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Vom Smutje zum Restaurantbesitzer

30.12.2012 | 18:07 Uhr
Vom Smutje zum Restaurantbesitzer
40 Sorten bietet Muhammed Topsakal in seinem Hochfelder Fischhaus an.Foto: Michael Dahlke

Hochfeld. Unter dem Ventilator baumelt Strandgut – Muscheln und Möwen, aus Plastik natürlich, außerdem eine Harpune mit Fisch-Aufkleber: Herzlich willkommen im „Bizim Balikci“, was übersetzt so viel heißt wie „Unser Fischhaus“. Versteckt in einer Seitenstraße liegt das Restaurant. Besucher sollten sich auf einen Stil-Mix einstellen. Die Wandgestaltung ist eine Hommage an Istanbul, aufgemalte Kaskaden ergießen sich und die Tische, Marke Eiche rustikal, werden mit silbrig glitzernden Decken vor Flecken bewahrt. Aber das sollte vom eigentlichen Anlass nicht ablenken – der Fisch, der schmeckt.

Kein Alkohol zum Essen

Bevor der 37-Jährige aus der ehemaligen Pizzeria an der Gitschiner Straße ein Fischlokal machte, segelte er als Koch über die Weltmeere. Auf Frachtern und Fähren tischte er auf, was Seeleute und Touristen essen wollten. Nicht immer war das Fisch, Gulasch und andere Gerichte waren bei den Arbeitern, die schwer schuften mussten, ebenso beliebt. An freien Wochenende bereitete er ihnen auch mal ein Barbecue aus erlesenen Meeresfrüchten vor. „In meiner Heimatstadt Istanbul gibt es viel mehr Fisch, das ist dort ein typisches Gericht“, erklärt Besitzer Muhammed Topsakal. Er mag Fisch, weil er gut schmeckt und gesund ist. Bevor er sich allerdings selbstständig machte, betrieb er noch die Kantine eines Logistik-Betriebs in Rheinhausen. Auch dort war er für rund 100 Essen verantwortlich. Doch dann entdeckte er mit einem Bekannten das Eck-Lokal – und überlegte nicht lange – sie eröffneten ihr eigenes Restaurant.

Inzwischen arbeitet vor allem die Familie von ihm hinter der Theke. 40 Fischsorten gibt es, sämtliche frisch. Jede wird auf einer Tafel annonciert, dahinter stehen die Herkunftsländer. „Nur die Garnelen bekommen wir in gefrorenem Zustand.“ Lachs, Forelle, Pangasius und all die anderen Sorten bezieht er über einen Großhändler in Gelsenkirchen. Was er nicht vorrätig hat, kann er für den nächsten Tag ordern. Die Kunden müssten dann allerdings ihre Wünsche vorbestellen. „Türkische Gäste mögen am liebsten ganze Fische, die Deutschen lieber das Filet. Hauptsache, es hat kaum Gräten“, kennt der Koch die Vorlieben. Die Besucher kommen übrigens nicht nur aus Duisburg. „Neulich war eine Familie aus Bielefeld da, weil sie in der Nähe waren und auch Leute aus Belgien waren schon hier.“

Wer keinen Fisch mag, muss übrigens nicht draußen bleiben. Auch Lammkoteletts werden von Muhammed Topsakal in die Pfanne geworfen, ebenso wir Hühnerspieße. Allerdings: Wein, Bier und andere alkoholische Getränke werden hier nicht serviert. „Die Leute sollen sich auf das Essen konzentrieren und den Fisch pur genießen.“ Deshalb ist das Lokal auch heute geschlossen und der Besitzer kann mit seiner Familie ins neue Jahr feiern. „An so einem Tag wollen die Leute ein Gläschen Alkohol trinken, da würden ohnehin nicht so viele vorbeikommen.“ Das neue Jahr, da ist er sich sicher, wird aber bestimmt gut.

Von Fabienne Piepiora

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Kommentare
03.01.2013
07:30
Vom Smutje zum Restaurantbesitzer
von Kravattenmuffel | #4

Fisch mit Sprudel? Ich weiß nich. Aber wer´s mag...

31.12.2012
21:56
Vom Smutje zum Restaurantbesitzer
von Torkel | #3

Das hört sich wirklich gut an und animiert zu einem Besuch des Lokals in 2013.
Aber wirklich ganz ohne Sprit?

31.12.2012
17:47
Vom Smutje zum Restaurantbesitzer
von VolkerRacho | #2

Klingt spannend. Ich komm 2013 mal fuddern ;-)

31.12.2012
11:08
Vom Smutje zum Restaurantbesitzer
von W113 | #1

Klasse. Neben dem Chauffeurdienst wieder jemand der sich traut. Find ich prima. Nur die Bürger bekommen Duisburg wieder hoch. Auf die Politiker sollten wir nicht bauen.

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