Vom Maschinenbauer zum Marktleiter in Duisburg

Mohammed Altous in seinem Frischmarkt.
Mohammed Altous in seinem Frischmarkt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mohammad Altous verkauft arabische und türkische Spezialitäten. Sein Frischmarkt ist aber auch Anlaufstelle für Urlauber, Studenten – und Flüchtlinge.

Duisburg.. Getrocknete Lorbeerblätter aus dem Libanon, tunesische Datteln und Couscous aus Marokko – das Angebot ist fast wie auf einem arabischen Basar, bloß deutlich ruhiger und in Neudorf gelegen.

Der Yasmeen Frischmarkt auf der Oststraße bietet neben arabischen und türkischen Nahrungsmitteln, frisches Obst und Fleisch an. An der Theke gibt es Lamm, Rind oder Huhn und alles Halal, was so viel bedeutet wie: Darf man essen. „Wir bekommen das Fleisch frisch von einer Bochumer Schlachterei“, sagt Inhaber Mohammed Altous. Der gebürtige Jordanier kam 2003 nach Deutschland, studierte an der Universität Duisburg-Essen Maschinenbau und arbeitete jahrelang als Ingenieur für einen Siemens-Zulieferer. „Ich wollte mich schon immer selbstständig machen“, erklärt der 36-Jährige. Die Investitionen für eine Firma im Maschinenbau-Gewerbe seien zu kostspielig gewesen, deshalb habe er sich für einen Frischmarkt entschieden. Und in so einem kennt er sich bestens aus, denn schon als Achtjähriger Knirps half er den Eltern aus. „Sie hatten in Jordanien einen Supermarkt, in dem ich ganz oft mitgearbeitet habe“, so Altous. Durch seine Zeit als Student lernte er Neudorf kennen und erkannte sofort, dass ein kleiner, internationaler Spezialitäten-Markt fehlt. Also ergriff er im vergangenen Juli die Chance auf einen eigenen Markt, als Ernsting’s Family die Räumlichkeiten freigab.

Frischmarkt als Anlaufstelle für Flüchtlinge

„Wenn ich mal einheimische Sachen kochen wollte, musste ich ständig nach Hochfeld oder Marxloh. Manchmal habe ich dann ganz darauf verzichtet“, sagt Altous. Seit der Eröffnung hat das nun ein Ende, auch für viele andere Neudorfer: „Hier gibt es ein komplett gemischtes Publikum. Asiatische Studenten, Araber, ältere Deutsche, einfach jeder kommt hier hin“, so Altous, der seinen Frischemarkt nach seiner Tochter Yasmeen benannt hat, die 2014 zur Welt kam. Seine vier Mitarbeiter und er beraten auch gerne, „denn viele, die zum Beispiel in der Türkei Urlaub gemacht haben, wollen das Essen Zuhause nachkochen“.

Nicht nur exotische Zutaten gibt’s in dem Laden, auch Grundnahrungsmittel sind gefragt. Als eine Neudorferin, 96 Jahre alt, Hilfe bei der Suche nach Margarine und Zucker braucht, sind die Mitarbeiter zur Stelle. „Es kommt häufiger vor, dass ältere Menschen zu uns kommen, weil die anderen Märkte in der Nähe zu weit weg oder zu groß sind“, meint Altous. Sein Frischmarkt sei ebenfalls eine Anlaufstelle für die Flüchtlinge, die zurzeit an der Memelstraße wohnen. Hier fänden sie typische Lebensmittel, mit denen sie auch in der Heimat gekocht haben und können sich zur Not auf Arabisch verständigen.