen. Die Seminare werden von der Familienbildung durchgeführt. Alle drei Jahre kann ein Mitarbeiter an der Gesundheitsschicht teilnehmen. Das Projekt stellt eine Neuheit für das Familienbildungswerk dar und wird von den Thyssen-Krupp -Mitarbeitern sehr gut aufgenommen.

Isabel Schoelen



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