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Vom Norden in den Süden in nur 20 Minuten - die A 59 in Duisburg

31.07.2012 | 06:00 Uhr
Die A 59 Von Stadtgrenze zu Stadtgrenze in 20 Minuten.Foto: Udo Milbret

Duisburg.   Mit der Fertigstellung des Autobahnkreuzes Duisburg-Süd kann man nun seit einigen Wochen über die Autobahn 59 sogar fast bis in die Düsseldorfer Altstadt in einem Rutsch fahren. Eine kleine Reise über die Nord-Süd-Achse von Overbruch im Norden bis Rahm im Süden.

Bewusst habe ich das noch nie gemacht. Über die A 59 Duisburg von Nord nach Süd zu durchqueren. Und seit einigen Wochen kann man sogar fast bis in die Düsseldorfer Altstadt in einem Rutsch fahren . Nehmen Sie also Platz in unserem „Papyrusmobil“ und schnallen Sie sich an. Wir starten an der Stadtgrenze Duisburgs in Overbruch, wo die A 59 in die B 8 mündet und die Ausfahrt schon Dinslaken-West statt Duisburger Nordkap heißt.

Es ist sieben Minuten vor zwei, als die Ampel auf Grün springt und unser Papyrusmobil – ich hätte virtuelles Fahrzeug schreiben können, aber da bin ich konservativ – legt die ersten Meter Autobahn zurück.

Schöne und weniger schöne Graffiti

500 Meter weiter schon die nächste Ausfahrt „Dinslaken-Hiesfeld.“ Jetzt im Sommer ein schöner Blick auf die begrünte Halde, die von einer geschätzt 20 Meter hohen Stützmauer davon abgehalten wird, auf die Autobahn zu rutschen.

Kaum liegt die Ausfahrt Hiesfeld hinter uns, kommt die nächste Ausfahrt: Walsum, hier geht es auch nach Oberhausen-Holten. Hinweisschilder weisen auf die Umweltzone außerhalb der Autobahn hin. Schneller als die erlaubten 80 Stundenkilometer möchte man hier gar nicht fahren, weil Fahrbahnschäden die Stoooooßdääääämpfer testen. Wenn der Bereich mal sechsspurig ausgebaut wird, dürfte es hier nicht viel Probleme geben, ein breiter Standstreifen begleitet uns.

Wir haben keine drei Minuten gebraucht, um die Ausfahrt Fahrn zu erreichen, die viele Jahre den Endpunkt der A 59 bildete. Von dort quälte sich früher der Verkehr zur B 8 nach Aldenrade. Die A 59 bleibt bis Marxloh in Hochlage. Man sieht die Spitzen der Kirchtürme von St. Peter und der Kreuzeskirche. Hohe Schallschutzwände, mit schönen und weniger schönen Graffiti besprüht, engen den Blick ein.

1800 Meter Berliner Brücke

Berliner Brücke in Duisburg

Der alte Förderturm Thyssen 1/6 auf der linken Seite kommt ins Blickfeld. Er steht schon in Hamborn, während rechts neben mir die Grillo-Werke vorbeirauschen. Links sieht man jetzt das Dach der Rhein-Ruhr-Halle, Michael Jackson und Tommy Gottschalk lassen – noch – grüßen. Viel Grün in Hamborn am Rand der Autobahn.

Wieder 80 statt 100 fahren. Das Kreuz Duisburg-Nord ist schnell erreicht. Der Emscher-Schnellweg war hier mal das teuerste Stück vor dem Rheinüberschlag, die Baukosten von hier bis Beeckerwerth waren immens.

Nach Dortmund oder Venlo

Kurz vor der Ausfahrt Meiderich: Hier will Ostermann ein neues Möbelhaus bauen und nicht nur Ikea Konkurrenz machen. Und hier steht auch mal gerne die Polizei und macht Radarkontrollen. Die Strecke ist leicht abschüssig, Fuß vom Gas. Schon sind wir in Meiderich, erst Untermeiderich, dann Meiderich Ruhrort und der Hinweis aufs Herzzentrum.

Noch 1800 Meter bis zum Kreuz Duisburg. Es ist genau 14 Uhr. Hier beginnt die Berliner Brücke, ab und zu ein Blick auf den Hafen, doch besser auf die Fahrbahn. Der Blick nach links geht zum Kaiserberg. Es sieht fast so aus als würde der Mülheimer Funkturm oben drauf stehen. Perspektive ist alles. Schon sind wir am Ende der Berliner Brücke, einst geziert von den beiden Statuen „Begegnungen“, das Kreuz Duisburg ist erreicht. Hier geht’s wahlweise Richtung Dortmund oder Venlo. Erinnerungen an die B 60 werden wach.

Die Bahnhofsplatte

Vorbei an der Küppersmühle, leider sind die Schallschutzwände durchsichtig und geben den Blick auf den rostenden Schuhkarton frei, der mal aufs Dach kommen sollte.

Wir müssen abbremsen, runter auf 60. Die Skyline der Duisburger City mit Targo-Bank und unserem Medienhaus verschwindet so schnell, wie sie in den Blick kam.

Die Bahnhofsplatte ist derzeit von unten schöner als von oben, auch noch beleuchtet und gefühlt zehnspurig. Schnell ist man unter den Behelfsbrücken Koloniestraße, die Widerlager der neuen Brücke sind schon in Beton gegossen.

Zugstrecke nach Düsseldorf

Duisburg und die A59

Es ist 14.04 Uhr, wir geben wieder etwas Gas, sind in Höhe des Güterbahnhofs. An der Ausfahrt Grunewald und Hochfeld geht’s vorbei, wir dürfen mit 100 km/h auf die Grunewald-Brücke fahren. Weiter geht es vorbei am Waldfriedhof in Wanheimerort. Bis zur Ausfahrt Buchholz ist die Bahn dreispurig.

Es ist 14.06, als wir die Ausfahrt passieren.

Neben uns die Zugstrecke nach Düsseldorf. Einige Schallschutzwände sind begrünt, zwischen den Leitplanken sprießt das Unkraut. Rechts kommt das Gewerbegebiet Keniastraße, eines der ersten Highlights des Strukturwandels.

Vor 100 Jahren eine Weltreise

Die Ausfahrt Großenbaum liegt hinter uns. Ein Audi-Fahrer hat es sehr eilig und rauscht an uns vorbei. Noch 1500 Meter bis B 288. Die Fahrspuren trennen sich rechts nach Krefeld, geradeaus nach Essen und Düsseldorf. Gleich geht's über die neue Brücke, die wir ..... jetzt passieren. Noch ein Provisorium. Die nächste Ausfahrt Wittlaer kommt so schnell, dass ein leichter Druck aufs Gaspedal zu reichen scheint.

Keine zwanzig Minuten auf einer Strecke, über die vor 100 Jahren erstmals nachgedacht wurde. Jetzt Realität und schon wieder zu klein. 24 Kilometer lang (geschätzt, leider zu spät auf den Tacho geguckt). Vor 100 Jahren eine Weltreise.

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Kommentare
01.08.2012
03:34
Vom Norden in den Süden in nur 20 Minuten - die A 59 in Duisburg
von klaig | #2

An der MSV Arena seid ihr wohl auch "unerwähnt" vorbei gekommen, oder war die gerade im Nebel verschwunden?

31.07.2012
08:14
Vom Norden in den Süden in nur 20 Minuten - die A 59 in Duisburg
von moschaake | #1

Schön wäre es, wenn es ähnliche Reisezeiten auch beim ÖPNV ist Duisburg gäbe :-X

1 Antwort
Vom Norden in den Süden in nur 20 Minuten - die A 59 in Duisburg
von kikimurks | #1-1

Die Reisezeiten gibt es im Berufsverkehr auch nicht auf der A59, es sei den es ist Urlaubszeit.

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