Vom Rockerprozess und mehreren Razzien

Großaufgebot am Gericht

Das neue Jahr beginnt mit einem Großeinsatz für die Polizei: Am 17. Januar startet der spektakuläre Rocker-Prozess gegen die beiden ehemaligen Satudarah-Bosse Baris T. und Yildiray K., letzterer bekannt als Ali Osman. Bereits am 23. Januar fällt das Urteil: Ali Osman wird wegen Drogenhandels und Verstößen gegen das Waffengesetz zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, Baris T. muss für sechs Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Überraschend hatte Osman den „Rocker-Ehrenkodex“ gebrochen, ein umfassendes Geständnis abgelegt und andere Mitglieder zum Ausstieg aus der Rockerszene aufgefordert.

Razzia gegen Satudarah

Am 8. April durchsuchen Spezialkräfte der Polizei das Satudarah-Klubheim in Rheinhausen und vier weitere Wohnungen in Duisburg sowie eine in Hamm. Ergebnis der Razzia: Die Ermittler finden sechs Schusswaffen, die zum Teil erlaubnispflichtig sind. Zudem stellten die Einsatzkräfte Munition sowie ein verbotenes Messer sicher, in einer Wohnung finden sie Steroide und Anabolika.

Rockermord bleibt ungeklärt

Grausiger Fund im Homberger Rheinpreußen-Hafen: Am 7. April entdeckt ein Spaziergänger einen leblosen Körper im Hafenbecken. Es handelt sich um den vermissten Rocker Kai M., der abgetrennte Arm des 32-jährigen Duisburgers war bereits am 4. Februar einige hundert Meter stromabwärts nahe der Rheinbrücke in Mündelheim gefunden worden. Die restlichen Körperteile des Hells-Angel-Mitglieds bleiben bis heute ebenso unaufspürbar wie seine Mörder.

Mit Schlagstock im Jobcenter

Ein Mann mit Schlagstock löst am 4. Juni einen Großeinsatz der Polizei im Jobcenter aus. Der 30-Jährige war unangemeldet in der Leistungsabteilung erschienen, nachdem er am Tag zuvor einen Termin dort versäumt hatte. Weil der Mitarbeiter sich nicht sofort um sein Anliegen kümmern kann, wird der Besucher aggressiv, zieht einen Teleskop-Schlagstock und bedroht damit einen Security-Mitarbeiter. Verletzt wird niemand. Der Mann bekommt eine Strafanzeige wegen Nötigung und Bedrohung.

Razzia gegen United Tribuns

Im Kampf gegen Gangs aus dem Rocker-Milieu kontrollieren Polizei und Ordnungsamt am 11. Juli Treffpunkte der United Tribuns in Marxloh und Laar. Rund 100 Kräfte sind an dem Einsatz beteiligt. Die Bilanz: Ein Mann wird wegen Drogenbesitzes und Verdacht auf Handydiebstahl festgenommen, vier weitere müssen zur Identitätsfeststellung mit ins Polizeipräsidium. Es bleibt nicht der einzige Einsatz gegen die Gang.